Samantha Morton
Paddy Considine
Djimon Hounsou
Regie: Jim Sheridan
Verleih: Fox
Nach dem tragischen Hirntumortod ihres kleinen Sohnes beschließt ein mittelloses junges Paar mit zwei Töchtern, illegal von Irland nach New York überzusiedeln und sich mitten in Manhattan in einem Wohnblock voller Asozialer, Drogisten und Pennbrüder niederzulassen. Während der Vater auf den Straßen der fremden Metropole seinem Traumberuf Schauspieler hinterher rennt, freunden sich die mit reicher Imagination gesegneten Töchter mit einem schwarzen Nachbarn an, einem todkranken afrikanischen Prinz.
Angeblich gemeinsam mit seinen beiden Töchtern schrieb der in den 80ern nach Amerika gekommene Regisseur Jim Sheridan diese sentimentale, mitunter märchenhaft anmutende Familiensaga.
Eine Familie aus Irland kämpft um ein neues Zuhause in Amerika.
Nach dem tragischen Tod des Sohnes macht sich in den 80er Jahren eine irische Familie auf die große Reise in die Neue Welt - und das, ohne einen Cent in der Tasche.
Dort angekommen, finden die Immigranten in einer lauten und verlausten New Yorker Mietskaserne Unterschlupf. Leider geht der "American Dream" nicht einmal annähernd in Erfüllung, und die harte Wirklichkeit zeigt schnell ihr hässliches Gesicht.
Aus der Perspektive einer der beiden kleinen Töchter erzählt Jim Sheridan ("Mein linker Fuß") eine herzzerreißende Einwanderer-Geschichte vom Durchhalten und Zusammenhalten, von persönlichem Schmerz und der unerschütterlichen Hoffnung auf eine bessere Zukunft - eines Tages, irgendwann.
Trotz großer Gefühle wird diese wunderbare Mischung aus Drama und Märchen dabei nie gefühlsduselig. Mit "In America" läuft das Filmjahr 2003 noch einmal zur Höchstform auf.
Eine Liebeserklärung an das Leben - und trotz allem auch an den Moloch Big Apple - voller melancholischer und magischer Momente. Zum Weinen schön.
| Darsteller: | Samantha Morton | als Sarah | |
|---|---|---|---|
| Paddy Considine | als Johnny | ||
| Djimon Hounsou | als Mateo | ||
| Sarah Bolger | als Christy | ||
| Emma Bolger | als Ariel | ||
| Michael Tighe | als Frank | ||
| Regie: | Jim Sheridan | ||
| Drehbuch: | Jim Sheridan | ||
| Naomi Sheridan | |||
| Kirsten Sheridan | |||
| Produzent: | Jim Sheridan | ||
| Arthur Lappin | |||
| Koproduzent: | Paul Myler | ||
| Kamera: | Declan Quinn | ||
| Schnitt: | Naomi Geraghty | ||
| Musik: | Gavin Friday | ||
| Maurice Seezer | |||
| Produktionsdesign: | Mark Geraghty | ||
| Susan Cullen | |||
| Kostüme: | Eimer Ni Mhaoldomhnaigh | ||
| Ton: | Dan Birch | ||
| Casting: | Avy Kaufman | ||
| Joyce Gallie | |||
| Sally Osoba | |||
| Nuala Moiselle | |||
| Frank Moiselle | |||
Zwei Oscar-Nominierungen hatten Jim Sheridan seine fünf Filme bisher gebracht. Vielleicht klappt es für den irischen Regisseur nun mit dem dramatischen Einwanderermärchen "In America" im dritten Anlauf: Das Drehbuch schrieb er mit seinen Töchtern, nun hofft die Familie Sheridan gemeinsam auf einen Goldjungen.
Hat ein Händchen für traurig-schöne Stoffe: der irische Regisseur Jim Sheridan (Foto: Fox)
JIM SHERIDAN: Vieles, was in dem Film geschieht, ist auch mir passiert, als ich von Irland nach New York ausgewandert bin: Ich habe viel Geld beim Versuch verloren, auf dem Rummelplatz eine "E.T."-Puppe zu gewinnen. Ich habe eine Klimaanlage durch halb New York geschleppt. Ich musste leere Flaschen sammeln, um mir von dem Pfand einen Stecker für 25 Cent zu kaufen, und ich habe wirklich eine Frühgeburt erlebt.
