Originaltitel: Joe Dirt
USA 2001
David Spade
Dennis Miller
Brittany Daniel
Regie: Dennie Gordon
Verleih: Columbia Tristar
Im Wohnwagen geboren, im Grand Canyon von den Eltern ausgesetzt, im Leben gedemütigt: die Welt lacht über den White-Trash-Verlierer Joe Dreck, bis er im Radio zu erzählen beginnt von seiner Suche nach Familie und der unerfüllten Liebe zu Traumgirl Brandy. Plötzlich wird der liebenswerte Loser zum Medienstar, für den die Sonne Kaliforniens zu lachen beginnt.

Als "ultimative White Trash Komödie" beschreibt der deutsche Verleih die Qualitäten des Kinodebüts von TV-Regisseurin Dennie Gordon und fand damit eine Zuordnung, der man schwer widersprechen kann. Die Abenteuer eines gutherzigen Einfaltspinsels, der sein kulturelles Wohnwagenerbe in Gesicht, Kleidung und Verhaltensweisen zur Schau stellt, ist Slapstick-sattes, zwischen zotigem Klamauk und witzigen Gags angesiedeltes Entertainment, das, wie die Filme Adam Sandlers zeigen, im Kino um Resonanz nicht fürchten muss.
"Joe Dreck" macht sich lustig über den White Trash Kosmos, umarmt aber seinen liebenswerten Repräsentanten, der mit Zottel-Frisur, Koteletten, Latzhose und Linda-Lovelace-T-Shirt in den Achtzigern bei Def Leppard durchaus Roadie-tauglich gewesen wäre, im neuen Jahrtausend aber als Witzfigur verspottet wird. Komiker David Spade, "Saturday Night Live"-Veteran und Kino-Sparringspartner des verstorbenen Klamaukschwergewichts Chris Farley, vermittelt überzeugend die Süße der Einfalt und die Nehmerqualitäten Joe Drecks, der ganz Kalifornien erheitert und schließlich zu Tränen rührt, als er in der Radio Show Zander Kellys (Gift am Gaumen: Dennis Miller) aus seinem Leben erzählt. Während im nostalgisch-mitreißenden Soundtrack Perlen des Westcoast- und Country-Rocks (The James Gang, Doobie Brothers, Lynyrd Skynyrd oder Three Dog Night) die Siebzigerjahre zelebrieren, verliert der achtjährige Joe seine Eltern, als die ihn am Grand Canyon "vergessen", vertreibt sich seine Waisenjahre mit pyromanischen Experimenten an Kühen und lernt schließlich zumindest dem Alter nach erwachsen mit Brandy ("Dawson's Creek"-Verführein Brittany Daniel) das schönste Girl der Welt kennen, bevor er sich auf die Suche nach seiner Familie macht. Der Humor dieser Komödie ist in konsequenter Loyalität zu ihren Wurzeln eher deftig, findet aber im White-Trash ein dankbares Milieu, das von Äußerlichkeiten bis hin zu Paarungsgewohnheiten (Inzest) nichts auslässt. Mit Musiker Kid Rock, der hier sein Filmdebüt feiert, hat "Joe Dreck" darüber hinaus einen Köder für die Kids, mit Gaststar Christopher Walken seinen größten, Qualität versprechenden Namen und mit Brittany Daniel, Jaime Pressly und anderen Dreamgirls die vielleicht größte feminine Beauty-Dichte des Kinojahres. Das dürfte nicht ohne Folgen bleiben. kob.
| Darsteller: | David Spade | als Joe Dirt | |
|---|---|---|---|
| Dennis Miller | als Zander Kelly | ||
| Brittany Daniel | als Brandy | ||
| Kid Rock | als Robby | ||
| Adam Beach | als Kicking Wing | ||
| Erik Per Sullivan | als Joe Dirt, jung | ||
| Jaime Pressly | als Jill | ||
| Christopher Walken | als Clem | ||
| Megan Taylor Harvey | als Joes Schwester | ||
| Caroline Aaron | als Joes Mutter | ||
| Fred Ward | als Joes Vater | ||
| Joe Don Baker | |||
| Gary Busey | |||
| Blake Clark | |||
| Regie: | Dennie Gordon | ||
| Drehbuch: | David Spade | ||
| Fred Wolf | |||
| Produzent: | Robert Simonds | ||
| Koproduzent: | Ira Shuman | ||
| Ausf. Produzent: | Adam Sandler | ||
| Jack Giarraputo | |||
| Kamera: | John R. Leonetti | ||
| Schnitt: | Peck Prior | ||
| Musik: | Waddy Wachtel | ||
| Produktionsdesign: | Perry Andelin Blake | ||
| Alan Au | |||
| Kostüme: | Alexandra Welker | ||
| Ton: | David Kelson | ||
| Richard Lightstone | |||
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