Pam Grier
Samuel L. Jackson
Robert Forster
Regie: Quentin Tarantino
Verleih: Scotia (Buena Vista)
Jackie Brown, eine Stewardeß Mitte Vierzig und ohne großartige Zukunftsaussichten, schmuggelt für Waffenhändler Ordell schmutziges Geld über die mexikanische Grenze. Als sie von zwei Sicherheitsagenten ertappt wird, macht sie bei deren Plan mit, Ordell zu überführen, überzeugt Ordell, daß sie auf seiner Seite ist und arbeitet in Wahrheit in die eigene Tasche - mt Hilfe von Kautiosnmakler Max Cherry.

Mit "Pulp Fiction" avancierte Quentin Tarantino, nachdem er bereits mit "Reservoir Dogs" für Furore gesorgt hatte, zur Regiesensation. Sein Kultstatus hat duch seine weniger überzeugenden Schauspielexperimente ("From Dusk Til Dawn") und Drehbuchspielereien ("Four Rooms") kleine Kratzer abbekommen, so daß man mit um so größerer Spannung seine Folgeinszenierung, den atmosphärisch-amüsanten Genremix "Jackie Brown" um eine vielschichtige Crime Story, erwarten durfte. Die Titelheldin wird von Blaxploitation-Queen Pam Grier ("Foxy Brown") gespielt, der von Tarantino sichtbar ehrfuchtsvolle Verehrung entgegengebracht wird.
Tarantino orientiert sich bei seinem cleveren Drechbuch an Elmore Leonards Romen "Rum Punch", verlegte aber die Action von Miami in die South-Bay-Gegend von Los Angeles und transformierte die Protagonistin von einer Weißen in eine Afroamerikanerin. Bereits in der Opening-Sequenz, in der die Kamera der Heroine in einer langen Fahrt durch den Flughafen von Los Angeles folgt, macht sich die Faszination des Filmemachers von seiner Hauptdarstellerin bemerkbar. Im Laufe des 160minütigen Films folgen zahllose Einstellungen von ihrem Gesicht, um die markanten Züge der fabelhaft gealterten Grier auszuleuchten. Jackie Brown ist eine Stewardeß um die Vierzig, die für den Waffenhändler Ordell (Samuel L. Jackson) schmutziges Geld über die mexikanische Grenze transportiert. Als sie von zwei Sicherheitsagenten (Michael Keaton und Michael Bowen) ertappt wird, ist das der Ausgang für ein dicht gewobenes Intrigennetz, in dem die vor dem Existenzruin stehende Jackie alle Fäden in der Hand hält.
Die zentralen Themen sind langjährige Loyalität, schleichendes Mißtrauen und gebrochenes Vertrauen. Jackie verspricht, den beiden zu helfen und Ordell zu überführen, gleichzeitig macht sie ihren Boß glauben, daß sie die Cops lediglich an der Nase herumführt, immer noch auf seiner Seite ist und ihm seine halbe Million Dollar zuschanzen wird. Zum erweiterten Kreis der markanten Mitspieler gehören Robert Forster (ein weiterer in Vergessenheit geratener B-Movie-Held) als Kautionsmakler Max Cherry und Jackies Love Interest, Robert De Niro als Ordells Knastkumpel Louis mit einer niedrigen Toleranzgrenze, und Bridget Fonda als dauerzugedröhnte Surfer-Mieze. Der Höhepunkt des Geldaustauschs in einem riesigen Shopping Center wird mit einer strukturellen Spielerei dreimal hintereinander aus der Sicht verschiedener Beteiligter erzählt. Allerdings schließt sich der Zeitkreis nicht so rund wie in "Pulp Fiction", vielmehr trägt der Kunstgriff hier mehr zum unweigerlichen Eindruck der auffälligen Gesamtüberlange bei. Der Regisseur legt im Gegensatz zu seinem Klassiker von 1994 sehr viel Wert auf griffige Charakterskizzierungen und realistisches Ambiente. Die wenigen Gewalteruptionen sind vergleichsweise zahm ausgefallen. Das Action-Element scheint Tarantino hier ohnehin nicht weiter wichtig. Umso mehr konzentriert er sich auf die aufkeimenden, zarten Bande zwischen Jackie und Max, um mit der Romanze zwischen den Protagonisten mittleren Alters und unterschiedlicher Hautfarbe lässig und en passant ein gängiges Kinoklischee zu ignorieren. Zudem bringt der Filmemacher erneut sein Gespür für die passende musikalische Untermalung ein. Der Score setzt sich aus diversen Soul- unf Funksongs der siebziger Jahre zusammen, die er ebenso als ergänzendes Erzählelement benutzt und teilweise als Hommage an die Blaxploitation-Ära einsetzt. Obwohl Jackie Brown auf charmant-ironische Weise unterhält, wirkt die Fixierung des Regisseurs auf seine Protagonisten ein wenig eingleisig. Ein Massenpublikum, das Extremunterhaltung à la "Pulp Fiction" erwartet, könte nicht ganz auf seine Kosten kommen.
