Terrence Malicks geniale Südstaatenballade mit Richard Gere in seiner ersten Hauptrolle. http://images.kino.de/flbilder/max09/mbiz09/mbiz49/z0949512/b150x150.jpg In der Glut des Südens

Filmdetails

In der Glut des Südens

Terrence Malicks geniale Südstaatenballade mit Richard Gere in seiner ersten Hauptrolle.
Start: 25.06.1992


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Inhalt

Texas 1916: Bill und seine Freundin Abby, Flüchtlinge aus den Slums von Chicago, finden Arbeit als Erntehelfer auf einer Farm und geben sich als Geschwister aus, als sich der reiche, todkranke Farmer in Abby verliebt. Bill drängt Abby, den Farmer zu heiraten. Doch als der Texaner wider erwarten nicht stirbt, wird Bills Eifersucht unerträglich.


Kritik

Terrence Malicks geniale Südstaatenballade, eine melodramatische Dreiecksgeschichte mit Richard Gere in seiner ersten Hauptrolle. Besticht durch epische, wunderschöne, sinnliche Bilder der Weiten Texas', sozialkritische Milieuzeichnung und der gleichzeitigen melodramatischen Lovestory. Fast ausschließlich in frühen Morgen- und späten Abendstunden ohne Sonnenlicht gedreht. Nestor Almendros' Bilder sind Legende.

In der Glut des Südens

Darsteller:  Richard Gere   als Bill
  Brooke Adams   als Abby
  Sam Shepard   als der Farmer
  Linda Manz   als Linda
  Robert Wilke   als Vormann
  Jakie Shultis  
  Stuart Margolin  
 
Regie:  Terrence Malick  
Drehbuch:  Terrence Malick  
Produzent:  Harold Schneider  
  Bert Schneider  
Kamera:  Nestor Almendros  
  Haskell Wexler  
Schnitt:  Billy Weber  
Musik:  Ennio Morricone  

Karussell der Superstars

Alles hätte so schön sein können: Der Abend der Oscar-Verleihung ist gekommen, ein strahlender Gewinner nimmt die goldene Statue entgegen - und stopp! Hinter dem Mikrofon steht die falsche Person, eigentlich hätte doch jemand völlig anderes die Rolle spielen sollen...

Großansicht Bekamen eine zweite Chance: Kate Winslet und Gwyneth Paltrow (Foto: Kurt Krieger)

Bekamen eine zweite Chance: Kate Winslet und Gwyneth Paltrow (Foto: Kurt Krieger)

Das Ablehnen einer Filmfigur, die dem Konkurrenten zum Durchbruch, oder, noch bitterer, zum Oscar verhilft: Derartige Fehlentscheidungen werden in Hollywood häufig gefällt - und stellen sich im Nachhinein oft als Glücksfall für das Publikum heraus.

Oder könnte sich jemand das Road-Movie "Thelma & Louise" ohne Susan Sarandon, dafür aber mit Cher als Hausfrau Louise vorstellen? Denkt man an "Speed", hat man Sandra Bullock als taffe Busfahrerin vor Augen - wäre der Film mit Halle Berry hinter dem Steuer ein genauso großer Erfolg geworden? Hilary Swank erspielte sich als Kellnerin Maggie in "Million Dollar Baby" einen Oscar - hätte ihn Sandra Bullock, der die Rolle zuerst angeboten wurde, ebenfalls erhalten?

Großansicht "Ich bin der König der Welt" - und Kate die bessere Königin als Gwyneth? (Foto: Fox)

"Ich bin der König der Welt" - und Kate die bessere Königin als Gwyneth? (Foto: Fox)

Im sinkenden Schiff zu Weltruhm

Einige dieser Hollywood-Ladys dürften sich im Nachhinein schwarz geärgert haben. Schließlich verhalfen die Rollen, die sie verschmäht hatten, ihren Kolleginnen zum großen Durchbruch. Manchmal aber gibt es ausgleichende Gerechtigkeit - wie im Fall des Kassenschlagers "Titanic".

Für die Rolle der "Rose" an Leonardo DiCaprios Seite war Gwyneth Paltrow die Wunschkandidatin. Die aber lehnte dankend ab. Ihr Ersatz, Kate Winslet, stieg durch die Schiffs-Katastrophe zum internationalen Star auf. Nominierungen als beste Hauptdarstellerin häuften sich, nur knapp entgingen ihr 1997 der Oscar und der Golden Globe.