Es war eine aufregende Zeit und es war schwierig, genug Geld zu verdienen um die Familie durchzubringen. Andererseits hat es uns näher zusammengebracht. Ich habe durch diese wirtschaftlich schwierige Zeit gelernt, die Gelegenheiten zu ergreifen, die sich mir bieten. Und so war es: Ich bekam die Gelegenheit, "Mein linker Fuß" zu schreiben und durfte den Film danach auch inszenieren.
Es war eine sehr konstruktive Zusammenarbeit. Ich hatte die Idee zu dem Film und viele Episoden, aber keine richtige Geschichte. Also bat ich meine Töchter, eine Fassung zu schreiben. Sie setzten die Geschichte so um, dass die Kinder im Zentrum sind. Dann habe ich an meinen toten Bruder gedacht und entschieden, diese Geschichten zusammenzufügen. So hatte ich plötzlich das Thema für den Film: den Tod hinter sich zu lassen.
In dem Drehbuch zu "Some Mother's Son" macht Sheridan erneut Irland zum zentralen Thema (Foto: Concorde)
Der Film ist real und er ist magisch-real. Wir haben alle mit magischem Realismus zu tun. Wir wissen es nur nicht. Man schafft sich damit eine alternative Realität. Das machen wir alle, wenn wir sehr jung etwas über den Tod herausfinden: Wir schaffen uns eine Welt, in der wir nicht darüber nachdenken müssen. Wir schützen uns. Bei dem Film "In America" geht es um die Anwesenheit des Unsichtbaren in unserem Leben. Mir gefällt die Idee des Unsichtbaren.
Behaupten sich erfolgreich in Hollywood: Der Regisseur und Daniel Day-Lewis als "Der Boxer" (Foto: UIP)
Emma und Sarah Bolger waren die ersten beiden Mädchen, die beim Vorsprechen waren - und ich habe sie gleich besetzt. Das war Glück.
Wir hatten Kate Winslet, aber dann kam ein anderer Film, den sie gern machen wollte. Also dachte ich, ich setze auf Samantha Morton und Paddy Considine.
Mit "In America" bereits zum zweiten Mal für den Oscar nominiert: Samantha Morton (Foto: Fox)
Es war beinahe das Gegenteil. Das hatte damit zu tun, dass wir den Film während des Streiks in Amerika gemacht haben und es sehr schwierig war, Geld zu bekommen. Dann dachte das Studio, es wäre besser, einen unbekannteren männlichen Hauptdarsteller zu haben, damit es den Film als meine Geschichte verkaufen kann. Das Studio hat also die mutige Entscheidung getroffen, es mit unbekannteren Schauspielern zu versuchen. Das funktioniert auch sehr viel besser für den Film. Es wäre gut, wenn man das immer machen könnte. Aber das Filmgeschäft ist darauf ausgerichtet, Filme in ausländische Territorien zu verkaufen, und dafür braucht man Namen.
"Im Namen des Vaters" unschuldig als IRA-Terrorist verurteilt: Daniel Day-Lewis (Foto: UIP)
Ich habe nicht das Gefühl, etwas verpasst zu haben. Ich wollte meine eigenen Geschichten erzählen. Es ist schwer, etwas auszuführen, woran man nicht glaubt. Außerdem: Ich brauche nicht so viel Geld.
Ich werde einen Film über die amerikanische Politik machen. Es geht um einen Anschlag auf einen Senator in den sechziger Jahren. Jeder denkt, es hat etwas mit den Kennedys zu tun. Das hat es auch in gewisser Weise. Ich sehe es als eine Art Fabel. Ich mag es, wenn ein Film etwas bedeutet, wenn man vielleicht Dinge zum Besseren verändern kann.
Ich habe neulich mit ihm gesprochen, ob wir vielleicht etwas finden können - unter Umständen sogar das Projekt über die amerikanische Politik.
Verborgene Phantasien und emotionale Leere stehen im Zentrum der Rollen von Samantha Morton, deren kleine Statur und kindliches Gesicht...
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