Denzel Washington
Robert Duvall
James Woods
Regie: Nick Cassavetes
Verleih: Warner
Die Krankenkasse des Fabrikarbeiters John Q. Archibald (Denzel Washington) weigert sich, die hohen Kosten der für seinen Sohn lebenswichtigen Herzoperation zu decken, die die Krankenhausleiterin (Anne Heche) und der Kardiologe (James Woods) nur gegen Vorauskasse durchführen wollen. Nachdem alle Versuche scheitern, die nötigen 250.000 Dollar auf legale Weise aufzubringen, nimmt John in seiner Verzweiflung in der Notaufnahme der Klinik Geiseln. Er will erzwingen, dass Mitch an die oberste Stelle der Organempfängerliste gesetzt wird.
Regisseur Nick Cassavetes ("Alles aus Liebe") nimmt sich in seinem packenden, geradlinigen Drama Anleihen bei Lumets "Hundstage". Denzel Washington überzeugt erneut in der Rollen des sympathischen Jedermanns, der zu extremen Maßnahmen gezwungen wird.
Oscar-Preisträger und Ausnahmeschauspieler Denzel Washington glänzt in dem emotionsreichen Geiseldrama als verzweifelter Vater, der die lebensnotwendige Herzoperation für seinen kleinen Sohn mit extremen Mitteln zu erzwingen sucht.
Mit seinem teuflisch guten Porträt eines korrupten Undercoveragenten in dem brutalen Copthriller "Training Day" erspielte sich Denzel Washington gerade seinen ersten Oscar als bester Hauptdarsteller. Statt eines "bad guy" übernimmt er in dem bewegendem Familiendrama "John Q." nun wieder seinen patentierten Rollentypus des sympathischen Jedermann und wartet mit einer weiteren schauspielerischen Glanzleistung auf.
Er verkörpert die verzweifelte Titelfigur John Q. Archibald, ein unterversicherter Fabrikarbeiter, der zunächst alles Menschenerdenkliche versucht, um die nötigen 250.000 Dollar für die Herzoperation seines zehnjährigen Sohnes Mitch auf legale Weise aufzubringen.
Dagegen arbeitet ein herzloses Klinik-Establishment: Anne Heche als knallhart profitorientierte Krankenhausleiterin und James Woods als kotzbrockiger Kardiologe sind nur gegen Vorauskasse zu helfen bereit.
Das letzte Mittel
Völlig in die Enge getrieben brennt mangels ausreichender Krankenversicherung Johns letzte Sicherung durch, und er nimmt alle Anwesenden in der Notaufnahme als Geiseln. So will er erzwingen, dass Mitch an die oberste Stelle der Organempfängerliste gesetzt wird.
Ein spannender Countdown auf Leben und Tod nimmt seinen Lauf...
Schrei nach Gerechtigkeit
Beste Erinnerungen an den Genreklassiker "Hundstage" mit Al Pacino werden wach, wenn etwa das freundschaftliche Verhältnis zwischen Geiselnehmer und Opfern geschildert wird, der Menschen- und Medienrummel oder der verständnisvolle Detective, hier gespielt von Robert Duvall.
Das Sozialdrama fährt schwere Geschütze gegen das Gesundheitssystem auf und traf im Krankenversicherungs-reformbedürftigen Amerika einen blanken Nerv: Dort haben viele nach wie vor nur unzureichende oder gar keine Versicherung, weil die Beiträge kaum zu bezahlen sind.
Herzensangelegenheit
Für Regisseur Nick Cassavetes ("Alles aus Liebe") handelt es sich bei dem auch hierzulande brennenden Thema zudem um eine sehr persönliche Angelegenheit, da seine eigene Tochter unter einer schweren Herzkrankheit leidet.
Seine geradlinige Inszenierung heftet sich ihr blutendes Herz für den kleinen Mann plakativ ans dramatische Revers und lässt die Darsteller in bewegenden Szenen die anzuprangernde Ungerechtigkeit des Systems diskutieren.
Einfach mitreißend
So engagiert wie sich die Story des Dramas präsentiert, so leidenschaftlich agieren auch die Darsteller, allen voran der einmal mehr grandiose Denzel Washington, der in Woods und Heche starke Gegenparts findet.
Eine sympathische, systemkritische "David gegen Goliath"-Geschichte, die mitten ins Herz trifft.
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