Nicolette Krebitz
Oskar Melzer
Marc Hosemann
Regie: Nicolette Krebitz
Verleih: X Verleih
Die beiden Kumpels Oskar (Oskar Melzer) und Marc (Marc Hosemann) befinden sich auf der Suche. Oskar nach einer (seiner) perfekten Frau, Marc bloß nach einer Schlafgelegenheit. Es ist Sommer in Berlin, und die Mädchen sehen ziemlich sexy aus. Oskar probiert's mal mit dieser, mal mit jener, doch immer, wenn er sein ideales Superweib gefunden zu haben glaubt, entpuppt sich das Gegenüber als Individuum mit höchst eigenen Vorstellungen und Neigungen. Es ist wie mit Jeans: Die passenden tragen immer die anderen.
Episodisches Flirten, Lieben und Verlieren, ohne allzu viel Tiefgang, aber mit umso mehr Gespür für den Moment, episodisch angerichtet von Regiedebütantin Nicolette Krebitz ("Bandits").

Nach knapp zehn Jahren als Schauspielerin ("Bandits", "Long Hello and Short Goodbye") versucht sich Nicolette Krebitz erstmals als Regisseurin. Dabei experimentiert die 31-Jährige in "Jeans" mit unkonventionellen Erzählstrukturen und liefert in Collageform unter Mithilfe von namhaften Schauspielerkollegen, darunter Jana Pallaske, Marc Hosemann und Mavie Hörbiger, eine Situationsbeschreibung der Berliner Jugend ab. Wegen des experimentellen Charakters werden sich für diesen Erstling wohl nur hartgesottene Fans des jungen deutschen Films begeistern können.
"Lustig, traurig, ehrlich, schön" - mit diesen Adjektiven wird auf dem Deckblatt des Pressehefts für "Jeans" geworben. Die Worte stammen von Tom Tykwer, seines Zeichens Mitbegründer von X Filme, dessen Tochterunternehmen X Verleih das Werk in die Kinos bringt. Ein bisschen plakative Werbung in eigener Sache mag ja gestattet sein - doch zwei mittellose junge Männer (Hosemann und Melzer) dabei zu beobachten, wie sie sich bei der erstaunlich willenlosen Damenwelt durchschnorren, ist doch nur bedingt nett und lustig. Die berühmte titelgebende Hose, deren Zweck sich im Film eigentlich nicht erschließt und die allenfalls ab und zu aus- und wieder angezogen wird, spielt heute keine ähnlich wichtige Rolle mehr wie etwa in den späten sechziger und frühen siebziger Jahren. Aber vielleicht wollte Krebitz, die inzwischen mit dem Kurzfilm "Mon chérie" - im Rahmen von "99euro-films" - ihre zweite Regiearbeit abgeliefert hat, ausdrücken, dass die Berliner Jugend heute wie gestern an Orientierungs-, Plan- und Lustlosigkeit leidet, sprich, dass wir es nach wie vor mit einer Jacke-wie-Hose-, sprich Null-Bock-Generation zu tun haben. Unterstrichen werden diese trüben Aussichten vom monoton wabernden Soundtrack, der vom Terranova-Klangkünstler Fetisch stammt, der schon die Musik zu "Fandango" und "Long Hello and Short Goodbye" lieferte. Mehr noch lässt sich gegen "Jeans" allerdings die Tatsache ins Feld führen, dass die Macher im Abspann nicht einmal in der Lage sind, die korrekte Schreibweise ihrer Kollegen wiederzugeben. Da wird beispielsweise aus Marc Hosemann ein Mark Hosemann und aus Benno Fürmann ein gewisser Benno Führmann. Vielleicht alles nur kleine Fehlgriffe, in der Summe jedoch bezeichnend für ein Projekt, das sich durch ein Höchstmaß an Unausgegorenheit auszeichnet.
