Originaltitel: Jarhead
USA 2005
Jake Gyllenhaal
Peter Sarsgaard
Lucas Black
Regie: Sam Mendes
Verleih: UIP
1989 meldet sich Anthony 'Swoff' Swofford (Jake Gyllenhaal) wie zuvor schon sein Vater und Großvater zu den Marines. Mit seinen Kumpels Alan (Peter Sarsgaard) und Chris (Lucas Black) kämpft er sich durch die Grundausbildung und landet schließlich in der Einheit von Sergeant Sykes (Jamie Foxx) im Rahmen der Operation Desert Shield in Kuweit, wo es nach der Vertreibung irakischer Invasoren brennende Ölfelder zu bewachen gibt. Und wenig anderes.
Mehr vom meditativen Nichtstun im Irgendwo und den damit verbundenen Ausrastern als von Heldentaten im Schützengraben erzählt der ebenso erfolgreiche wie kontrovers diskutierte Golfkriegsfilm von "American Beauty"-Regisseur Sam Mendes.
Sam Mendes' Kriegsfilm zeichnet ein Sittenbild der US-Armee im Golfkrieg. Statt Heldentum gibt es Langeweile und GIs mit Pornoheften und Nikolausmützen.
Stell dir vor, es ist Krieg, und keiner geht hin. Im Golfkrieg 1991 wurde der Spontispruch beinah auf bizarre Weise wahr: US-Kampfjets bombten die irakischen Truppen in Grund und Boden, die amerikanischen Truppen brauchten kaum einzugreifen. Seine Erinnerungen an diesen absurden Einsatz hielt Marineinfanterist Anthony Swofford in dem Bestseller "Jarhead" fest, Oscar-Regisseur Sam Mendes ("American Beauty") verwandelte jetzt diesen Schwebezustand zwischen tödlicher Langeweile und Todesgefahr in einen packenden Film.
Zunächst knüpfen er und Drehbuchautor William Broyles jr. an die Tradition von Genreklassikern wie "Full Metal Jacket" an: Junge Männer werden wie gewohnt von biestigen Ausbildern zu braven Soldaten zurechtgeschliffen. Aber danach sehen sie sich einem Feind gegenüber, gegen den kein Training hilft: dem Warten.
In Kuwait sollen die Möchtegernkiller gegen Saddam Husseins Invasionsheer antreten. Aber vorher gibt es andere Herausforderungen zu bewältigen: Footballspiele in Wüstenhitze in voller Montur, die böse Post von den zu Hause gelassenen Damen, die mit Videos ihren Seitensprung dokumentieren, und nicht zuletzt eine durchgeknallte Weihnachtsparty, die sich für die Beteiligten gefährlicher erweist als der gesamte Krieg. Immerhin wissen diese Kämpfer, wo sie den wahren Adrenalinschub finden: bei Videovorführungen von "Apocalypse Now". Größere Kicks gibt's nur noch beim Onanieren.
Der Krieg selbst ist vorbei, ehe er angefangen hat. "Ich kam nicht mal dazu, mein Gewehr abzufeuern", klagt Held Swofford. Aber Regisseur Mendes beweist, dass ein Kriegsfilm nicht unbedingt große Explosionen braucht.
Sein Sittengemälde der Jarheads - ein Slangword für US-Marines - erreicht in einigen Momenten den schwarzen Humor eines "M.A.S.H.". Dank der ständig bewegten Handkamera von Roger Deakins entwickelt sich eine sogartige Dynamik wie in den besten Actionkriegsfilmen, und die Charaktere sind nicht zuletzt deshalb von einer rauen Glaubwürdigkeit, weil Mendes einige der besten Charakterdarsteller Hollywoods engagierte:
Oscar-Preisträger Jamie Foxx ("Ray") gibt dem Klischeebild des knallharten Sergeant ein menschliches Gesicht, Peter Sarsgaard ("Flight Plan") ist ideal besetzt als cooler Scharfschützenscout mit dunklen Geheimnissen, und Jake Gyllenhaal beweist in der Rolle des passiv kommentierenden Swofford, warum er derzeit zu den gefragtesten Jungstars der Branche gehört.
Jetzt, da das Heldenimage der US-Armee wieder einmal zerbröckelt ist, empfiehlt sich der Blick auf die harte, tragikomische Realität. "Jarhead" ist der Film, der sie zeigt.
| Darsteller: | Jake Gyllenhaal | als Anthony Swofford | |
|---|---|---|---|
| Peter Sarsgaard | als Allen Troy | ||
| Lucas Black | als Chris Kruger | ||
| Jamie Foxx | als Staff Sergeant Sykes | ||
| Chris Cooper | als Lieutenant Colonel Kazinski | ||
| Scott MacDonald | als D.I. Fitch | ||
| Tyler Sedustine | als Harris | ||
| Jacob Vargas | als Cortez | ||
| Laz Alonso | als Escobar | ||
| Iván Fenyö | als Pinko | ||
| Brian Geraghty | als Fergus | ||
| Jocko Sims | als Julius | ||
| Brianne Davis | als Kristina | ||
| Dennis Haysbert | als Major Lincoln | ||
| Evan Jones | als Fowler | ||
| Peter Gail | als Doc John | ||
| Kareem Grimes | |||
| Jamie Martz | als Foster | ||
| Sam Rockwell | |||
| Rini Bell | als Rini | ||
| Regie: | Sam Mendes | ||
| Drehbuch: | William Broyles jr. | ||
| Produzent: | Douglas Wick | ||
| Lucy Fisher | |||
| Koproduzent: | Pippa Harris | ||
| Ausf. Produzent: | Sam Mercer | ||
| Bobby Cohen | |||
| Buchvorlage: | Anthony Swofford | ||
| Kamera: | Roger Deakins | ||
| Schnitt: | Walter Murch | ||
| Musik: | Thomas Newman | ||
| Produktionsdesign: | Dennis Gassner | ||
| Stefan Dechant | |||
| Christy Wilson | |||
| Kostüme: | Albert Wolsky | ||
| Ton: | Willie D. Burton | ||
| Casting: | Debra Zane | ||
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