Regisseur, Autor und Darsteller Ricky Tognazzi, Sohn des großen Ugo, ist auf dem besten Wege, die errregend-spannende aufklärerische Polit-Thriller-Tradition seiner Vorgänger Francesco Rosi, Elio Petri oder Damiano Damiani nahtlos fortzusetzen. In "Ultra" hatte er die Hooligans beobachtet, in "La Scorta - Im Visier der Angst" die Leibwächter der hohen Justizbeamten Italiens bei der täglichen Arbeit und deren verheerende Folgen für das Privatleben verfolgt, jetzt, mit den "erstickten Leben", wendet er sich dem kriminellen Problem des Wuchers in seinen zerstörerischen Dimensionen zu. In Berlin brachte ihm das den Alfred-Bauer-Preis des Filmfestivals ein.
Sergio ist der König und Mephisto des durchorganisierten Wuchers, der mit seiner Geschäftspartnerin Signora Saura und Claudio, dem Mann fürs Grobe, seine Hände über der Stadt hält: wie ein Geld-Krake. Eines Tages begegnet er dem alten Schulfreund Francesco (Vincent Lindon, "Die Krise"), dessen Baufirma vor dem Bankrott steht. Sergio entwickelt einen dämonischen Plan: Scheinbar hilft er Francesco, doch über Strohmänner und Scheinfirmen treibt er den ehrbaren Architekten in den Ruin und nimmt ihm gewaltsam die Gattin. Doch nicht nur bei ihrer Vergewaltigung, sondern auch bei den eigenen Partnern ist er einen Schritt zu weit gegangen. Auf dem Höhepunkt seiner Karriere bleibt er ermordet auf der Strecke. In der besten Tradition des italienischen Polit-Thrillers legt Ricky Tognazzi den Finger auf das Krebsgeschwür des Wuchers, der in allen seinen Aspekten - Gewalt, Ausbeutung, Betrug Gier, Beutemoral, Raffmentalität und leidenschaftlicher Machtwillen - und als Teufelskreis bloßgelegt wird. Hervorragende Darsteller, voran Luca Zingaretti als Sergio, der Teufel des Geldkreislaufes mit der Fixierung auf Armbanduhren, und der Drive der hypnotischen Musik von Ennio Morricone (mal wieder in Hochform) sollten mitsamt
dem blutvoll in Szene gesetzten Thema Programm-Kino-Interesse erzeugen. ger.
| Darsteller: | Vincent Lindon | ||
|---|---|---|---|
| Sabrina Ferilli | |||
| Luca Zingaretti | |||
| Ricky Memphis | |||
| Lina Sastri | |||
| Francesco Venditti | |||
| Violante Placido | |||
| Regie: | Ricky Tognazzi | ||
| Drehbuch: | Simona Izzo | ||
| Graziano Diana | |||
| Giuseppe Manfridi | |||
| Produzent: | Vittorio Cecchi Gori | ||
| Rita Cecchi Gori | |||
| Kamera: | Alessio Torresi Gelsini | ||
| Schnitt: | Carla Simoncelli | ||
| Musik: | Ennio Morricone | ||
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