Kriegsfilm von Sam Mendes nach den Memoiren von Anthony Swofford über den Werdegang eines amerikanischen Marines. http://images.kino.de/flbilder/max05/mbiz05/mbiz47/z0547501/b150x150.jpg Jarhead - Willkommen im Dreck

Filmdetails

Jarhead - Willkommen im Dreck

Kriegsfilm von Sam Mendes nach den Memoiren von Anthony Swofford über den Werdegang eines amerikanischen Marines.


Jarhead - Willkommen im Dreck
Start: 05.01.2006

Originaltitel: Jarhead

Drama / Komödie

USA 2005
Laufzeit: 122 Min.
FSK: ab 12 Jahre

Jake Gyllenhaal
Peter Sarsgaard
Lucas Black

Regie: Sam Mendes
Verleih: UIP

So werten die bisherigen Besucher:

Gesamt
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Action
Humor
Romantik
Spannung
Anspruch
Besucheransturm: lau
Besucher-
ansturm

Temperatur

lau

Inhalt

1989 meldet sich Anthony 'Swoff' Swofford (Jake Gyllenhaal) wie zuvor schon sein Vater und Großvater zu den Marines. Mit seinen Kumpels Alan (Peter Sarsgaard) und Chris (Lucas Black) kämpft er sich durch die Grundausbildung und landet schließlich in der Einheit von Sergeant Sykes (Jamie Foxx) im Rahmen der Operation Desert Shield in Kuweit, wo es nach der Vertreibung irakischer Invasoren brennende Ölfelder zu bewachen gibt. Und wenig anderes.

Mehr vom meditativen Nichtstun im Irgendwo und den damit verbundenen Ausrastern als von Heldentaten im Schützengraben erzählt der ebenso erfolgreiche wie kontrovers diskutierte Golfkriegsfilm von "American Beauty"-Regisseur Sam Mendes.


Kritik

Sam Mendes' Kriegsfilm zeichnet ein Sittenbild der US-Armee im Golfkrieg. Statt Heldentum gibt es Langeweile und GIs mit Pornoheften und Nikolausmützen.

Großansicht Voller Elan erreichen die Marines ihren Einsatzort (Foto: UIP)

Voller Elan erreichen die Marines ihren Einsatzort (Foto: UIP)

Stell dir vor, es ist Krieg, und keiner geht hin. Im Golfkrieg 1991 wurde der Spontispruch beinah auf bizarre Weise wahr: US-Kampfjets bombten die irakischen Truppen in Grund und Boden, die amerikanischen Truppen brauchten kaum einzugreifen. Seine Erinnerungen an diesen absurden Einsatz hielt Marineinfanterist Anthony Swofford in dem Bestseller "Jarhead" fest, Oscar-Regisseur Sam Mendes ("American Beauty") verwandelte jetzt diesen Schwebezustand zwischen tödlicher Langeweile und Todesgefahr in einen packenden Film.

Zunächst knüpfen er und Drehbuchautor William Broyles jr. an die Tradition von Genreklassikern wie "Full Metal Jacket" an: Junge Männer werden wie gewohnt von biestigen Ausbildern zu braven Soldaten zurechtgeschliffen. Aber danach sehen sie sich einem Feind gegenüber, gegen den kein Training hilft: dem Warten.

Großansicht Wüste Weihnachten: Santa Claus is kicking your ass (Foto: UIP)

Wüste Weihnachten: Santa Claus is kicking your ass (Foto: UIP)

Gefährliche Langeweile

In Kuwait sollen die Möchtegernkiller gegen Saddam Husseins Invasionsheer antreten. Aber vorher gibt es andere Herausforderungen zu bewältigen: Footballspiele in Wüstenhitze in voller Montur, die böse Post von den zu Hause gelassenen Damen, die mit Videos ihren Seitensprung dokumentieren, und nicht zuletzt eine durchgeknallte Weihnachtsparty, die sich für die Beteiligten gefährlicher erweist als der gesamte Krieg. Immerhin wissen diese Kämpfer, wo sie den wahren Adrenalinschub finden: bei Videovorführungen von "Apocalypse Now". Größere Kicks gibt's nur noch beim Onanieren.

Der Krieg selbst ist vorbei, ehe er angefangen hat. "Ich kam nicht mal dazu, mein Gewehr abzufeuern", klagt Held Swofford. Aber Regisseur Mendes beweist, dass ein Kriegsfilm nicht unbedingt große Explosionen braucht.

