Originaltitel: The Insider
USA 1999
Al Pacino
Russell Crowe
Christopher Plummer
Regie: Michael Mann
Verleih: Constantin
Dr. Jeffrey Wigand, ehemaliger Forschungsleiter eines Zigarettenherstellers, enthüllt dem renommierten Nachrichtenfernsehmagazin "60 Minutes" skandalöse Praktiken der Tabakkonzerne. Weil der TV-Sender eine Milliardenklage befürchtet, wird sein Interview aus der Sendung geschnitten. Wigand ist dem Selbstmord nahe. Doch der ehrenbewußte Produzent der Sendung setzt alle Hebel für ihn in Bewegung.

Seinem packenden Kriminaldrama "Heat" läßt Regisseur Michael Mann vier Jahre danach einen explosiv-intensiven Thriller über teerschwarze Machenschaften in der Zigarettenindustrie mit Blick hinter die Kulissen einer korrupten Medienmaschinerie nachfolgen. Erzählt wird die authentische Geschichte eines Insiders, der dem renommierten Nachrichtenfernsehmagazin "60 Minutes" unter Einsatz seines Lebens skandalöse Praktiken der Tabakkonzerne enthüllte, um anschließend im Zuge geschäftsinterner Bedenken des TV-Senders im Stich gelassen zu werden. Getragen wird das atmosphärische Moral-Epos von den überragenden Darstellerleistungen Russell Crowes und Al Pacinos.
Das von Mann mitverfasste, vielschichtige Drehbuch beruht auf dem Artikel "The Man Who Knew Too Much" von Marie Brenner im Magazin Vanity Fair aus dem Jahre 1996. Darin wurde die moralische, finanzielle und familiäre Totaldestruktion des ehemaligen Forschungsleiters des Brown & Williamson-Konzerns, Dr. Jeffrey Wigand, geschildert, nachdem er mit seinem Wissen über die gezielte chemische Erhöhung des Nikotingehalts und der damit verbundenen Suchtsteigerung an die Öffentlichkeit trat. Dies erwies sich als besonders brisant im Licht einer Schadensklage gegen Zigarettenhersteller, deren Geschäftsführer kurz zuvor einem Kongresskomittee gegenüber ausgesagt hatten, daß ihr Produkt nicht süchtig mache und sie somit keiner Haftung unterliegen würden. Der in die Enge getriebene Mittelklasse-Jedermann Wigand wird im Film hervorragend von einem mit Übergewicht und blondgrauen Haaren fast nicht wieder zu erkennenden Russell Crowe ("L.A. Confidental") mit der schwelenden Wut eines wilden Stieres gespielt. Der zunächst zurückhaltende, da seinem ehemaligen Arbeitgeber vertraglich zu Stillschweigen verpflichtete Informant wird vom hyperaktiven "60 Minutes"-Über-Produzenten Lowell Bergman (Pacino verströmt aus jeder Pore Aufrichtigkeit und noble Ehrenhaftigkeit) zu seiner Aussage bewegt. Die Folgen sind verheerend: Über Wigand bricht eine schmutzige Rufmordkampagne herein, er wird mit Morddrohungen überhäuft, aufgrund des wachsenden Drucks wird er von seiner Frau verlassen und ist schließlich selbst dem Selbstmord nahe, als der CBS-Sender sein Interview, für das sein Leben vor die Hunde gegangen ist, aus der Sendung schneidet, um einer Klage der Zigarettenkonzerne zu entgehen. Doch die New York Times bekommt aus zuverlässiger Quelle Wind von der himmelschreienden Geschichte und setzt mit ihrer Veröfftlichung etliche Hebel in Bewegung.
