Originaltitel: I Know What You Did Last Summer
USA 1997
Jennifer Love Hewitt
Sarah Michelle Gellar
Ryan Phillippe
Regie: Jim Gillespie
Verleih: Constantin
Zwei Pärchen überfahren auf dem Nachhauseweg nach einer Party auf einer Küstenstraße einen Mann, der plötzlich aus dem Nichts auftaucht. Die vermeintliche Leiche laden sie in einem See ab. Ein Jahr später, die Wege der Vier haben sich nach den schrecklichen Ereignissen getrennt, erhält Julie eine Notiz, jemand wisse Bescheid, was sie im letzten Sommer getan habe - der Startschuß für eine Reihe grausamer Morde.

Wes Cravens smarter Teen-Schocker "Scream - Schrei!", der mit einem US-Einspiel von mehr als 103 Mio. Dollar eine lukrative Renaissance des Horrorfilms einläutete, steht nun auch in deutschen Lichtspielhäusern vor der Tür. Fast zeitgleich streicht die ebenfalls von Kevin Williams verfaßte Metzelmär "I Know What You Did Last Summer" - eine Verbindung, die Sony in seiner effizienten Werbekampagne deutlich hervorzuheben wußte (bis "Scream"-Verleih Miramax eine Unterlassungsklage anstrengte) - im Vorfeld des amerikanischen Halloween-Gruselfesttags sensationelle Umsätze ein.
Ähnlich genresprengend wie "Scream - Schrei!" ist das Regiedebüt von Jim Gillespie allerdings nicht ausgefallen. Anstatt das Genre postmodern zu transzendieren, orientiert sich "I Know..." in erster Linie sehr deutlich an den von klassischen Slasher-Vorbildern diktierten Gefilden und läuft routiniert nach dem bewährten, wenn auch durch falsche Fährten ergänzten "Wer-ist-der/die-Nächste-beim-Sterben-Schema"ab. Wie so oft zuvor findet sich das Grauen an einem idyllischem Ort ein, in diesem Fall in einem verschlafenen Fischerstädtchen in North Carolina. Zwei junge befreundete Pärchen - Schönheitskönigin Helen (Sarah Michelle Gellar sorgt als TV-Heroine in "Buffy the Vampire Slayer" für Furore) und der aggressiv-arrogante Barry (Ryan Phillippe), die vernünftige Julie (Jennifer Love Hewitt aus der Fernsehserie "Party of Five") und der rechtschaffene Ray (Freddie Prinze Jr. aus "The House of Yes") - überfahren auf dem Nachhauseweg nach einer Feier des Unabhängigkeitstags auf einer abgelegenen Küstenstraße einen Mann, der plötzlich aus dem Nichts auftaucht. Nach kurzer Debatte beschließen sie, die Leiche ins Meer zu werfen, doch in bester Stehauf-Manier des Halloween-Psychos Mike Myers erwacht ihr Opfer kurz vor dem Untertauchen nochmals zum Leben. Aus einem Unfall wird somit endgültig ein Mord. Angeknüpft wird am Unabhängigkeitstag genau ein Jahr später. Die Wege der jugendlichen Protagonisten haben sich getrennt, jeder kämpft mit den Schuldgefühlen und hat dafür seinen Traum von der Verwirklichung des eigenen Potentials geopfert. Die nervlich angeschlagene Julie erhält einen anonymen Brief, der die Titelzeile zum Inhalt hat. Sie wendet sich an ihre ehemaligen Freunde, und als gemischtes Doppel müssen sie schon bald um ihr Leben fürchten. Ein Killer - unkenntlich-gesichtslos in einen Ostfriesennerz gehüllt - treibt mit riesigem Haken (wie er bereits in John Carpenters "Nebel des Grauens" und in "Candyman" zum Einsatz gebracht wurde) sein blutig-bestialisches Handwerk. Wenn sie nicht gerade damit beschäftigt sind, den Attacken des Unbekannten auszuweichen, fahnden die vier Teenager in ihrem Bekanntenkreis, der Familie ihres Opfers ("Volcano"-Mimin Anne Heche als degenerierte "Texas Chainsaw Massacre"-ähnliche Landbewohnerin) und gar in den eigenen Reihen nach dem dämonischen Aggressor. Die ausgedehnte Auflösung auf einem Fischkutter fällt dann unerwartet, wenngleich ein wenig unbefriedigend aus.
