Leonardo DiCaprio
Naomi Watts
Dame Judi Dench
Regie: Clint Eastwood
Verleih: Warner
J. Edgar Hoover ist ein schwieriger Charakter, der in seiner 50 Jahre währenden Karriere einerseits als Musterbild für Gesetzessinn und Moralität gilt, anderseits kontrollsüchtig, egozentrisch, erpresserisch und rassistisch ist. Er revolutioniert die kriminalistische Spurensicherung, sammelt zugleich ein geheimes Aktenarsenal an, mit dem er die mächtigsten Politiker erpresste. Sein Assistenzdirektor Clyde Tolson ist ihm tief ergeben, doch Hoover unterdrückt seine homosexuellen Neigungen.

Für seine 35. Regiearbeit inszeniert Clint Eastwood ein gediegenes Biopic über FBI-Direktor J. Edgar Hoover, das historische Fakten mit Spekulationen über dessen Privatleben verknüpft.
Hoover war ein äußerst komplexer Mann, der einerseits als Musterbild für Gesetzessinn und Moralität galt, anderseits kontrollsüchtig, egozentrisch, erpresserisch und rassistisch war. Er revolutionierte die kriminalistische Spurensicherung, sammelte aber zugleich ein geheimes Aktenarsenal an, mit dem er die mächtigsten Politiker erpresste. Zudem wird angenommen, dass Hoover seine eigene Sexualität versuchte zu unterdrücken und dadurch innerlich völlig zerrissen war. "Inception"-Star Leonardo DiCaprio läuft für die zeitlich fast 50 Jahre umfassende Hauptrolle zu schauspielerischer Höchstform auf. Fehlte es ihm bei seinem Porträt von Howard Hughes in "Aviator" noch ein wenig an überzeugender Souveränität, geht er diesmal komplett mit authentischem Sprachrhythmus und minutiösen Manierismen ganz in seiner Figur auf. Obendrein gelingt es DiCaprio die Figur trotz ihrer unzähligen Charakterschwächen menschlich und damit zu einem gewissen Grad auch bemitleidenswert zu gestalten. Daran können auch das ins Auge fallende Alters-Makeup sowie augenscheinliche Perücken und Prothesen keinen Abbruch tun.
Das Drehbuch von Dustin Lance Black, der bereits für das biografische Drama "Milk" Elemente von Politik, Machtkonflikten und Homosexualität souverän verband, konzentriert sich neben den belegten Fakten auf die tragische Liebesgeschichte zwischen Hoover und seinem Assistenzdirektor Clyde Tolson (Armie Hammer aus "The Social Network" macht sich perfekt als lange leidender Lebensgefährte). Diesen homosexuellen Aspekt geht Eastwood in sehr zurückhaltender Weise an, und er begnügt sich mehr mit diskreten Andeutungen denn mit deftigen Direktheiten. Die anspruchsvolle (und teils unnötig verwirrende) Erzählstruktur verzichtet auf chronologischen Ablauf und zudem wird ein ausführliches Voiceover aus der Perspektive des Protagonisten eingesetzt. So wird die Story mit Hoovers Diktat der Entstehungsgeschichte des FBI eingeklammert. Dies dient ihm gleichzeitig zur schamlosen Selbstglorifizierung, wenn er sich beispielsweise fälschlich an die vorderste Front bei der Verhaftung berühmter Gangster behauptet. Ein weiteres Highlight ist seine Rolle bei der Aufklärung des damals ganz Amerika erschütternden Kidnappings von Charles Lindberghs Sohn. In Hoovers persönlichen Leben sind neben Tolson nur seine Mutter (eine hervorragende Judi Dench in einem kleinen, aber entscheidendem Part) und seine treue Sekretärin Helen Gandy (Naomi Watts) von Gewicht.
Eastwood, der für sein Understatement bekannt ist, entschied sich für einen farbentsättigten, monochromatischen Look, der fast wie schwarz/weiß aussieht. Wenn zwischen den verschiedenen Zeitperioden hin- und her gesprungen wird, ändert sich visuell wenig, was der Klarheit der Story nicht unbedingt zuträglich ist. Ebenfalls typisch für einen Eastwood-Film sind die melancholischen Pianoklänge, die wieder einmal vom Meister selbst beigesteuert werden. Insgesamt ist der Film seiner Hauptfigur nicht unähnlich: es finden sich Stärken und Schwächen, die sich insgesamt zu einem bemerkenswerten Mosaik verbinden. ara.
