Ein 17-Jähriger träumt im New York des Jahres 1937 von einer Broadway-Karriere und bekommt einen Part in Orson Welles' "Julius Caesar"-Inszenierung. Linklaters Referenz an den jungen Welles. http://images.kino.de/flbilder/max10/auto10/auto29/10290257/b150x150.jpg Ich & Orson Welles

Filmdetails

Ich & Orson Welles

Ein 17-Jähriger träumt im New York des Jahres 1937 von einer Broadway-Karriere und bekommt einen Part in Orson Welles' "Julius Caesar"-Inszenierung. Linklaters Referenz an den jungen Welles.


Ich & Orson Welles
Start: 26.08.2010

Originaltitel: Me and Orson Welles

Drama

Großbritannien 2008
Laufzeit: 113 Min.
FSK: o.A. (ohne Altersbeschränkung)

Zac Efron
Christian McKay
Claire Danes

Regie: Richard Linklater
Verleih: Farbfilm (Barnsteiner)

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New York, November 1937. Orson Welles, Schauspieler, Regisseur und Gründer des Mercury Theatre, bereitet die Broadway-Premiere von "Julius Caesar" vor. Der 17-jährige Richard Samuels landet durch Zufall eine kleine Rolle. Die Theaterwelt entpuppt sich als hartes Pflaster: Monomane Welles führt ein eisernes Regime - auf und hinter der Bühne. Neid, Konkurrenzkämpfe und Missgunst beherrschen den Probenalltag. Als sich Richard in die Regieassistentin Sonja verliebt, wird er ungewollt zum Rivalen des genialen Multitalents.


Kritik

Ich & Orson Welles

Linklater meets Welles: Zwei Monomanen, zwei Leinwandzauberer und ein Film über das Theater, getragen von Christian McKay als Wiedergänger des Kinogenies.

"Dazed and Confused", "Before Sunrise", "Die Newton Boys", "School of Rock", "Die Bären sind los"... Slacker-Ode, Liebesfilm, Western, Komödie, Kinderspaß... Richard Linklater, Regie-Independent im Geiste von John Cassavetes, US-Dogmatiker und auteur. Geboren in Houston, Texas, der Cowboy unter den Filmemachern, sattelfest in allen Genres. Ein genialischer Künstler, der sich ungern (Kino-)Regeln beugt - wie ein anderes enfant terrible des Films: Orson Welles. Dem erweist er nun in "Me and Orson Welles" seine Referenz - dem Welles vor dessen Hörspielsensation "Krieg der Welten" (1938), vor dem cineastischen Meilenstein "Citzen Kane" (1941). Eine Hommage an den Künstler als junger Mann.

Die eigentliche Hauptperson ist aber das "Ich" des Titels. Ein Alterego von Linklater vielleicht, ein 17-jähriger namens Richard Samuels der im New York des Jahres 1937 der Großen Depression entfliehen will und von einer Broadway-Karriere träumt. Der Zufall und seine gute Stimme verhalfen ihm zu einem kleinen Part in der "Mussolini"-Inszenierung von "Julius Caesar", jener legendären Produktion des Mercury Theatre, die Welles' Ruf begründete und die US-Bühnenkunst revolutionierte. Den Lucius soll Richard spielen, neben dem Meister als Brutus und Joseph Cotten als Publius, während Produzent John Houseman (fast) an den Launen und Wünschen seines exzentrischen Stars zerbricht.

Das Leben ist für den 22-jährigen Welles Bühne, für den Selbstdarsteller fällt der Vorhang nie. Nach der Show ist vor der Show, die gesamte Truppe sein Eigentum. So auch Sonja, seine ihm ergebene Assistentin, auf die er trotz schwangerer Ehefrau ein Auge geworfen hat - wie Richard, der von Liebe träumt und einige bittere Lektionen lernen muss - über das Zwischenmenschliche und die Kunst. Mit traumwandlerischer Sicherheit führt Linklater sein Ensemble, allen voran Christian McKay als Welles, der den Kinomonomanen in Stimme und Gestus brillant imitiert, gefordert von Zac Efron als Zauberlehrling, der beweist, dass er weit mehr kann, als nur sein Aussehen in "High School Musicals" zur Schau zu stellen.

