Joschka - eine Karriere
Der lange Marsch
An ihm scheiden sich noch immer in Deutschland die Geister: Josef Martin Fischer, genannt Joschka, Jahrgang 1948, das politische Wunderkind der deutschen Nachkriegsrepublik. Vom Straßenkämpfer zum beliebtesten Politiker der rot-grünen Koalition: Keiner hat eine solche Karriere gemacht wie der Metzger-Sohn aus einer schwäbischen Kleinstadt. Keiner unter den deutschen Politikern erfand sich im Laufe seines Lebens so oft neu, und keinem gelang so erfolgreich der von den 68ern propagierte "Marsch durch die Institutionen".
40 Jahre ist es jetzt her, dass die Studentenunruhen die Bürger der alten Bundesrepublik aus ihrer Osterruhe schreckten. Hubert Seipel lässt noch einmal den Zeitgeist Ende der sechziger Jahre lebendig werden, jener Jahre, in denen der Twen Josef Martin Fischer Anschluss an die Studentenbewegung sucht.
"Joschka, der noch nicht einmal das Abitur hatte, wollte unbedingt so werden wie die", beschreibt sein späterer Freund und Mentor, der ehemalige Studentenführer Daniel Cohn-Bendit, die frühen Tage des Joschka Fischer in der Frankfurter Studentenszene. Und dies, so zeigt sich, gelingt ihm mit unbedingtem Willen, einer ungeheuren Zähigkeit und einem Schuss Aggressivität.
Jahrelang plant er den Umsturz der Republik, prügelt sich mit Polizisten und ruft die Revolution aus. Als er mit seiner Gewaltstrategie scheitert, tritt der abgebrochene Oberschüler in die gerade gegründete grüne Partei ein und macht sie zur Startrampe für seinen politischen Aufstieg.
"Joschka war ohne die Grünen nichts und die Grünen waren ohne Joschka nichts", kommentiert der Weggefährte und einstige Bundesinnenminister Otto Schily die Hassliebe zwischen der grünen Bewegung und ihrem späteren Paten.
Auch andere prominente Weggefährten - Freunde und Gegner - kommen mit teilweise sehr persönlichen Erinnerungen an Joschka Fischer und diese aufregende Phase der deutschen Nachkriegsgeschichte zu Wort. Sie erinnern sich an die Zeit der Studentenbewegung, aber auch an die Jahre, als sich aus dem idealistischen Häufchen ökologischer Weltverbesserer eine Bewegung formt, die als Grüne Partei zur vierten Kraft im bundesdeutschen Parteiensystem aufsteigt und mit ihr Joschka Fischer.
Quelle: ZDF, www.zdf.de
| Regie: | Hubert Seipel | ||
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| Drehbuch: | Hubert Seipel | ||
| Produzent: | Ulrich Lenze | ||
| Koproduzent: | Stephan Lamby | ||
| Kamera: | Pavel Schnabel | ||
| Michael Jakobi | |||
| Schnitt: | Marcel Martens | ||
| Ton: | Britta Kastern | ||
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