Pilotfilm zur 2. Staffel der Krimiserie. http://images.kino.de/flbilder/max09/mbiz09/mbiz49/z0949512/b150x150.jpg KDD - Kriminaldauerdienst: Am Abgrund

Filmdetails

KDD - Kriminaldauerdienst: Am Abgrund

Pilotfilm zur 2. Staffel der Krimiserie.


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Kritik

Als das ZDF vor gut einem Jahr die Krimiserie "KDD - Kriminaldauerdienst" startete, waren die Reaktionen derart überwältigend, als hätten Sender und Produktionsfirma das Genre völlig neu erfunden. Gemessen an den üblichen Freitagsgemächlichkeiten ("Der Alte") wirkten Handlung und Machart in der Tat revolutionär: Wo sonst kantenlose und moralisch über jeden Zweifel erhabene Kommissare ermittelten, tummelten sich nun verkrachte Existenzen, die zum Teil selbst von dem Sumpf profitieren, den sie doch eigentlich trocken legen sollen. Hinzu kam eine verwirrende dramaturgische Konstruktion, weil auf mehreren Ebenen gleichzeitig erzählt wurde. Gleichzeitig gab es aber auch eine durchgehende Geschichte. Eine höchst unruhige Inszenierung schließlich dürfte beim betagten ZDF-Publikum für Symptome von Seekrankheit gesorgt haben.

Die Quotenentwicklung war eine einzige Talfahrt (von 4,6 auf 2,9 Millionen, "Der letzte Zeuge" hat fast doppelt so viele Zuschauer), aber da es Preise hagelte (unter anderem Deutscher Fernsehpreis, Adolf Grimme Preis), gibt's nun die Fortsetzung. Erneut setzen die Autoren (Lars Kraume, Edward Berger und Orkun Ertener) auf die Mischung aus sinistrem Kapitalverbrechen und ergreifender Menschelei, so dass die Folgen mitunter aussehen, als hätte sich das Ensemble aus dem "Großstadtrevier" an den Schauplatz des Sat.1-Mehrteilers "Blackout" verirrt. Die Fäden aus der ersten Staffel, die mit einem Hinterhalt am Berliner Gendarmenmarkt endete, werden wieder aufgegriffen: Nach wie vor sind ranghöchste Kreise in mafiöse Strukturen verstrickt. Immer wieder hinkt Jürgen Vogel durchs Bild, der als Kronzeuge die Hintermänner auffliegen lassen will, deshalb zum Abschuss freigegeben wird und schließlich in einer quälend realistisch inszenierten Aktion den Gangsterboss (André Hennicke) ertränkt. Allerdings tritt die Geschichte auch etwas auf der Stelle; genau genommen geht alles wieder von vorne los.

Die Mischung allerdings ist ohne Frage reizvoll: hier Korruption, Politik und Mafia, dort alltägliche Geschichten wie die Beschwerde einer Frau, die sich durch einen Kollegen belästigt fühlt, familiäre Dramen wie der Tod einer lebensmüden Mutter, die vor den Augen ihrer Kinder vom Balkon stürzt, oder der tragische Irrtum einer Polizistin, die einen Wodka-Diebstahl für eine Bagatelle hält; bis die Diebe ihren Kollegen erschießen. Die Inszenierungen imponieren erneut durch herausragende Leistungen der überwiegend treffend besetzten Darsteller (hervorzuheben: Götz Schubert und Manfred Zapatka). Die Regisseure (Edward Berger, Andreas Prochaska, Züli Aladag) pflegen nach wie vor diesen entfesselten Stil, der auch dann noch Dynamik suggerieren soll, wenn eigentlich gar nichts passiert. Einfache Gespräche werden durch eine Vielzahl von Schnitten in lauter kleine Partikel zerhackt. Die ständig wechselnden Positionen der zudem permanent schwenkenden und zoomenden Kamera verraten zwar eine immense Hingabe bei der Bildgestaltung (zum Auftakt: Jens Harant), doch zur Wahrheitsfindung trägt der ganze Aufwand nur wenig bei. Deshalb wirkt "KDD" bei allem inhaltlichen Ehrgeiz optisch in erster Linie prätentiös. tpg.

KDD - Kriminaldauerdienst: Am Abgrund

Darsteller:  Götz Schubert   als Helmut Enders
  Manfred Zapatka   als Jan Haroska
  Barnaby Metschurat   als Leo Falckenstein
  Melika Foroutan   als Sylvia Henke
  Saskia Vester   als Kristin Bender
  Billey Demirtas   als Mehmet Kilic
  Jördis Triebel   als Maria Hernandez
  Daniel Zillmann   als Stefan Mahler
  Jürgen Vogel   als Han
  Bernhard Schütz   als Vize-Polizeipräsident Wolfgang Jacobi
  Alma Leiberg   als Karen Mornau
  André Hennicke   als Aoun
  Devid Striesow   als Keitel
  Daniela Holtz   als Karin Hansch
  Muriel Wimmer   als Yasmin Hansch
  Valerie Koch   als Manuela Mahler
  Steffi Kühnert   als Britta Niegisch
  Kathrin Angerer   als Frau Stieglitz
  Rainer Winkelvoss   als Georg Enskat
  Margret Völker   als Claudia Peters
  Peter Kurth   als Dr. Waldhausen
  Doris Abeßer   als Frau Ewald
  Luise Helm   als Sabrina
  Michael Rotschopf   als Karsten Stieglitz
  Christian Redl   als Sallek
 
Regie:  Edward Berger  
Drehbuch:  Edward Berger  
  Oliver Hein  
Produzent:  Kathrin Breininger  
Kamera:  Jens Harant  
  Heinz Wehsling  
Musik:  Christoph M. Kaiser  
  Julian Maas  
Produktionsdesign:  Claus-Rudolf Amler  

Star

Götz Schubert

Der Schauspieler Götz Schubert machte zunächst in verschiedenen Berliner Theaterinszenierungen auf sich aufmerksam. Seit Ende der 80er-Jahre...

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Manfred Zapatka

Smart und hart zugleich. Er ist als Bundeskanzler und Boxtrainer, Heinrich Himmler und heiliger Trinker, Verleger und Vater einer "...

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