Originaltitel: Jack and Jill
USA 2011
Adam Sandler
Katie Holmes
Al Pacino
Regie: Dennis Dugan
Verleih: Sony Pictures
Jack Sadelstein führt ein friedliches, gut situiertes Leben in gehobener Gegend von Los Angeles mit gut bezahltem Job, liebender Frau und reizenden Kindern. Diese ruhevolle Harmonie wird lediglich einmal im Jahr auf die Probe gestellt, wenn wieder der Besuch von Jacks Zwillingsschwester Jill aus der New Yorker Bronx ansteht. Diese ist nämlich das genaue Gegenteil ihres Bruders: laut, alleinstehend, schrill und völlig verschroben. Hat sie sich einmal eingenistet, wird man sie nicht mehr so leicht los.

In der ausgelassenen Zwillings-Komödie beglückt Blödel-Banause Adam Sandler seine Fans mit einer doppelten Dosis seiner selbst, indem er gleichzeitig Bruder und Schwester mimt.
Männer in Frauenkleider sind seit jeher der Stoff aus dem erfolgreiche Komödien geschneidert sind - siehe "Manche mögen's heiß", "Tootsie", "Mrs. Doubtfire- Das stachelige Kindermädchen" oder in jüngerer Vergangenheit Tyler Perrys "Madea"-Comedies - um nur einige zu nennen. Sandler schlüpft nun erstmals in Damengarderobe, polstert sich zur Verweiblichung mit Körperprothesen auf und verschönert sich mit Makeup und einer Langhaarperücke. Zudem erhöht er seine Stimme um eine Oktave: Somit ist Sandlers weibliches Alter Ego Jill Sadelstein geboren. Sie ist die herrische Schwester von Werbeagentur-Geschäftsführer Jack, der sie notgedrungen einmal im Jahr zu Thanksgiving erträgt. Diesmal steht das Unikum aus der Bronx, das nie ein Blatt vor den Mund nimmt, mit Sack und Pack, inklusive ihrem Papagei Poopsie vor der Tür. Jack erfasst das kalte Grausen, aufgrund ihrer unmöglichen Art schämz er sich in Grund und Boden für seine Schwester. Sein Erstaunen ist groß, als sich Al Pacino (als er selbst) bei einem Lakers Basketballspiel ausgerechnet in sein Schwesterherz verguckt. Insbesondere, da Jack den Oscargewinner unbedingt überreden muss in einem Werbespot für Donuts aufzutreten, da seine Firma ansonsten ihren besten Kunden verlieren wird. Die liebessehnsüchtige Jill wiederum hat kein Interesse an Pacino, so dass Jack als Jill verkleidet sich selbst zum Date mit dem Hollywood-Heavyweight begibt. Von den typischen Slapstickspäßchen (selbst Pacinos Oscar wird symbolträchtig demoliert!) und lautstarken Verdauungswitzchen wird einer Sandler-Komödie entsprechend auf eine sentimentale Schiene umgeschaltet. So erkennt Jack, wie garstig er seine liebende, wenn auch extrem schrullige Schwester behandelt hat und besinnt sich eines Besseren.
Bereits zum siebten Mal arbeiten Regisseur Dennis Dugan und Sandler hier zusammen. Los ging es 1996 mit "Happy Gilmore" und seither hat das Erfolgsgespann nicht viel an seiner Formel geändert. Protagonist Sandler spielt die erste Gag-Geige und schwelgt dabei in ausufernden Albernheiten mit einer kräftigen Portion Geschmacklosigkeiten. Allerdings vergisst er auch nie anrührende Gefühlssaiten anzuzupfen. Ebenfalls Tradition sind diverse Cameoauftritte seiner Komikerspezeln (David Spade etwa als sexy Blondine oder hier Johnny Depp). Weniger interessant fällt der Soundtrack aus, lediglich "It's Tricky" von Run DMC bleibt im Ohr hängen. Auch wenn nicht jeder Gag gleich gut zündet und es der Film in Punkto Product Placement etwas übertreibt, wird Sandlers Fangemeinde ihm zweifelsohne die Treue halten. ara.
