Originaltitel: John Carter
USA 2012
Taylor Kitsch
Lynn Collins
Samantha Morton
Regie: Andrew Stanton
Verleih: Walt Disney
Wie John Carter 1871 von einer Höhle in Arizona auf den Mars gelangen konnte, weiß der Ex-Soldat nicht. Der Mann von der Erde, der durch Schwerkraftveränderung auf dem Wüstenplaneten besondere Kräfte erlangt, könnte für die verfeindeten Mars-Völker ein wichtiger Krieger werden, die Herrschaft von Helium oder Zodanga sichern, den primitiven, aggressiven Kreaturen vom Volk der Tharks wieder zu alter Bedeutung verhelfen. Doch Carter engagiert sich nicht, bis Heliums schöne Prinzessin Dejah Thoris und die Liebe ihn umstimmen.

In seinem Realfilmdebüt inszeniert Pixar-Profi Andrew Stanton ein aufwendiges und actionintensives Fantasyspektakel im Monumentalformat.
Stanton ist zweifacher Oscarpreisträger ("Findet Nemo", "Wall-E - Der Letzte räumt die Erde auf"), arbeitete als einer der zentralen Kreativköpfe von Pixar an vielen erfolgreichen Animationshits der letzten Dekade mit. Wie schon Pixar-Kollege Brad Birds "Mission: Impossible - Phantom Protokoll" ist auch sein erster Live-Action-Film kein Projekt zum behutsamen Herantasten, sondern eine gewaltige Herausforderung, mit der zudem ein lukratives Franchise lanciert werden soll. Nach vielen, nicht zuletzt an Budgetdiskussionen gescheiterten Versuchen von Regisseuren wie Robert Rodriguez oder Jon Favreau stemmt Stanton diese erste Verfilmung von Edgar Rice Burroughs' Pulp-Roman "Die Prinzessin vom Mars" als einen der teuersten Filme der letzten Jahre, dem man das investierte Vermögen allerdings auch ansieht.
Diese Ouvertüre für eine geplante Trilogie teleportiert die Titelfigur, einen traumatisierten Bürgerkriegsveteranen 1871 auf wundersame Weise auf den Mars. Dort erwartet ihn eine Welt mit der Aura von "Flash Gordon" und einer reduzierten Schwerkraft, die ihm besondere Kräfte verleiht. Eine Welt, die durch den langjährigen Krieg zweier humanoider Völker am Abgrund steht, manipuliert von unsterblichen Wesen, die den Mann von der Erde als Systemstörung betrachten. Carter (Taylor Kitsch) ist ein widerwilliger Held, will sich weder für die schöne Prinzessin von Helium (Lynn Collins) im Kampf gegen die Erzfeinde aus Zodanga noch für die knapp drei Meter großen aggressiven Kreaturen vom Volk der Tharks engagieren, die ihr Leben, wie das antike Sparta, Kampf und Krieg gewidmet haben. Freundschaft und Liebe werden Carter noch umstimmen in einer aus heutiger Sicht etwas kindlich-naiv wirkenden Geschichte, die aber 1912, zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung, das Tor in eine neue, fantastische Welt öffnete und Filmemacher wie George Lucas und James Cameron inspirierte.
Nachdem aus dieser Urzelle bereits viele Keime trieben, und diese Ableger beim heutigen Publikum als Originale gelten, hat Stantons Film ein kleines Identitätsproblem, sind echte Überraschungen selten und Wiedererkennung in dramaturgischen Bauplänen und Figuren unvermeidbar. Doch die visuelle Wucht von Design und Schauplätzen, von Action- und Effektszenen, bei denen vor allem die durch Performance-Capture realisierten Tharks überzeugen, halten den Verblüffungs- und Unterhaltungsfaktor dieses Fantasyspektakels auch ohne den Bonus von Real 3D hoch genug, um Teile der Fangemeinde von "Avatar - Aufbruch nach Pandora" auch in diese dreidimensionale Welt locken zu können. kob.
| Darsteller: | Taylor Kitsch | als John Carter | |
|---|---|---|---|
| Lynn Collins | als Dejah Thoris | ||
| Samantha Morton | als Sola | ||
| Willem Dafoe | als Tars Tarkas | ||
| Dominic West | als Sab Than | ||
| Mark Strong | als Matai Shang | ||
| Thomas Haden Church | als Tal Hajus | ||
| Ciarán Hinds | als Tardos Mors | ||
| James Purefoy | als Kantos Khan | ||
| Daryl Sabara | als Edgar Rice Burroughs | ||
| Polly Walker | als Sarkoja | ||
| Bryan Cranston | als Powell | ||
| Regie: | Andrew Stanton | ||
| Drehbuch: | Andrew Stanton | ||
| Mark Andrews | |||
| Michael Chabon | |||
| Produzent: | Jim Morris | ||
| Colin Wilson | |||
| Lindsey Collins | |||
| Buchvorlage: | Edgar Rice Burroughs | ||
| Kamera: | Daniel Mindel | ||
| Schnitt: | Eric Zumbrunnen | ||
| Musik: | Michael Giacchino | ||
| Produktionsdesign: | Nathan Crowley | ||
| Kostüme: | Mayes C. Rubeo | ||
| Casting: | Marcia Ross | ||
Pixar-Ikone Andrew Stanton legt nach "Findet Nemo" und "Wall-E" mit "John Carter - Zwischen zwei Welten" seinen ersten Liveaction-Film vor. Er spricht über die Unterschiede, die Herausforderungen und den Erfolgsdruck.
