Als der brave britische Entwicklungshilfeminister Simon Foster ein paar unbedachte Worte in eines der hundert Mikrophone spricht, die ihm täglich vor die Nase gehalten werden, ist der Teufel los. Fosters Text entsprach nämlich nicht der offiziellen Regierungslinie und legt unerwünschte Schlüsse im Zusammenhang mit Krieg und Frieden nah. Korrekturversuche führen prompt zu weiteren Missverständnissen und Spekulationen in den Medien, schon lassen internationale Kräfte nicht auf sich warten, die auf dieser Gemengelage ihr Süppchen zu kochen gedenken.

Die britische Regierung wirkt (nicht nur) in der Wahrnehmung vieler Briten wie der Schoßhund der USA, der springt, wenn das Weiße Haus nur pfeift. Diese messerscharfe britische Politsatire in der Tradition von Sachen wie "Dr. Seltsam" trägt dieser Sichtweise Rechnung und zeigt, was passieren kann, wenn in der modernen Politmaschine ein Rädchen klemmt oder einer aus der Reihe tanzt. Namhafte Darsteller, darunter in Hochform Peter Capaldi ("Skins") und Ober-"Soprano" James Gandolfini, tragen das ihre zum hintergründigen Vergnügen bei.
| Darsteller: | James Gandolfini | als General Miller | |
|---|---|---|---|
| Tom Hollander | als Simon Foster | ||
| Gina McKee | |||
| Peter Capaldi | als Malcolm Tucker | ||
| Enzo Cilenti | als Bob Adriano | ||
| Paul Higgins | als Jamie | ||
| Olivia Poulet | als Katie | ||
| Regie: | Armando Iannucci | ||
| Drehbuch: | Jesse Armstrong | ||
| Armando Iannucci | |||
| Produzent: | Kevin Loader | ||
| Adam Tandy | |||
| Kamera: | Jamie Cairney | ||
| Schnitt: | Billy Sneddon | ||
| Produktionsdesign: | Cristina Casali | ||
| Kostüme: | Ros Little | ||
| Casting: | Meredith Tucker | ||
| Sarah Crowe | |||
Es wäre ein echtes Highlight für die Oscar-Verleihung Sonntag nacht gewesen: die beiden Autorinnen der angesagtesten Fantasy-Romanreihen zusammen auf der Bühne.
Dabei hätten sie so ein schönes Paar abgegeben: "Harry Potter"-Erfinderin J.K. Rowling und "Twilight"-Autorin Stephenie Meyer (Foto: J.P. Masclet / Stephenie Meyer)
Joanne K. Rowling hat mit den Harry Potter-Romanen einen weltweiten Zauber-Kult begründet und Stephenie Meyer gab dem uralten Vampirmythos mit der Twilight-Saga einen romantischen Neuanstrich, der Millionen Fanherzen zum Schmelzen bringt. Für Hollywood lieferten damit beide perfekten Kinostoff: Denn die fantastischen Erlebnisse von Harry Potter, Edward Cullen & Co. entführen Filmfans in ganz eigene, liebevoll ausgestaltete Welten und geben dem vielzitierten Wort "Traumfabrik" völlig neue Dimensionen.
Um so schöner die Idee der Academy, die beiden Schriftstellerinnen bei der Oscar-Verleihung genau jene Künstler ehren zu lassen, die aus Buchvorlagen Drehbücher gestalten und so Romanerlebnisse auf die Leinwand bringen helfen: J.K. Rowling und Stephenie Meyer sollten den Academy Award für das beste adaptierte Drehbuch überreichen.
Doch während Twilight-Autorin Meyer spontan zusagte, lehnte Harry Potter-Erfinderin J.K. Rowling das Angebot ab. Begründet hat sie dies mit der Arbeit an ihrem neuen Buch: "Es tut mir Leid, aber Ihr werdet in nächster Zeit generell wenig von mir hören, weil Papier und Stift für mich momentan das Wichtigste sind", schreibt Rowling auf ihrer Website. Die Kultautorin arbeitet nach eigenen Angaben an einem Buch für etwas jüngere Kinder als die Harry Potter-Leser, das sie als "politisches Märchen" beschreibt, in dem es "um ein Monster" gehe.
In Hollywood spekuliert man nun natürlich, ob Rowling schlicht keine Lust hatte die Bühne mit der Person zu teilen, die als ihre legitime Nachfolgerin in Sachen Teenie-Kult gilt. Wobei der Hype um "Twilight" vielleicht sogar einen Tick extremer ist als der um Harry Potter - jedenfalls, wenn es nach der Lautstärke kreischender Girls geht, die irgendwo Hauptdarsteller Robert Pattinson sichten.
So wird Stephenie Meyer den Oscar fürs adaptierte Drehbuch eben allein überreichen. Darüber freuen sich in der Nacht auf Montag entweder die Macher des bahnbrechenden SciFi-Dramas "District 9", der Verführungsstudie "An Education", der tiefsinnig-schrägen Clooney-Komödie "Up in the Air", des Sozialdramas "Precious" oder der britischen Polit-Satire "In the Loop".
Mit seinem Charakterkopf gehört der bullige, untersetzte, früh mit großen Geheimratsecken im schütteren Haar gesegnete James Gandolfini...
Britischer Film-, Fernseh- und Theaterschauspieler. Kaum ein Darsteller hat in kürzester Zeit derart viele historische Rollen verkörpert wie...
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