Originaltitel: Douches froides
Frankreich 2005
Johan Libéreau
Salomé Stévenin
Florence Thomassin
Regie: Antony Cordier
Im Leben des 17-jährigen Mikael scheint alles in Ordnung zu sein: Er steht kurz vor seiner Maturitätsprüfung, ist ein erfolgreicher Judokämpfer und hat eine hübsche Freundin. Doch es gibt auch eine Kehrseite: Seine Eltern - Vater Taxifahrer, Mutter im Reinigungsdienst - sind chronisch pleite. Die Arbeiterfamilie ist so knapp bei Kasse, dass sie sich nicht mal mehr warmes (Dusch-)Wasser leisten kann.
Seine Armut fällt Mikael erst richtig auf, als er Trainingspartner des reichen Clément wird. Im Gegensatz zu Mikael fallen Clément das Glück und die Frauen in den Schoß. Als Mikaels Freundin Vanessa ihn eines Tages nach dem Training abholen will, arten die Rangeleien auf der Bodenmatte in einen wilden, intensiven Dreier aus.
Es dauert eine Weile, bis Mikael begreift, dass er sich soweit zu unterwerfen bereit ist, dass er sogar auf seine Freundin verzichtet. Weil er sich von ihr betrogen fühlt, zieht er schließlich sogar in Gefühlsangelegenheiten die Askese vor. Hinzu kommt noch die Verletzung eines Teamkameraden, wodurch Mikael durch schweißtreibendes Training sieben Kilo abnehmen muss, um in einer leichteren Gewichtsklasse zu kämpfen. Aber als "Leichtgewicht" ist Mikael den Herausforderungen im Kampf, im Leben und der Liebe nicht mehr gewachsen.
Anders als in vielen französischen Erstlingsfilmen, die sich durch wortreiche Auseinandersetzungen auszeichnen, wird in "Kalte Duschen" immer wieder und vor allem in den konfliktreichsten Momenten geschwiegen. Das wirkt authentisch, denn wenn Erwachsene in Liebesdingen schon ihre Artikulationsschwierigkeiten haben, dann haben die Jugendlichen diese erst recht.
Der Titel "Kalte Duschen" ist nicht nur im übertragenen Sinne zu sehen. Das Element Wasser in all seinen Aggregatszuständen spielt eine bedeutende Rolle, sei es bei den erotischen Spielereien auf der Eisbahn, im Schwimmbad oder in der Badewanne. Gekonnt umgeht Cordier die filmischen Klischees, die der Stoff anbieten würde. Seine Wirkung erzielt der Film aber auch durch die großartige Leistung seiner jugendlichen Hauptdarsteller.
Nach mehreren erfolgreichen Kurzfilmen, wie "Beau comme un camion", 2000 und "La vie commune" 2000 ist "Kalte Duschen" der erste Spielfilm des Franzosen Antony Cordier. Er lief 2005 auf dem Filmfestival in Cannes.
Quelle: ARTE, www.arte.tv
| Darsteller: | Johan Libéreau | als Mickael | |
|---|---|---|---|
| Salomé Stévenin | als Vanessa | ||
| Florence Thomassin | als Annie | ||
| Jean-Philippe Ecoffey | als Gérard | ||
| Claire Nebout | als Mathilde Steiner | ||
| Aurélien Recoing | als Louis Steiner | ||
| Pierre Perrier | als Clément | ||
| Camille Japy | als Isabelle | ||
| Denis Falgoux | als Philippe | ||
| Magali Woch | als Natacha | ||
| Dominique Cabrera | als Krankenschwester | ||
| Sarah Pratt | als Abitur-Prüferin | ||
| Regie: | Antony Cordier | ||
| Drehbuch: | Antony Cordier | ||
| Produzent: | Pascal Caucheteux | ||
| Sebastien Lemercier | |||
| Kamera: | Nicolas Gaurin | ||
| Schnitt: | Emmanuelle Castro | ||
| Musik: | Nicolas Lemercier | ||
| Produktionsdesign: | François Girard | ||
| Kostüme: | Sophie Goudard | ||
| Ton: | Pierre Tucat | ||
| Nicholas Moreau | |||
| Nicolas Naegelen | |||
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