| Darsteller: | Leonardo DiCaprio | als J. Edgar Hoover | |
|---|---|---|---|
| Naomi Watts | als Helen Gandy | ||
| Dame Judi Dench | als Anne Marie Hoover | ||
| Armie Hammer | als Clyde Tolson | ||
| Josh Lucas | als Charles Lindbergh | ||
| Damon Herriman | als Bruno Hauptmann | ||
| Ken Howard | als Generalstaatsanwalt Harlan F. Stone | ||
| Regie: | Clint Eastwood | ||
| Drehbuch: | Dustin Lance Black | ||
| Produzent: | Clint Eastwood | ||
| Brian Grazer | |||
| Robert Lorenz | |||
| Ausf. Produzent: | Tim Moore | ||
| Erica Huggins | |||
| Kamera: | Tom Stern | ||
| Schnitt: | Joel Cox | ||
| Gary Roach | |||
| Musik: | Clint Eastwood | ||
| Produktionsdesign: | James J. Murakami | ||
| Kostüme: | Deborah Hopper | ||
Hauptsache schräge Verkleidung!
TV-Kult im Kino: Johnny Depp als Tonto und Armie Hammer als "Lone Ranger" (Foto: Walt Disney)
Dunkles Augen-Makeup, Korallenschmuck und farbenfrohes Freibeuter-Outfit: Superstar Johnny Depp mag seine Auftritte als Jack Sparrow in den "Fluch der Karibik"-Filmen nicht zuletzt wegen seiner Vorliebe für schräge Verkleidungen so gerne.
Nun hat ihm Gore Verbinski, Regisseur der ersten drei Piraten-Filme, eine ähnliche Rolle auf den Leib geschneidert: als Indianer Tonto im Kinofilm zur Kultserie "The Lone Ranger"! Und das erste Bild von Johnny Depp beweist, dass der weise Häuptling Jack Sparrow zumindest in Sachen Outfit in nichts nachsteht!
Johnny Depp spielt in "The Lone Ranger" zwar "nur" den Sidekick der Titelfigur, doch für viele Fans ist er der heimliche Held der Serie, der dem Wildwest-Rächer mit weisem, teils scheinbar zunächst verwirrendem Rat zur Seite steht. Im Film wird die Geschichte des Lone Ranger sogar aus Tontos Perspektive erzählt.
Den Lone Ranger spielt dabei Jungstar Armie Hammer, der kleinere Rollen in "The Social Network" und "J. Edgar" vorzuweisen hat, ab 5. April aber als Hauptdarsteller in "Spieglein, Spieglein - Die wirklich wahre Geschichte von Schneewittchen" neben Lily Collins und Julia Roberts zu sehen ist.
Der Lone Ranger flimmerte in den USA zwischen 1949 und 1957 über die Bildschirme, selbstverständlich in Schwarzweiß. Anders als später Wildwest-Rüpel wie Charles Bronson & Co. hatte er einen strengen Moralkodex, da er als Vorbild für Kinder dienen sollte: Er flucht nie und spricht immer in grammatikalisch absolut korrekten Sätzen, er tötet mit seinen Schüssen nie, sondern verwundet seine Gegner nur, er trinkt oder raucht nicht. Um den Wert des Lebens zu ehren, verwendet er nur silberne Kugeln, damit jeder Schuss mit Bedacht gesetzt werde.
In der heutigen Zeit verleiht dieser Kodex dem Lone Ranger und Johnny Depps Figur Tonto natürlich eine gewisse Absurdität. Damit knüpft Gore Verbinski quasi direkt an seinen schrägen Western-Animationshit "Rango" an, für den er gerade den Oscar gewonnen hat.
In Deutschland reiten Armie Hammer als Lone Ranger und Johnny Depp als Tonto ab 30. Mai 2013 durchs Kino.
Sein Jubelruf "Ich bin der König der Welt" in "Titanic", dem bis "Avatar" erfolgreichsten Film aller Zeiten, erwies sich als...
Unter Hollywoods Blondinen ist sie eine der wandlungsfähigsten: sinnlich, spontan, langmähnig, schlank und wild wie eine moderne Monroe. Naomi...
Film der Woche: Der Kult geht weiter, die Alien-Jäger blitzdingsen wieder! Will Smith reist in die Sixties, um den jungen Agent Kay (Josh Brolin) zu retten.
Preview der Woche: Schöne Komödie mit "Hannah Montana" Miley Cyrus, die sich in ihren besten Freund verliebt.