Jim Caldwells Exfrau ist gestorben. Wegen eines Briten hat sie den eingefleischten Südstaatler und die gemeinsamen Kinder vor Jahren verlassen. Nun soll sie, ihrem letzten Wunsch gemäß, in der alten Heimat Alabama bestattet werden. Dazu reist der Witwer mit den zwei Kindern an - für Jim eine riesige Herausforderung. Er hat schließlich schon mit seinen beiden Söhnen genug zu tun: Der eine beschäftigt sich nach einer Vietnamverwundung nur noch mit seiner Autosammlung, der andere protestiert, meist unter Drogen, gegen den Krieg in Fernost.

Vom Clash der Kulturen und Weltvorstellungen erzählt Oscar-Preisträger Billy Bob Thornton ("Sling Blade") in seiner vierten Regiearbeit und lässt unterschiedliche Männer verschiedener Generationen mit Wucht aufeinanderprallen. 1969, zum Höhepunkt des Vietnam-Protests, spielt die vom Russe Alexander Rodnyansky ("An einem Samstag") produzierte Arbeit, zu der Thornton auch das Drehbuch schrieb. In der Rolle des Rednecks Caldwell glänzt Robert Duvall, zur Vorzeigebesetzung gehören neben dem Regisseur auch John Hurt, Kevin Bacon und Robert Patrick.
| Darsteller: | Ray Stevenson | als Phillip Bedford | |
|---|---|---|---|
| Kevin Bacon | als Carroll Caldwell | ||
| John Hurt | als Kingsley Bedford | ||
| Robert Duvall | als Jim Caldwell | ||
| Billy Bob Thornton | als Skip Caldwell | ||
| Shawnee Smith | als Vicky Caldwell | ||
| Robert Patrick | als Jimbo Caldwell | ||
| Frances O'Connor | als Camilla Bedford | ||
| Regie: | Billy Bob Thornton | ||
| Drehbuch: | Billy Bob Thornton | ||
| Tom Epperson | |||
| Produzent: | Geyer Kosinski | ||
| Alexander Rodnyansky | |||
| Ausf. Produzent: | Sergei Bespalov | ||
| James D. Brubaker | |||
| Mark C. Manuel | |||
| Kamera: | Barry Markowitz | ||
| Schnitt: | Lauren Zuckerman | ||
| Produktionsdesign: | Clark Hunter | ||
Auch wenn das Thermometer gerade bundesweit in den Keller rutscht - eine "Eis-Berlinale" wie vor zwei Jahren ist offenbar nicht zu befürchten.
Am 9. Februar öffnet die 62. Berlinale ihre Pforten - unter anderem für Angelina Jolies Regiedebüt "In the Land of Blood and Honey" um eine Liebe im Bosnienkrieg (Foto: Wild Bunch (Central))
Zumindest attestieren die Wetterdienste, dass die Temperaturen bis zur Eröffnung wieder in den einstelligen Minusbereich zurückkehren. Ob Frost oder nicht: Die Berlinale, die am 9. Februar ihre Pforten öffnet, wird keinen Besucher kalt lassen. Zu viel gibt es zu entdecken! Neben den 395 gezeigten Filmen locken an den elf Festivaltagen zahllose Partys, Empfänge und Diskussionsrunden - und natürlich die Stars am roten Teppich.
Viele Regisseure erzählen in ihren Filmen von einer Welt im Umbruch. Darunter auch ein prominentes Regiedebüt: Hollywoodstar Angelina Jolie stellt "In the Land of Blood and Honey" vor, ein Film über den Bürgerkrieg in Bosnien, der der humanitär engagierten Schauspielerin eine Herzensangelegenheit war.
Deutschlands Hollywood-Exportschlager Diane Kruger gibt die französische Königin Marie Antoinette, die von den Unruhen der Französischen Revolution erfasst wird, in dem Historiendrama "Leb wohl, meine Königin!", dem diesjährigen Berlinale-Eröffnungsfilm.
Dänemarks Superstar Mads Mikkelsen ist ebenfalls in einem königlichen Drama zu sehen, in "Die Königin und der Leibarzt" spielt er den Doktor der dänischen Königin Caroline Mathilde. Der Arabische Frühling, der vor einem guten Jahr begann, zieht sich durch alle Sektionen und zahlreiche Diskussionen.
Selbst der oft vergessene Kontinent Afrika rückt in den Fokus und erzählt von Menschen auf der Suche nach einer besseren Zukunft. Der asiatische Film ist traditionell stark in allen Reihen vertreten, etwa mit bei Cineasten heiß gehandelten philippinischen "Skandalfilmer" Brillante Mendoza. Auch Angelina Jolies Ex-Mann, der Schauspieler Billy Bob Thornton, wechselt alle Jahre wieder auf den Regiestuhl, in Berlin hat er die starbesetzte Culture-Clash-Komödie "Jayne Mansfield's Car" im Gepäck.
Tom Hanks und Sandra Bullock sind die Protagonisten in dem oscarnominierten 9/11-Drama "Extrem laut und unglaublich nah", während "Twilight"-Star Robert Pattinson auf dem roten Teppich für Kreischalarm sorgen sollte - er spielt im Paris des 19. Jahrhunderts angesiedelten Bel Ami" einen eleganten Liebhaber - u.a. von Uma Thurman und Christina Ricci. Clive Owen beglückt die Berliner dagegen anlässlich der Premiere des britischen Thrillers "Shadow Dancer".
Auch in diesem Jahr ist Berlinale natürlich DAS Schaufenster für den deutschen Film. Insgesamt 87 deutsche Filme und Koproduktionen laufen in den verschiedenen Sektionen. Auch im Wettbewerb wird geklotzt, gleich drei Schwergewichte des deutschen Autorenfilms rücken ins Rampenlicht: Hans-Christian Schmid mit seinem Familiendrama "Was bleibt", Christian Petzold mit dem geheimnisvollen Drama "Barbara" und Matthias Glasner mit dem am Nordkap gedrehten "Gnade". Außer Wettbewerb zeigt Doris Dörrie ihren neuen Film "Glück", eine berührende Liebesgeschichte zwischen einem Punk und einer jungen Prostituierten.
Welche Wettbewerbsfilme, Darsteller und Filmemacher dieses Jahr die begehrten Bären mit nach Hause nehmen dürfen, das entscheidet die Jury um den Präsidenten Mike Leigh ("Happy-Go-Lucky"). Als kompetente Unterstützung an seiner Seite hat der Top-Regisseur dabei unter anderem Hollywood-Star Jake Gyllenhaal, den legendären Fotografen und Regisseur Anton Corbijn, den Oscar-Nominierten Filmemacher Asghar Farhadi ("Nader und Simin") und die französischen Filmlieblinge Charlotte Gainsbourg und François Ozon. Die glanzvolle Verleihung geht am 19. Februar zum großen Berlinale-Finale über die Bühne.
Seine Fähigkeit, unsympathischen Charakteren freundliche Züge zu verleihen und faszinierende, von einer fixen Idee besessene Personen zu spielen...
Film der Woche: Der Kult geht weiter, die Alien-Jäger blitzdingsen wieder! Will Smith reist in die Sixties, um den jungen Agent Kay (Josh Brolin) zu retten.
Preview der Woche: Schöne Komödie mit "Hannah Montana" Miley Cyrus, die sich in ihren besten Freund verliebt.