| Darsteller: | Adam Sandler | als Jack/Jill | |
|---|---|---|---|
| Katie Holmes | als Erin Sadelstein | ||
| Al Pacino | als Al Pacino | ||
| Eugenio Derbez | als Felipe und Felipes Großmutter | ||
| Elodie Tougne | als Sofia | ||
| Rohan Chand | als Gary | ||
| David Spade | als Monica | ||
| Nick Swardson | als Todd | ||
| Regie: | Dennis Dugan | ||
| Drehbuch: | Steven Wayne Koren | ||
| Robert Smigel | |||
| Ben Zook | |||
| Produzent: | Todd Garner | ||
| Jack Giarraputo | |||
| Adam Sandler | |||
| Ausf. Produzent: | Barry Bernardi | ||
| Steven Wayne Koren | |||
| Bettina Sofia Viviano | |||
| Allen Covert | |||
| Robert Smigel | |||
| Tim Herlihy | |||
| Buchvorlage: | Ben Zook | ||
| Kamera: | Dean Cundey | ||
| Schnitt: | Tom Costain | ||
| Musik: | Rupert Gregson-Williams | ||
| Waddy Wachtel | |||
| Produktionsdesign: | Perry Andelin Blake | ||
| Kostüme: | Ellen Lutter | ||
| Casting: | Roger Mussenden | ||
| Jeremy Rich | |||
Ganz Hollywood ist bereits im Bann der Oscars…
Fürchten nicht die Iden des März, dafür aber den 1. April: Razzie-Favoriten Taylor Lautner und Rosie Huntington-Whiteley (Foto: Concorde, Universal)
Am Dienstag, 14:30 Uhr unserer Zeit, werden in Los Angeles feierlich die Oscar-Nominierungen für die diesjährige Verleihung in der Nacht des 26. Februar verkündet. Doch eine kleine Gruppe besonders kritischer Filmfans schielt weniger auf Filme wie "The Artist" oder "The Descendants", den Favoriten für die Oscar-Verleihung, sondern auf die Gemeinheiten, die sich die Organisatoren der "Goldenen Himbeere" ausgedacht haben.
Die Macher des sogenannten "Anti-Oscars" hatten bisher immer am Tag vor der Oscar-Zeremonie die Preise für die schlechtesten Leistungen des Jahres verliehen. Doch 2012 werden zu diesem Termin lediglich die Nominierungen für die "Golden Raspberry Awards", kurz "Razzies", bekannt gegeben. Das vernichtende Urteil fällt dann - passenderweise - erst am 1. April. Das war schon immer der erklärte Wunschtermin von Gründer John J.B. Wilson.
"Außerdem wollten wir den 600 Razzie-Wählern zusätzliche Zeit verschaffen um allen Müll zu sehen, den sie dann schließlich nominieren", erklärt Wilson weiter. Der Razzie-Meister beschreibt seinen Preis als "beschwingte Parodie auf peinliche Award-Shows im Allgmeinen und die Oscars im Besonderen".
Stein des Anstoßes ist dabei die Tatsache, dass die Oscars von den Filmschaffenden selbst an andere Filmschaffende vergeben werden. Das verleiht der Gala stets den Ruch von aufwändig inszeniertem Eigenlob.
Bei den Razzies kann dagegen jeder abstimmen, der bereit ist, die 40 Dollar Mitgliedsgebühr zu entrichten (http://razzies.com/join.asp). Das tun vornehmlich Filmfreaks wie Wilson selbst, der auch als wortgewaltiger Kritiker gefürchtet ist.
Als Favoriten für die diesjährige Verleihung gelten bei den Schauspielern "Twilight"-Werwolf Taylor Lautner (Ein Sixpack ersetzt keinen Schauspielunterricht!) und Adam Sandler, der sich in "Jack und Jill" als nervige Zwillingsschwester seiner selbst zeigt (Einen Mann in Frauenkleidern dürfen nur Größen wie Tony Curtis, Jack Lemmon oder Dustin Hoffman spielen!*). Bei den Frauen ist "Transformers"-Babe Rosie Huntington-Whiteley (Ihre "Ausbildung" als Wäsche-Model merkt man in jeder Szene!) ein sicherer Tipp.
Der Karriere muss eine Goldene Himbeere indes nicht immer schaden: Halle Berry hatte 2005 die Größe, sich ihre "Razzie" für "Catwoman" persönlich abzuholen und erwarb damit jede Menge Sympathiepunkte. Und Sandra Bullock gewann vor zwei Jahren als Himbeeren-Siegerin für "Verrückt nach Steve" tags darauf den Oscar für "Blind Side - Die große Chance".
Darüber muss sich die Ausnahme-Mimin Meryl Streep, die für ihre gespenstisch gute Leistung als ehemalige britische Premierministerin Margaret Thatcher in "Die Eiserne Lady" als Oscar-Favoritin 2012 gilt, sicher keine Gedanken machen…
* Manche mögen's heiß, TootsieDas Publikum liebt oder hasst ihn wahlweise mit gleicher Leidenschaft: Als Komiker, Drehbuchautor, Produzent und Musiker erlebt Adam Sandler...
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