Eine Frau am Rand des Nervenzusammenbruchs porträtiert die Regisseurin von "Die Unerzogenen", Pia Marais, in diesem Drama. http://images.kino.de/flbilder/max10/mbiz10/mbiz47/z1047500/b150x150.jpg Im Alter von Ellen

Filmdetails

Im Alter von Ellen

Eine Frau am Rand des Nervenzusammenbruchs porträtiert die Regisseurin von "Die Unerzogenen", Pia Marais, in diesem Drama.


Im Alter von Ellen
Start: 20.01.2011

Drama / Komödie

Deutschland/Frankreich 2010
Laufzeit: 101 Min.
FSK: ab 12 Jahre

Jeanne Balibar
Stefan Stern
Georg Friedrich

Regie: Pia Marais
Verleih: RealFiction

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Inhalt

Die 43-jährige Stewardess Ellen hat ihren festen Freund in die Arme einer anderen getrieben. Als sie auch noch einen niederschmetternden ärztlichen Befund erhält, hat sie endgültig die Schnauze voll von ihrem aktuellen Leben. Sie verlässt ihr startfertiges Flugzeug aus dem Notausgang. Einen Plan für ihr neues Leben hat sie nicht. Sie verfolgt einen Kollegen, lässt sich treiben, bis sie an eine Tierschutzorganisation gerät und dort einen jungen Verehrer findet, dessen Avancen sie aber abwehrt.


Kritik

Im Alter von Ellen

Eine 43-jährige Stewardess zieht einen Schlussstrich und beschreitet bizarre Abwege in dem Lebenskrisendrama von Pia Marais ("Die Unerzogenen").

Seltsam lautet das Prädikat, das Marais zweiter, an Arthouse-Kenner gewandter Spielfilm für sich verbuchen kann. Er handelt von einer Frau, die am Rande des Nervenzusammenbruchs laviert und so gar nicht mehr ins Leben zurückfinden will. Ellen heißt sie, gespielt von der französischen Bühnendarstellerin Jeanne Balibar ("Bonjour Sagan"), deren Akzent ihre dünne Stimme noch brüchiger klingen lässt. Das hat Methode: Sie wirkt den ganzen Film über wie eine teilnahmslose Fremde, die überall dabei ist, ohne jemals dazuzugehören. Für diese Antiheldin Sympathie zu empfinden, ist kein Muss, zumal Marais so gut wie gar nicht Motive und Innenleben aufschlüsselt. Ihre Ellen bleibt eine distanzierte Sphinx, die anfangs feststellt, dass ihr Partner Florian ("Import/Export"-Kultmime Georg Friedrich wieder mit breitestem Wiener Dialekt) eine andere hat - woran sie freilich nicht ganz schuldlos ist. Anderntags vervollständigt ein nicht näher genannter medizinischer Befund den Schock und als sie aus einer startfertigen Passagiermaschine durch den Notausgang über das Frankfurter Rollfeld flüchtet, ist, wenig überraschend, der Job futsch. Fortan taumelt sie ziellos umher und der Film folgt dieser emotional Verlorenen auf den bizarren (Ab)Wegen, die sie beschreitet.

Nachdem sie einen schwulen Kollegen gestalkt hat, was lange Zeit auf eine Variante von "Lost in Translation" hindeutet, schließt sie sich eher zufällig einer Tierschutzgruppe an. Während ihr Ex sie sucht, interessiert sich der junge Karl für sie. Doch die Beziehungsgeschädigte will nichts davon wissen. Ellen ist ein erratischer Charakter mit einer gelinde gesagt schwierigen Art: Derangiert, desorganisiert, desinteressiert. Das mag bisweilen tragikomisch wirken. Die radikale Aussteigerstory mit intensiver Atmosphäre gemahnt an das frühe deutsche Autorenkino, das zuletzt in "Eine flexible Frau" ein Echo fand. Ob es den von den Aktionisten in Nacht und Nebel befreiten Versuchstieren in Freiheit besser ergeht als in Gefangenschaft, steht als Sinnbild für Ellens Situation. "Naivität ist eine gefährlich Einstellung", warnt ein Wildhüter die Sinnsucherin in Afrika, wo Pia Marais zweite Arbeit endet, wenn sie die Hauptfigur einfach in der Landschaft verschwinden lässt. tk.

Im Alter von Ellen

Darsteller:  Jeanne Balibar   als Ellen
  Stefan Stern   als Karl
  Georg Friedrich   als Florian
  Julia Hummer   als Rebecca
  Alexander Scheer   als Bennett
  Eva Löbau   als Simone
  Clare Mortimer   als Clare
  Ian Roberts   als Hagan
  Jasna Fritzi Bauer   als Billy
  Patrick Bartsch   als Paul
  Benno Lehmann   als Louis
  Fabian Astor   als Christian
  Luis Lüps   als Raffael
  Moritz Neuffer   als Josche
  Tsephang Mohlomi   als Joseph
  Johann König   als Fred
  Cay Hellmich   als Personalchefin
 
Regie:  Pia Marais  
Drehbuch:  Horst Markgraf  
  Pia Marais  
Produzent:  Claudia Steffen  
  Christoph Friedel  
Kamera:  Hélène Louvart  
Schnitt:  Mona Bräuer  
Musik:  Horst Markgraf  
  Yoyo Röhm  
Produktionsdesign:  Petra Barchi  
Kostüme:  Gabriella Ausonio  
Maske:  Claudia Schaaf  
Ton:  Andreas Hildebrandt  

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