Clive Owen
Carice van Houten
Daniel Brühl
Regie: Juan Carlos Fresnadillo
Verleih: Universal
Nach einem schrecklichen Erlebnis, dem nächtlichen Eindringen einer vermummten Kreatur in sein Zimmer, ist ein Junge traumatisiert, spricht nie wieder über das Wesen, das ihm sein Gesicht entreißen wollte. Viele Jahre später taucht die Erscheinung in einer englischen Reihenhaussiedlung wieder auf, terrorisiert ein junges Mädchen und löst bei ihrem besorgten Vater Erinnerungen aus, die er längst begraben hatte. So muss er sich einem Phantom stellen, das sich im Dunkeln und Halbschatten mit eisiger Präsenz manifestiert.

Wer nie an Kreaturen glaubte, die Kindern mehr als den Schlaf rauben, lernt in Juan Carlos Fresnadillos Gruselstück das Fürchten.
Spaniens Horrorfilm, im letzten Jahrzehnt mit "Das Rückgrat des Teufels", "The Others" oder "Das Waisenhaus" zu internationaler Spitzenklasse gereift, verbreitet weiter Genrewohlgefühl im Kino und danach schaurige Reflexionen über den Feind in meinem Bett. Fresnadillo, der mit seinem Sequel "28 Weeks Later" bereits positiv auffiel und bald mit "Highlander" ein anderes Franchise rebooten soll, führt zurück zu kindlichen Urängsten, die auch Erwachsene noch umklammern können.
Genau auf diesen beiden Entwicklungs- und Zeitebenen entfaltet das Drehbuch die Geschichte eines furchterregenden Eindringlings, der sich vielleicht nur in der Einbildung, vielleicht aber auch tatsächlich im nächtlichen Schatten eines Zimmers oder begehbaren Kleiderschranks materialisiert. In einer furiosen Eingangssequenz, einer in Kameraarbeit, Schnitt, Musik und Inszenierung perfekt komponierten Sinfonie des Grauens, beobachtet ein spanischer Junge, wie ein vermummtes, in einen Kapuzenumhang gehülltes Phantom in sein Zimmer gleitet, über seine Mutter herfällt und schließlich auch ihn attackiert, bis es mit gemeinsamen Kräften abgeschüttelt werden kann. Viele Jahre später wird auch Teenager Mia (Ella Purnell) in einer britischen Reihenhaussiedlung von der unheimlichen Kreatur heimgesucht, die dem Mädchen das Gesicht entreißen will, weil ihr selbst eines fehlt. Die Erscheinung, vermeintlich durch Mia selbst wieder ins Leben gerufen, als sie auf die Geschichte des Hollowman stößt und sie für einen Schulaufsatz fortzuschreiben beginnt, wird von nun an die Familie terrorisieren und Mias Vater (Clive Owen) mit seinen schlimmsten verdrängten Erinnerungen konfrontieren.
Die Verbindungen zwischen den Zeitlinien und Personen werden Genreprofis schnell herstellen können, aber auch für sie ist Gänsehaut-Feeling garantiert. In halbgeöffneten Schranktüren, dunklen Gassen, ja sogar uneinsehbaren Astlöchern manifestiert Fresnadillo eine eisige Präsenz, spielt der Film mit den verschwimmenden Grenzen zwischen Realität und Vorstellung, verbeugt sich vor "Paranormal Activity" wie auch vor "Pans Labyrinth" und findet am Ende eine Erklärung für das Übernatürliche, die als plausibler Abschluss durchaus funktioniert, vielleicht aber selbst nur Illusion ist. Sicher ist hier nur eines: im Kino gibt es Grund zum Fürchten.
kob.
Clive Owen beschwört Vergleiche mit Humphrey Bogart, Sean Connery und Robert Mitchum herauf, weil er in seiner physischen Präsenz, dem entspannt...
Niederländische Schauspielerin. Sie begann in vielfach ausgezeichneten Jugendfilmen ("Die geheimnisvolle Minusch"), wurde Star in der...
Film der Woche: Der Kult geht weiter, die Alien-Jäger blitzdingsen wieder! Will Smith reist in die Sixties, um den jungen Agent Kay (Josh Brolin) zu retten.
Preview der Woche: Schöne Komödie mit "Hannah Montana" Miley Cyrus, die sich in ihren besten Freund verliebt.