Die Spannung wird mit durchschlagend punktierten Schockmomenten hochgeputscht, während sich die graphische Gewalt vergleichsweise in Grenzen hält. Darstellerisch wird der Film von der überzeugenden Scream Queen Hewitt getragen, die wie ihre Serienkollegin Neve Campell in "Scream - Schrei!" eine ideale Identifikationsfigur abgibt. Geneigte Horrorfans wird der Schocker, der sich mit Ausnahme einer höheren Professionalität bei der Realisierung nur unwesentlich von den zahllosen Vorbildern abhebt, womöglich kalt lassen, auch wenn sie zum Schwelgen in den großzügig eingestreuten Genrereferenzen geradezu eingeladen werden. Das blendende Abschneiden am US-Boxoffice ("I Know What You Did Last Summer" ist auf dem Weg, der erfolgreichste Film der US-Herbstsaison zu werden) läßt jedoch darauf schließen, daß längst eine neue Publikumsgeneration in die Kinos drängt, um sich unvoreingenommen ins neue Jahrtausend hineinzugruseln. Inwiefern der Erfolg auf deutsche Verhältnisse übertragbar ist, wird sich zeigen, wenn die ersten "Scream-Schrei"-Ergebnisse bekannt werden. ara.
| Darsteller: | Jennifer Love Hewitt | als Julie James | |
|---|---|---|---|
| Sarah Michelle Gellar | als Helen Shivers | ||
| Ryan Phillippe | als Barry Cox | ||
| Freddie Prinze Jr. | als Ray Bronson | ||
| Muse Watson | als Benjamin Willis | ||
| Anne Heche | als Melissa Egan | ||
| Bridgette Wilson | als Elsa Shivers | ||
| Johnny Galecki | als Max | ||
| Regie: | Jim Gillespie | ||
| Drehbuch: | Kevin Williamson | ||
| Produzent: | Neal H. Moritz | ||
| Stokely Chaffin | |||
| Erik Feig | |||
| Ausf. Produzent: | William S. Beasley | ||
| Buchvorlage: | Lois Duncan | ||
| Kamera: | Denis Crossan | ||
| Schnitt: | Steve Mirkovich | ||
| Musik: | John Debney | ||
| Produktionsdesign: | Gary Wissner | ||
| John J. Rutchland III | |||
| Kostüme: | Catherine Adair | ||
| Ton: | Carl Rudisill | ||
Einmal im Jahr regiert weltweit das Grauen: Menschen fliehen vor schlecht kostümierten Nachbarn, wild gewordene Kürbisse gehen auf Opferjagd. So überstehen Sie den 31. Oktober dennoch bestens...
Zu Halloween spielt die ganze Welt verrückt. Das Grauen hält in der Nacht zum ersten November Einzug, wenn sich ansonsten eher biedere Bürger in furchterregende Nachtgestalten verwandeln. Der Halloween-Horror nimmt dann seinen gruseligen Lauf.
Bisher feierten vor allem die Menschen in Großbritannien und den USA diesen Jahrhunderte alten Brauch, dessen Name "All Hallowed Evening" im 16. Jahrhundert durch die protestantische Kirche eingeführt wurde. Kinder freuen sich besonders auf diesen Abend. Denn dann ziehen sie verkleidet von Haus zu Haus und fordern "Trick or Treat" - Süßigkeiten oder drohen mit einem Streich.
Äußerst populär sind auch die Halloween-Feierlichkeiten in den Freizeitparks der Universal Studios Hollywood und Orlando. Den ganzen Oktober lang öffnen die Parks bei Einbruch der Dunkelheit wieder ihre Pforten.
Buh!
Statisten, von Stylisten in kleine Gruselmonster verkleidet, ziehen übers Gelände und erschrecken ahnungslose Besucher. Mehrere Sound-Stages, die sonst als Drehort und Kulisse für Blockbuster herhalten, werden in dieser Zeit in riesige Labyrinthe verwandelt, in denen ebenfalls Angst und Schrecken regieren.
Natürlich sind hier auch Filmhits entstanden, die bei einem gepflegten Halloween-Videoabend nicht fehlen dürfen. Dazu gehören u.a. die Horror-Klassiker "Frankenstein" mit Boris Karloff und "Dracula" mit Béla Lugosi. Wem diese beiden Meilensteine der Filmgeschichte nicht ausreichen, kann sich in seiner Videothek auch ein Werk aus unserer Filmliste schnappen oder einfach den Videothekar nach einem weiteren Tipp fragen.
Keltenkult
Die Pausen beim Zurückspulen lassen sich wunderbar mit klassischen Halloween-Musikhits verkürzen. Bestens geeignet sind Songs von Alice Cooper, HIM, Marylin Manson, Sisters of Mercy, Meat Loaf, der teutonischen Heavy-Formation Halloween oder die Soundtracks zu "Rocky Horror Picture Show", "Ghostbusters", "Vamp", "Lost Boys" und der einzigartigen "Halloween"-Reihe um Massenmörder Michael Myers.
Halloween wird auch in Deutschland immer populärer. Kein Wunder - hat die Gruselfete seinen Ursprung doch in unseren Breiten. Die Kelten verabschiedeten den Sommer am 31. Oktober und feierten Todesfürst Samhain, der im Winter regiert, mit Menschenopfern.
Sie brauchen aber nichts zu opfern - es reicht, wenn Sie sich entspannt zurücklehnen...
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