Großansicht Bilder und Videos vertreiben den Marines die Zeit (Foto: UIP)

Bilder und Videos vertreiben den Marines die Zeit (Foto: UIP)

Hollywood mit Charakter

Sein Sittengemälde der Jarheads - ein Slangword für US-Marines - erreicht in einigen Momenten den schwarzen Humor eines "M.A.S.H.". Dank der ständig bewegten Handkamera von Roger Deakins entwickelt sich eine sogartige Dynamik wie in den besten Actionkriegsfilmen, und die Charaktere sind nicht zuletzt deshalb von einer rauen Glaubwürdigkeit, weil Mendes einige der besten Charakterdarsteller Hollywoods engagierte:

Oscar-Preisträger Jamie Foxx ("Ray") gibt dem Klischeebild des knallharten Sergeant ein menschliches Gesicht, Peter Sarsgaard ("Flight Plan") ist ideal besetzt als cooler Scharfschützenscout mit dunklen Geheimnissen, und Jake Gyllenhaal beweist in der Rolle des passiv kommentierenden Swofford, warum er derzeit zu den gefragtesten Jungstars der Branche gehört.

Jetzt, da das Heldenimage der US-Armee wieder einmal zerbröckelt ist, empfiehlt sich der Blick auf die harte, tragikomische Realität. "Jarhead" ist der Film, der sie zeigt.

Jarhead - Willkommen im Dreck

Darsteller:  Jake Gyllenhaal   als Anthony Swofford
  Peter Sarsgaard   als Allen Troy
  Lucas Black   als Chris Kruger
  Jamie Foxx   als Staff Sergeant Sykes
  Chris Cooper   als Lieutenant Colonel Kazinski
  Scott MacDonald   als D.I. Fitch
  Tyler Sedustine   als Harris
  Jacob Vargas   als Cortez
  Laz Alonso   als Escobar
  Iván Fenyö   als Pinko
  Brian Geraghty   als Fergus
  Jocko Sims   als Julius
  Brianne Davis   als Kristina
  Dennis Haysbert   als Major Lincoln
  Evan Jones   als Fowler
  Peter Gail   als Doc John
  Kareem Grimes  
  Jamie Martz   als Foster
  Sam Rockwell  
  Rini Bell   als Rini
 
Regie:  Sam Mendes  
Drehbuch:  William Broyles jr.  
Produzent:  Douglas Wick  
  Lucy Fisher  
Koproduzent:  Pippa Harris  
Ausf. Produzent:  Sam Mercer  
  Bobby Cohen  
Buchvorlage:  Anthony Swofford  
Kamera:  Roger Deakins  
Schnitt:  Walter Murch  
Musik:  Thomas Newman  
Produktionsdesign:  Dennis Gassner  
  Stefan Dechant  
  Christy Wilson  
Kostüme:  Albert Wolsky  
Ton:  Willie D. Burton  
Casting:  Debra Zane  

Die Redaktionsfavoriten 2006

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DIE REDAKTIONSFAVORITEN: DIE BESTEN KINOFILME 2006
 

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Irgendwie bezeichnend, dass MI-6-Agent Ethan Hunt, James Bond, Superman und die Freundin von Ricardo Tubbs eines gemein hatten in diesem Kinojahr: Sie kehrten von den Toten zurück. Waren schon über dem Jordan und mussten wieder ins Leben zurückgeholt werden.

Großansicht Johnny Depp ganz in seinem Element als Captain Jack Sparrow (Foto: Buena Vista)

Johnny Depp ganz in seinem Element als Captain Jack Sparrow (Foto: Buena Vista)

Hollywoods große Blockbuster mussten auch erzählerisch zum Äußersten greifen anno 2006, um die hohen Erwartungen der Fans zu erfüllen und wirklich noch etwas Spannung aus ihren sattsam bekannten Szenarien zu kitzeln.

"Mission: Impossible III", "Casino Royale" und "Superman Returns" standen nicht allein in der Wahl extremer Mittel. Johnny Depp wurde am Schluss von "Fluch der Karibik 2" vom Wal verschluckt (da er jedoch auch im dritten Teil die Hauptfigur darstellt, darf davon ausgegangen werden, dass er überlebt), "X-Men 3" verabschiedete mit Patrick Stewart und Famke Janssen gleich zwei lang gediente Superhelden und "Poseidon" ging auch nicht zimperlich mit dem Leben seiner Protagonisten um.

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Vom Arthouse-Mimen zum Action-Star: Jake Gyllenhaal erlebte zu Beginn seiner Karriere die Reifeprüfungen, mit denen Dustin Hoffman, sein...

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