| Darsteller: | Pam Grier | als Jackie Brown | |
|---|---|---|---|
| Samuel L. Jackson | als Ordell Robbie | ||
| Robert Forster | als Max Cherry | ||
| Bridget Fonda | als Melanie | ||
| Michael Keaton | als Ray Nicolette | ||
| Robert De Niro | als Louis Gara | ||
| Michael Bowen | als Mark Dargus | ||
| Chris Tucker | als Beaumont Livingston | ||
| Lisa Gay Hamilton | als Sheronda | ||
| Tommy 'Tiny' Lister Jr. | als Winston | ||
| Hattie Winston | als Simone | ||
| Aimee Graham | |||
| Regie: | Quentin Tarantino | ||
| Drehbuch: | Quentin Tarantino | ||
| Produzent: | Lawrence Bender | ||
| Koproduzent: | Paul Hellerman | ||
| Ausf. Produzent: | Bob Weinstein | ||
| Harvey Weinstein | |||
| Richard N. Gladstein | |||
| Elmore Leonard | |||
| Buchvorlage: | Elmore Leonard | ||
| Kamera: | Guillermo Navarro | ||
| Schnitt: | Sally Menke | ||
| Produktionsdesign: | David Wasco | ||
| Kostüme: | Mary Claire Hannan | ||
| Ton: | Mark Ulano | ||
Was lange währt, wird gut - so kommt nun auch Quentin Tarantinos Kriegsfilm voran. Nur um die Hauptrollen wird noch gepokert.
Ob er sich für ein Kriegsdrama von Kultregisseur Quentin Tarantino gewinnen lässt? Tarantino selbst glaubt daran: Er wünscht sich Brad Pitt für die Hauptrolle in seinem neuen Projekt, dem Kriegsfilm "Inglorious Basterds".
Schon seit 1997, als er mit "Jackie Brown" die Kinos stürmte, werkelt der Regisseur am Drehbuch. Beim nächsten Filmfestival in Cannes 2009 soll das Ganze nun präsentiert werden: Tarantino steht bereits in Verhandlung mit verschiedenen Hollywoodstudios.
"Iglorious Basterds" spielt im Zweiten Weltkrieg und dreht sich um einen Trupp jüdischer Soldaten, der im besetzten Frankreich Rache an den Nazis nehmen will. Den Anführer der Gruppe soll Brad Pitt geben.
Ob Pitt zusagen wird, bleibt abzuwarten. Immerhin steckt der Star gerade im Familientrubel mit Angelina Jolie und plant eine Ruhephase. Sehr entschlossen scheint Tarantino bei seinem Besetzungswunsch jedoch sowieso nicht zu sein: Erst wollte er Bruce Willis. Dann war die Rede von Sylvester Stallone und Arnold Schwarzenegger. Am Ende kam Adam Sandler ins Gespräch - es bleibt also spannend.
Als eleganter, mit Bibelzitaten und gewaltiger Donnerstimme rhetorisch und mit dem Colt tödlich überzeugender Killer ist er in "Pulp...
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