Mit bemerkenswerten Werken wie "Black Box BRD", "Herz" und - gerade höchst erfolgreich in den Kinos - "Solino" hat X Verleih eindrucksvoll bewiesen, dass er auch ein Händchen für deutsche Filme jenseits von Tykwer, Becker und Levy besitzt. "Jeans" fällt in dieser Hinsicht aus dem Rahmen. Aber Ausnahmen bestätigen bekanntlich die Regel. lasso.
| Darsteller: | Nicolette Krebitz | als Coco | |
|---|---|---|---|
| Oskar Melzer | als Oschi | ||
| Marc Hosemann | als Marc (Dogge) | ||
| Angie Ojciec | als Angie | ||
| Jana Pallaske | als Nina | ||
| Mavie Hörbiger | als Mavie | ||
| Katja Weilandt | als Katja | ||
| Benno Fürmann | |||
| Jasmin Tabatabai | |||
| Sona Cervena | |||
| Maren Marley | |||
| Tatjana Borizki | |||
| Mira Voss | |||
| Rainald Goetz | |||
| Regie: | Nicolette Krebitz | ||
| Produzent: | Nicolette Krebitz | ||
| Kamera: | Bella Halben | ||
| Schnitt: | Sara Schilde | ||
| Musik: | Edition Terranova | ||
| Ton: | Prof. Martin Steyer | ||
Wer in Bayern lebt, der kennt Hof in erster Linie aus dem Wetterbericht. Aus unerfindlichen Gründen ist's dort immer zwei bis drei Grad kälter als im restlichen Bundesland - was Hof nicht gerade zum bevorzugten Reiseziel macht. Ende Oktober wendet sich das Blatt seit nunmehr 41 Jahren. Die Hofer Filmtage lassen Minusgrade und Nieselregen zur Randerscheinung werden.
Kommt nach Hof: Dem in Hongkong geborenen und in den USA lebenden Regisseur Wayne Wang ist die diesjährige Retrospektive gewidmet. (Foto: Hofer Filmtage)
Dem anhaltenden Erfolg der Hofer Filmtage wird in diesem Jahr durch einen zusätzlichen Tag Rechnung getragen: Ab Dienstag den 23. Oktober läuft eine Auswahl von 69 Lang- und 30 Kurzfilmen, nationale wie internationale Produktionen, die zum Ende des Jahres einen umfangreichen Ausblick auf das Filmschaffen werfen.
Eröffnet werden die diesjährigen Filmtage mit dem neuen Film "Mondkalb" von Sylke Enders, die bereits mit ihrem Erstling "Kroko" 2003 in Hof einen Überraschungserfolg landete. Sie erzählt von Alex (Juliane Köhler), die nach ihrem Gefängnisaufenthalt in eine Kleinstadt flüchtet, auf der Suche nach einem Neuanfang.
Martin Theo Krieger zeigt "Beautiful Bitch", eine Geschichte über eine Kleinkriminelle aus Bukarest, die im Spannungsfeld zwischen Freiheit, Wohlstand im Westen und polizeilicher Verfolgung ein gefährliches Dasein fristet.
Dominik Graf begibt sich mit seiner Verfilmung von "Das Gelübde" auf eine Reise ins 19. Jahrhundert: Der Künstler und Lebemann Clemens von Brentano (Misel Maticevic) reist nach einer Lebenskrise an das Krankenlager der Nonne Anna Katharina Emmerich (Tanja Schleiff), an deren Körper sich die Wundmale Christi zeigen. Volker Einrauch kommt mit seinem Drama "Der andere Junge" mit Peter Lohmeyer in einer Hauptrolle, Andreas Kleinert mit "Freischwimmer", in dem August Diehl und Fritzi Haberlandt spielen.
Rosa von Praunheim ist gleich mit zwei Filmen vertreten: Er tritt mit "Meine Mütter - Spurensuche in Riga" die Suche nach seiner Herkunft an und begleitet mit "Mit Olga auf der Wolga" eine Flussfahrt von Moskau nach St. Petersburg. Ihre ersten Spielfilme präsentieren Hagen Keller mit "Meer is nich", ein Jugenddrama, und Heiko Aufdermauer mit "Zeit der Fische", eine zarte Liebegeschichte. Auch Maria Schrader zeigt ihre erste Regiearbeit "Liebesleben": Für Jara, eine Frau, die alles hat und glücklich ist, wird die Begegnung mit dem älteren Arie schicksalhafte Folgen haben.
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Der Theater-, Film- und Fernsehschauspieler Marc Hosemann wurde in Filmen wie "Liebe deine Nächste" (1998) von Detlev Buck, "Long Hello and...
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