Mann erzählt eine klassische David-gegen-Goliath-Saga, die auf zwei Ebenen ausgeweitet wurde. Auf der einen Seite stehen seine beiden Helden Wigand und vor allem Bergman, Männer ihres Wortes, die für Integrität und Moralbewußtsein stehen. Ihre schier unbezwingbaren Opponenten auf der anderen Seite sind das profitgierige Big Business - die Tabakindustrie und das Mediengeschäft - die letztlich durch die couragierte Bereitschaft zur Selbstaufopferung in die Knie gezwungen werden können. Mann versteht es dabei, selbst aus den banalsten Details, wie dem Hin und Her von Faxbotschaften, ein Maximum an Spannung herauszuquetschen. Eine Reihe von exzellenten Nebendarstellern - allen voran Christopher Plummer als arrogant-opportunistischer Nachrichtenmoderator Mike Wallace - verleihen dem beklemmenden Orwellschen Thriller zusätzliche Tiefe. Mit dem Einsatz von bedeutungsschwerer Stille wird zudem mehrmals die trübsinnige Schicksalshaftigkeit einzelner Entscheidungen unterstrichen. Bei einer Länge von 157 Minuten verlangt das bestechend exquisit gefilmte Moraldrama einen langen Atem von seinem Publikum, doch wird auch mit einem cineastischen Produkt feinster Machart aufgewartet - wie nicht anders zu erwarten von dem Macher von "Der letzte Mohikaner" und "Heat", der einmal mehr beweist, daß Qualität und Intelligenz durchaus Platz haben in hochmodernem Entertainment. ara.
| Darsteller: | Al Pacino | als Lowell Bergman | |
|---|---|---|---|
| Russell Crowe | als Dr. Jeffrey Wigand | ||
| Christopher Plummer | als Mike Wallace | ||
| Diane Venora | als Liane Wigand | ||
| Philip Baker Hall | als Don Hewitt | ||
| Lindsay Crouse | als Sharon Tiller | ||
| Debi Mazar | als Debbie De Luca | ||
| Stephen Tobolowsky | als Eric Kluster | ||
| Colm Feore | als Richard Scruggs | ||
| Bruce McGill | als Ron Motley | ||
| Gina Gershon | als Helen Caperelli | ||
| Michael Gambon | als Thomas Sandefur | ||
| Rip Torn | als John Scanlon | ||
| Lynne Thigpen | als Frau Williams | ||
| Hallie Kate Eisenberg | als Barbara Wigand | ||
| Michael Paul Chan | als Norman, der Kameramann | ||
| Linda Hart | als Frau Wigand | ||
| Robert Harper | als Mark Stern | ||
| Nestor Serrano | als FBI Agent Robertson | ||
| Pete Hamill | als N. Y. Times Reporter | ||
| Wings Hauser | als Tobacco Lawyer | ||
| Cliff Curtis | als Sheikh Fadlallah | ||
| Renee Olstead | als Deborah Wigand | ||
| Michael Moore | |||
| Regie: | Michael Mann | ||
| Drehbuch: | Eric Roth | ||
| Michael Mann | |||
| Produzent: | Michael Mann | ||
| Pieter Jan Brugge | |||
| Koproduzent: | Michael Waxman | ||
| Buchvorlage: | Marie Brenner | ||
| Kamera: | Dante Spinotti | ||
| Schnitt: | William C. Goldenberg | ||
| Paul Rubell | |||
| David Rosenbloom | |||
| Musik: | Lisa Gerrard | ||
| Pieter Bourke | |||
| Produktionsdesign: | Brian Morris | ||
| James E. Tocci | |||
| John Kasarda | |||
| Avi Avivi | |||
| Kostüme: | Anna B. Sheppard | ||
| Ton: | Lee Orloff | ||
Der Schauspieler Russell Crowe ("Insider") will jetzt sein Image etwas aufpolieren - und plant deshalb, eine Radiosendung für Kinder zu moderieren.
Laut der englischen Zeitung "Sun", verpflichtete sich der "Gladiator"-Star jetzt bei der "Australian Children's Music Foundation" und hofft, auf diese Weise etwas von seinem Bad-Guy-Image wegzukommen. Crowe ließ im Vertrag festhalten, dass er in einer der Radiosendungen, deren Ziel es ist, Kindern das Interesse am Schreiben und der Musik nahe zu bringen, als "Mr. Nice Guy" auftreten wird.
Russell Crowe machte zuletzt Schlagzeilen, als er gegen einen britischen TV-Boss handgreiflich wurde, weil seine Ansprache fürs Fernsehen stark zusammengeschnitten wurde. Ein Freund von Crowe erzählt: "Russell fand es immer sehr wichtig, dass sich Kinder mehr für gewisse Themen, wie Musik, interessieren. Deswegen ist er sehr froh darüber, etwas dazu beitragen zu können."
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