Einfühlsame Schilderung der Konflikte zwischen Tradition und Moderne in einem orthodoxen Stadtviertel Jerusalems. http://images.kino.de/flbilder/max01/bf01/bf25/b0125028/b150x150.jpg Kadosh

Filmdetails

Kadosh

Einfühlsame Schilderung der Konflikte zwischen Tradition und Moderne in einem orthodoxen Stadtviertel Jerusalems.


Kadosh
Start: 19.07.2001

Drama

Israel/Frankreich 1999
Laufzeit: 116 Min.
FSK: ab 12 Jahre

Yaël Abecassis
Yoram Hatav
Meital Barda

Regie: Amos Gitai
Verleih: Pegasos

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Inhalt

Meir und Rivka sind seit zehn Jahren glücklich verheiratet, haben bislang jedoch keine Kinder. Eine Tatsache, die Anstoß in Mea Shearim, einem ultra-orthodoxen Viertel Jerusalems, erregt. Sein Rabbi zwingt Meir deshalb, eine andere Frau zu heiraten. Rivkas Schwester darf wiederum nicht den Mann ehelichen, den sie liebt. Doch im Gegensatz zu Rivka rebelliert sie.


Kritik

Kadosh

Mit seinem sensiblen Porträt zweier Frauen in einem orthodoxen Jerusalemer Stadteil konnte Regisseur Amos Gitai 1999 erstmals seit 25 Jahren für Israel am Wettbewerb in Cannes teilnehmen. "Kadosh" verkaufte sich in über 20 Länder und erreichte allein in Frankreich fast 300.000 Zuschauer. In Deutschland dürfte es das eindeutig für ein Arthouse- Publikum geeignete Werk mitten im Sommer sehr viel schwerer haben.

"Kadosh" heißt auf Deutsch heilig, und zu Beginn führt Amos Gitai in das Schlafzimmer von Meir und Rivka, die seit zehn Jahren miteinander verheiratet sind. Minutenlang verweilt die Kamera bei Meir, der sich für das Morgengebet fertig macht und seinem Gott jeden Morgen dafür dankt, nicht als Frau geboren worden zu sein. Meir wird vom Rabbi dazu gedrängt, seine Frau Rivka zu verlassen, weil sie ihm noch immer keinen Sohn geboren hat. Doch Meir liebt seine Frau über alles.

Amos Gitai konzentriert sich auf diesen menschlichen Konflikt, zeigt ausführlich den Alltag der Orthodoxen ohne Radio, Fernsehen, Autos und andere weltliche Vergnügungsmittel. So spielt "Kadosh" hauptsächlich in Innenräumen einer abgeschotteten Welt, die sich in einer schier unerträglichen Arroganz für die einzig wahre Welt hält. Dass es "draußen" noch ein ganz anderes Leben gibt, weiß Rivkas jüngere Schwester Malka, die mit dem ungeliebten Youssef zwangsverheiratet wird, einem treuen Mitglied der gläubigen Gemeinde. Malka liebt eigentlich Yaakov, der schon seit Jahren das orthodoxe Viertel Mea Shearim in Jerusalem verlassen hat. Während Malka aus ihrem vorbestimmten Dasein ausbricht und sich heimlich mit Yaakov trifft, fällt ihre verstoßene Schwester Rivka in eine Lethargie, aus die sie nur ein überraschender Liebestod befreit.

"Kadosh" ist eine ruhige, erstaunlich verständnisvolle Anklage gegen den Stillstand in der israelischen Gesellschaft, und den immer wichtiger werdenden Einfluss der Orthodoxen auf die Tagespolitik. Entstanden in der Ära Netanjahu bezieht Amos Gitai eindeutig Partei, verzichtet jedoch auf jegliche Form der Polemik. Ein wichtiger und kluger Film dem man wünscht, dass er mitten im Sommer nicht völlig untergeht. jt.

Kadosh

Darsteller:  Yaël Abecassis   als Rivka
  Yoram Hatav   als Meir
  Meital Barda   als Malka
  Uri Ran Klauzner   als Yossef
  Yussef Abu Warda   als Rav Shimon
  Sami Hori   als Yaakov
  Lea Koenig   als Elischewa
  Rivka Michaeli   als Gynäkologin
 
Regie:  Amos Gitai  
Drehbuch:  Amos Gitai  
  Eliette Abecassis  
  Jacky Cukier  
Produzent:  Michel Propper  
  Laurent Thiry  
  Amos Gitai  
Ausf. Produzent:  Shuki Friedman  
Kamera:  Renato Berta  
Schnitt:  Monica Coleman  
  Kobi Netanel  
Musik:  Philippe Eidel  
Produktionsdesign:  Miguel Markin  
Kostüme:  Laura Dinulesco  
Ton:  Michel Kharat  
  Cyril Holtz  

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