Als Starvehikel für Robin Williams konzipierte Neuverfilmung von Jurek Beckers Roman über einen Juden, der dem Ghetto mit erfundenen Geschichten Hoffnung spendet. http://images.kino.de/flbilder/max99/bf99/bf39/b9939006/b150x150.jpg Jakob, der Lügner

Filmdetails

Jakob, der Lügner

Als Starvehikel für Robin Williams konzipierte Neuverfilmung von Jurek Beckers Roman über einen Juden, der dem Ghetto mit erfundenen Geschichten Hoffnung spendet.


Jakob, der Lügner
Start: 28.10.1999

Originaltitel: Jakob the Liar

Komödie / Drama

USA 1999
Laufzeit: 120 Min.
FSK: ab 12 Jahre

Robin Williams
Alan Arkin
Bob Balaban

Regie: Peter Kassovitz
Verleih: Columbia Tristar

So werten die bisherigen Besucher:

Gesamt
(0 Bewertungen)

Action
Humor
Romantik
Spannung
Anspruch
Besucheransturm: lau
Besucher-
ansturm

Temperatur

lau

Inhalt

Nazis stecken den jüdischen Kaffeehausbesitzer Jakob ins Ghetto, wo er zufällig Teile der Radionachrichten mithört, als er zum Kommandanten zitiert wird. Er kehrt zu seinen Leidensgenossen zurück und schürt ihre Hoffnungen, als er erzählt, er habe gehört, die Russen seien auf dem Vormarsch. Danach wird Jakob immer wieder um Nachrichten gebeten, während die Nazis nach dem vermeintlichen Besitzer des geheimen Radios fahnden.


Kritik

Jakob, der Lügner

Die Neuverfilmung von Jurek Beckers vor dreißig Jahren noch in Ostberlin erschienenem ersten Roman ist als Star-Vehikel für Robin Williams konzipiert. So bekommt der Relismus der Geschichte aus einem polnischen Ghetto im Jahre 1944 von vornherein ein Hollywood-Flair, das dem Thema den wirklich verstörenden Schrecken schuldig bleibt. Obwohl der Regisseur Peter Kassowitz, in Paris lebender ungarischer Jude, den Nazi-Terror als Kind in Budapest selbst erfahren hat und obwohl der Film, bei dem Williams ebenfalls Ausführender Produzent ist, in Polen und Ungarn sozusagen vor Ort gedreht worden ist.

Vom Leben in einer hoffnungslosen Zeit handelt "Jakob der Lügner" und von der Notwendigkeit der Hoffnung, die unter bestimmten Bedingungen wichtiger werden kann als eine warme Suppe. Jakob (Williams) war Kaffeehausbesitzer vor dem Einmarsch der Deutschen in Polen. Jetzt ist er mit all den anderen Juden, die bisher noch vom Transport in die Gaskammer verschont geblieben sind, Bewohner des Ghettos in einem strikt durch die Gestapo geregelten Alltag. Hab und Gut wurden konfisziert, so daß den Menschen nur das nackte Überleben blieb, die von Tag zu Tag wachsende Perspektivlosigkeit. Niemand kann lange ohne Hoffnung leben. Und so hört Jakob eines Abends, als er sich wegen angeblicher Überschreitung der Sperrstunde in der Kommandantur melden soll, im Radio dort ein paar Nachrichtenfetzen, aus denen hervorgeht, daß die rote Armee nicht mehr weit ist. Äußerst fragwürdig ist allerdings, daß Jazzmusik aus dem Volksempfänger dröhnt, denn die stand unter den Nazis genauso auf dem Index wie die entartete Kunst. Sehr viel genauer verläuft diese Szene in der ersten Verfilmung von "Jakob der Lügner", in der Regie von Frank Beyer 1974 von der DEFA produziert und seinerzeit mit einer Oscar-Nominierung geadelt. Da ertönt klassische Musik aus dem Sender, die die folgende Propagandameldung vom erfolgreichen Angriff der deutschen Wehrmacht verbrämen soll, aber Jakob den wahren Sachverhalt der vorgerückten Russen natürlich klar erkennen läßt. Jakob hat Glück, der Gestapomann läßt ihn ungestraft ziehen. Um von den anderen Ghettobewohnern nicht als Spitzel der Gestapo angesehen zu werden, greift Jakob zu einer Lüge. Denn er will ihnen Hoffnung machen, schließlich könnte der Vormarsch der Russen das Ende der Ghettoleiden bedeuten. Er erzählt, er habe ein Radio versteckt - und bringt mit seinen auf immer wieder erneute Anfragen erfundenen "Nachrichten" eine Welle von Lebensmut in die Gemeinschaft, in der plötzlich die Selbstmordrate merklich sinkt. Natürlich ist es nur eine Frage der Zeit, bis auch die Deutschen von dem geheimnisvollen Radio hören und ihre Jagd auf den Widerständler beginnt. Werden die sowjetischen Befreier schneller sein? Wird Jakob die Wahrheit sagen und so seinen Freunden die Hoffnung nehmen, die ihnen die Lüge gibt?