Auf dem Roman von Robert Kaplow basiert das Drehbuch von Vincent und Holly Gent Palmo, dessen Kniff darin besteht, das Genie Welles durch die Augen eines unschuldigen Teens - der einzigen fiktiven Figur der Vorlage - zu zeigen. Naiv ist der Blick, leicht- und gutgläubig, und die Welt noch ein einziger Abenteuerspielplatz. Und zwischen sorgfältig gestalteten Kulissen und einem ansehnlichen period pic-Produktionsdesign (Laurence Dorman) lernt man viel darüber wie Theater funktioniert, dass Liebe oft mit Macht zu tun hat und Claire Danes als Sonja im wahrsten Sinn des Wortes eine "Stage Beauty" ist. geh.

Ich & Orson Welles

Darsteller:  Zac Efron   als Richard Samuels
  Christian McKay   als Orson Welles
  Claire Danes   als Sonja Jones
  Ben Chaplin   als George Coulouris
  Eddie Marsan   als John Houseman
  Zoe Kazan   als Gretta Alder
  James Tupper   als Joseph Cotten
  Kelly Reilly   als Muriel Brassler
  Leo Bill   als Norman Lloyed
  Al Weaver   als Sam Leve
  Iain McKee   als Vakhtangov
  Simon Phillips   als Walter Ash
  Simon Nehan   als Joe Holland (Julius Caesar)
  Patrick Kennedy   als Grover Burgess (Ligarius)
  Aidan McArdle   als Martin Gabel (Cassius)
  Thomas Arnold   als George Duthie
  Megan Maczko   als Evelyn Allen
  Jo McInnes   als Jeannie Rosenthal
  Travis Oliver   als John Hoyt
  Daniel Tuite   als William Mowry (Flavius)
  Saskia Reeves   als Barbara Luddy
  Imogen Poots   als Lorelei Lathrop
  Shane James Bordas   als Elliott Reid
  Janie Dee   als Mrs. Samuels
  Alessandro Giuggioli   als Hiram Sherman
  Lexie Lambert   als Lizzy
  Harry Macqueen   als John A. Willard
  Rhodri Neil Orders   als Stefan Schnabel
 
Regie:  Richard Linklater  
Drehbuch:  Holly Gent Palmo  
  Vincent Palmo  
Produzent:  Richard Linklater  
  Ann Carli  
  Marc Samuelson  
Koproduzent:  Vincent Palmo  
  Holly Gent Palmo  
  Andrew Fingret  
Buchvorlage:  Robert Kaplow  
Kamera:  Dick Pope  
Schnitt:  Sandra Adair  
Musik:  Marc Marot  
Produktionsdesign:  Laurence Dorman  
Kostüme:  Nic Ede  
Maske:  Fae Hammond  

Die Lieblingsfilme der Redaktion 2010

Die Redaktion hegt einen bösen Verdacht...

Großansicht Erhielt von uns im Schnitt die besten Platzierungen im Jahres-Ranking: "Inception" (Foto: Warner)

Erhielt von uns im Schnitt die besten Platzierungen im Jahres-Ranking: "Inception" (Foto: Warner)

Bestimmt hat uns Christopher Nolan eine "Inception" verpasst, damit wir sein SciFi-Meisterwerk an die Spitze unserer kino.de-internen Jahrescharts befördern. Besonders anfällig war dafür Kollege Alex Jodl, der das Hirnexperiment mit einem groß aufspielenden Leonardo DiCaprio auf seiner Liste sogar ganz oben führt. Alle anderen sahen "Inception" zwar eher im Mittelfeld, aber es ist der einzige Film, den ausnahmslos alle Redakteure in ihre Top Ten nahmen.

Das zeigt, wie vielseitig das Kinojahr 2010 war: Ob George Clooney über den Wolken und vor allem darunter den Sinn des Lebens haschte, Sam Rockwell auf dem Mond einer grausigen Selbtserkenntnis gewahr wurde, Harry Potter sich poetisch dem finalen Kampf gegen Voldemort entgegenzeltete oder 9 Häkelhelden der Postapokalypse trotzten - jeder fand in seinem Lieblingsgenre echte Kinojuwelen. Hier die komplette Liste unserer Topfilme 2010:

REDAKTIONSFAVORITEN: DIE BESTEN KINOFILME 2010
 

Boris Sunjic<br />Redaktionsleiter kino.de

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Matthias Ott<br />Redaktionsleiter Publikumsmagazine

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Alexander Jodl<br />Redaktionsleiter video.de

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Michaela Jacob<br />Redakteurin kino.de kompakt

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