Großansicht Ob sich Joseph "Shakespeare" Fiennes auch durch Kate Winslet inspiriert gefühlt hätte? (Foto: UIP)

Ob sich Joseph "Shakespeare" Fiennes auch durch Kate Winslet inspiriert gefühlt hätte? (Foto: UIP)

Rache ist süß

Doch die Geschichte geht weiter: Während Kritiker weltweit noch begeistert von Kate schwärmten, holte Gwyneth bereits zum Gegenschlag aus. So löste sie als Viola De Lesseps in "Shakespeare in Love" die Schreibblockade des berühmten Dichters, was ihr 1999 den Oscar und der Welt eine tränenreiche Dankesrede bescherte.

Kate Winslet, der die Rolle nach ihrem großen Erfolg in "Titanic" als Erste angeboten worden war, hatte sie ausgeschlagen. Ein klares Unentschieden für die beiden Schönheiten also - und wer hätte sich Gwyneth in Leos Armen vorstellen können?

Großansicht Wie konnte John Travolta die Rolle des Bobby Flynn nur ablehnen? (Foto: Buena Vista)

Wie konnte John Travolta die Rolle des Bobby Flynn nur ablehnen? (Foto: Buena Vista)

Per Stepp-Einlage zum Golden Globe

Weniger ausgeglichen sieht die Bilanz bei folgenden Hollywood-Größen aus. Richard Gere, so könnte man sagen, verdankt seine Filmkarriere zu einem nicht unerheblichen Teil John Travolta und dessen unglücklichem Händchen bei der Rollenwahl.

Aktuellstes Beispiel: Die Produzenten der Verfilmung des Broadway-Musicals "Chicago" hatten Travolta mehrmals gefragt, ob er den Showbiz-PR-Agenten Billy Flynn auf der Leinwand verkörpern wolle. Travolta aber hatte keine Lust, und so sprang Richard Gere ein - und wurde nach fünf Monaten Stepptraining für seine Rolle mit dem Golden Globe belohnt.

Großansicht Glück gehabt, Geena: Beinahe hättest Du OP-Wunder Cher knuddeln müssen (Foto: Alamode Film)

Glück gehabt, Geena: Beinahe hättest Du OP-Wunder Cher knuddeln müssen (Foto: Alamode Film)

Kidman als Kupplerin

John Travolta dürfte dabei ein Déjà-Vue der unangenehmen Art gehabt haben: Drei Filme machten Gere zum Star ("In der Glut des Südens", "American Gigolo", "Ein Offizier und Gentleman") - in allen drei Fällen hatte Travolta, dem die Rollen zuerst angeboten wurden, das Angebot ausgeschlagen.

Im Extremfall kann eine abgelehnte Rolle sogar ganze Lebensentwürfe ändern. Angelina Jolie war als Brad Pitts Angetraute in "Mr. & Mrs. Smith" nur zweite Wahl - die eigentliche Favoritin Nicole Kidman verließ das Projekt kurz vor Drehbeginn wegen "terminlicher Schwierigkeiten". Nach ihrer Absage wollte auch Pitt nicht mehr.

Großansicht Hier passte wohl einfach alles: Brad Pitt und Angelina Jolie als Killer-Ehepaar Smith (Foto: Kinowelt)

Hier passte wohl einfach alles: Brad Pitt und Angelina Jolie als Killer-Ehepaar Smith (Foto: Kinowelt)

Chemische Reaktionen am Set

Als sich aber sexy Angelina interessiert zeigte, war der Frauenschwarm plötzlich wieder mit von der Partie. Eine echte Ideal-Besetzung, so Drehbuchautor Simon Kinberg: "Angelina war die eindeutig bessere Wahl. Nicole ist eine wunderbare Schauspielerin, aber kannst Du sie Dir im Nahkampf vorstellen? Entscheidend für den Film war außerdem die richtige sexuelle Chemie der beiden Hauptdarsteller - und die konnte man zwischen Brad und Angelina am Set förmlich fühlen."

Die Folgen dieser "sexuellen Chemie" sind inzwischen hinreichend bekannt - was also wäre gewesen, wenn...?

Man weiß es nicht - die Kinogeschichte jedenfalls wäre um einige unvergessliche Auftritte ärmer.

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