Es ist offensichtlich, daß diese Verfilmung, für die Kassovitz 1990 die Rechte von Jurek Becker erwarb, nun im Zuge von Benignis "Das Leben ist schön" und in gewissem Sinne auch "Schindlers Liste" in die Kinos kommt. 1997 gedreht, als Benignis Film in Italien bereits Triumphe feiert, gelingt Kassovitz trotz großartiger Besetzung auch in der Nebenrollen mit Alan Arkin, Bob Balaban, Armin Mueller-Stahl (er war schon in Beyers Film in einer anderen kleinen Rolle dabei) nicht der wahre Jakob. Robin Williams agiert von Anfang an mit einem Heiligenschein aus Popeye, Garp und Patch Adams und überstrahlt den kunstvoll schmuddelig gehaltenen Ghetto-Set allzu charismatisch. Der Film funktioniert nach glatter Kinodramaturgie, wie Hollywood-Szenen aus dem Holocaust, ohne die leiseste Doppelbödigkeit. "Die Geschichte von Jakob dem Lügner hat sich niemals ganz zugetragen. Ganz bestimmt nicht. Vielleicht hat sie sich aber doch so zugetragen" - heißt es zu Beginn von Frank Beyers Film. Kassovitz' Film kennt kein Vielleicht, er ist kein Balanceakt des Unvorstellbaren, sondern die Eindeutigkeit des Gezeigten. Augenblicke des Schrecken, die vorbeigehen. fh.

Jakob, der Lügner

Darsteller:  Robin Williams   als Jakob Heym
  Alan Arkin   als Frankfurter
  Bob Balaban   als Kowalsky
  Hannah Taylor-Gordon   als Lina
  Michael Jeter   als Avron
  Armin Mueller-Stahl   als Kirschbaum
  Liev Schreiber   als Mischa
  Nina Siemaszko   als Rosa
  Mathieu Kassovitz   als Herschel
  Justus von Dohnányi   als Preuss
  Mark Margolis   als Fajngold
  Gregg Bello   als Blumenthal
 
Regie:  Peter Kassovitz  
Drehbuch:  Mathieu Kassovitz  
  Didier Decoin  
Produzent:  Marsha Garces Williams  
  Steven Haft  
Koproduzent:  Nick Gillott  
Ausf. Produzent:  Robin Williams  
Buchvorlage:  Jurek Becker  
Kamera:  Elemér Ragályi  
Schnitt:  Claire Simpson  
Musik:  Edward Shearmur  
Produktionsdesign:  Luciana Arrighi  
  Branimir Babic  
  Tibor Lazar  
  Grzegorz Piatkowski  
Kostüme:  Wieslawa Starska  
Ton:  Clive Winter  

Kassovits macht "Gothika"

Das Drehbuch zu "Gothika" liegt schon seit letztem Jahr in der Schublade. Seit Januar ist bereits bekannt, welche Schauspielerinnen die Hauptrollen übernehmen werden. Nur der Regisseur stand noch nicht fest. Bis jetzt!

Sorgt f&uuml;r Grusel-Effekte:<br />Mathieu Kassovitz

Sorgt für Grusel-Effekte:
Mathieu Kassovitz

Der französische Regisseur Mathieu Kassovitz wird am Set die Kommondos geben. Kassovits, der auch als Schauspieler in Filmen wie "Die fabelhafte Welt der Amelie" und "Jakob, der Lügner" mitwirkte, inszenierte bereits "Hass" und "Die purpurnen Flüsse". Mit "Gothika" begiebt er sich das erste Mal auf Gruselpfade.

Der Film handelt von einer Kriminalpsychologin, die eines Tages in dem Gefängniskrankenhaus erwacht, in dem sie angestellt ist. Sie ist eines Mordes angeklagt - kann sich aber an nichts mehr erinnern. Fieberhaft beginnt sie, sich selbst zu therapieren. Doch ihre eigene Diagnose lässt sie verzweifeln: Hat sich wirklich ein Dämon ihres Verstandes bemächtigt?

Die Rolle der Kriminalpsychologin übernimmt keine Geringere als Oscar-Preisträgerin Halle Berry. Penelope Cruz, die Lebensgefährtin von Tom Cruise, wird sich mit Berry ein Krankenhauszimmer teilen.

Die erste Klappe fällt im April.

Star

Robin Williams

Einer der populärsten internationalen Darsteller, dem es gelungen ist, sein außergewöhnliches komödiantisches Talent mit dramatischer Tiefe...

Star

Alan Arkin

Seine jüdische Chuzpe, das oft bewusst dümmlich verstellte Gesicht, die Ader begnadeter Schlitzohren sowie sein leicht verzögerter...

Top-Filme der Woche

  • Men in Black 3

    Film der Woche: Der Kult geht weiter, die Alien-Jäger blitzdingsen wieder! Will Smith reist in die Sixties, um den jungen Agent Kay (Josh Brolin) zu retten.

  • LOL

    Preview der Woche: Schöne Komödie mit "Hannah Montana" Miley Cyrus, die sich in ihren besten Freund verliebt.

 

treffpunkt kino kompakt

In der aktuellen Ausgabe: Die große Preview zu "Ice Age - Voll verschoben" und der erste Trailer zu "Skyfall"!

Zum Magazin

Das multimediale Kinomagazin jede Woche kostenlos per Mail - jetzt registrieren!

GO

Ähnliche Filme auf DVD & Blu-ray

 

Service

kino.de mobil

kino.de mobil

Das aktuelle Programm Ihres Lieblingskinos haben Sie überall dabei - kostenlos auf Ihrem Handy.