Beim SciFi-Fantasy-Epos "John Carter" war alles riesig - auch der Druck auf "Findet Nemo"-Regisseur Andrew Stanton... (Foto: Walt Disney)
Wie war die Erfahrung, erstmals Liveaction zu machen?
ANDREW STANTON: Die Arbeit an "John Carter - Zwischen zwei Welten" war ziemlich aufregend. Der größte Unterschied zwischen Animation und Liveaction war für mich die körperliche Ausdauer, die erforderlich ist. Viele Leute nehmen an, dass es die vielen Leute am Set sind. Darauf antworte ich, dass ich für meine Filme ja auch vorher nicht mit Computern, sondern mit über 200 Leuten geredet habe. Man führt die gleichen Gespräche, nur nicht alle zur gleichen Zeit, sondern über Stunden, Tage, manchmal Monate verteilt. An einem Liveaction-Set passiert alles auf einmal und es herrscht eine definitive Elektrizität und Unmittelbarkeit.
Wie gestaltete sich der Prozess, das Projekt vom Studio genehmigt zu bekommen?
Sie waren zwar sofort von der Idee begeistert, aber ich erhielt deswegen nicht sofort ein grünes Licht. Das ist intern bei Pixar nicht anders. Ich bin es gewohnt, ein oder zwei Jahre in Vorbereitung zu verbringen. Es geht in erster Linie darum, das Projekt auf den Prüfstand zu stellen und sicherzugehen, dass es würdig ist, als Film realisiert zu werden.
Gab es Bedenken vom Studio hinsichtlich der relativ unbekannten Besetzung?
Nein, das ist ein Klischee, das ich sogar erwartet hatte. Ich hatte fälschlicherweise angenommen, dass sie uns die Angelina Jolies und Brad Pitts dieser Welt aufdrängen würden. Ich war stets darauf gefasst, doch es ist nie passiert. Ich wollte Protagonisten, die noch nicht mit anderen Projekten assoziiert werden. Ich liebe die Idee, Darsteller zu sehen, die ich noch nicht genau kenne.
Sie müssen einem großen Erfolgsdruck ausgesetzt sein.
Inzwischen fühle ich mich wieder etwas relaxt. Aber ja, es ist eine riesige Belastung, und das war schon immer so. Ich habe von Anfang an an Filmen im Blockbuster-Format gearbeitet, die ein Hit werden mussten. Ich bin diesen Druck gewohnt und kenne es gar nicht anders.
Dies ist das höchste Budget, das Ihnen bislang zur Verfügung stand.
Ja, aber das Budget war mir nie wichtig. Ich frage nie nach, was etwas kostet - das ist Sache der Produzenten. Mir wird entweder gesagt, ich kann etwas machen oder nicht. Dann argumentiere ich und bitte, dass die Gelder anders verteilt werden. Es hilft mir nicht, über die Kosten Bescheid zu wissen. Mein Job ist es, dass die Leute sehen wollen, was auf der Leinwand ist. Erst ganz am Schluss erfahre ich, wie viel ausgegeben worden ist. Ich finde es faszinierend, dass dies eine so interessante Frage für Leute ist. Mir ist es völlig egal, was ein Film gekostet hat, den ich mir ansehe. Außer wenn ich voller Schadenfreude wäre und jemanden scheitern sehe möchte. Es interessiert mich nicht, ob die Filme, die bei mir im Regal stehen, allesamt Flops sind. Mir geht es nur darum, ob die Leute meine Filme auch noch in zehn Jahren sehen wollen.
Kanadischer Schauspieler. Die Karriere des athletischen und sportlichen Taylor Kitsch führte vom Eishockeyspiel über die Arbeit als Model zur...
Film der Woche: Der Kult geht weiter, die Alien-Jäger blitzdingsen wieder! Will Smith reist in die Sixties, um den jungen Agent Kay (Josh Brolin) zu retten.
Preview der Woche: Schöne Komödie mit "Hannah Montana" Miley Cyrus, die sich in ihren besten Freund verliebt.