Originaltitel: Obsluhoval jsem anglického krále
Tschechien/Slowakei 2007
Oldrich Kaiser
Ivan Barnev
Julia Jentsch
Regie: Jirí Menzel
Verleih: Farbfilm (Barnsteiner)
In einem Prager Nobelhotel verdient sich Jan Dite (Ivan Barnev, später: Oldrich Kaiser) den Lebensunterhalt als Aushilfskellner. Seine höheren Ziele beginnt er zu verwirklichen, als die Nazis an die Macht kommen und er mit Arier-Nachweis die Karriereleiter hinauf fällt. Er heiratet die sudetendeutsche Turnlehrerin Líza (Julia Jentsch) und wandert, kaum dass die Besatzer vertrieben sind, für 15 Jahre in den Knast der neuen kommunistischen Herrscher.
Der Schelmenroman des böhmischen Autors Bohumil Hrabal ist die Steilvorlage für eine deftige und freizügige tschechische Tragikomödie aus der meisterlichen Hand Jiri Menzels, der zwei Jahrzehnte Weltgeschichte aus den Augen eines opportunistischen Hochstaplers erzählt.
Jiri Menzels Romanverfilmung über einen Kollaborateur zur Zeit der Nazi-Besatzung in Prag.
Die Geschichte eines Emporkömmlings: Jan Díte (jung: Ivan Barnev; alt: Oldrich Kaiser) verdient sich seine Brötchen als Aushilfskellner in einem Prager Nobelhotel. Aber er hat höhere Ziele, will sich unbedingt verbessern. Als die Nazis an die Macht kommen und Tschechien besetzen, sieht Jan seine Chance gekommen: Als Kollaborateur erhofft er sich eine goldene Zukunft.
Zwei Jahrzehnte europäischer Geschichte umfasst die Verfilmung eines der berühmtesten Romane des tschechischen Schriftstellers Bohumil Hrabal. Es ist der erste Spielfilm des tschechischen Altmeisters Jiri Menzel ("Liebe nach Fahrplan") seit 1994.
Er liefert eine besonders ambitionierte und besonnene Arbeit ab, in der unter anderem Bären-Gewinnerin Julia Jentsch ("Sophie Scholl - Die letzten Tage") eine der Hauptrollen spielt.
| Darsteller: | Oldrich Kaiser | als Jan Dite (alt) | |
|---|---|---|---|
| Ivan Barnev | als Jan Dite (jung) | ||
| Julia Jentsch | als Liza | ||
| Martin Huba | als Skrivánek | ||
| Marian Labuda | als Walden | ||
| Milan Lasica | als Professor | ||
| Josef Abrham | als Brandjes | ||
| Jíri Labus | als Hotelchef | ||
| Jaromir Dulava | als Kellner Karel | ||
| Regie: | Jirí Menzel | ||
| Drehbuch: | Jirí Menzel | ||
| Produzent: | Rudolf Biermann | ||
| Ausf. Produzent: | Robert Schaffer | ||
| Andrea Metcalfe | |||
| Buchvorlage: | Bohumil Hrabal | ||
| Kamera: | Jaromír Sofr | ||
| Schnitt: | Jíri Brozek | ||
| Musik: | Ales Brezina | ||
| Produktionsdesign: | Milan Bycek | ||
| Kostüme: | Milan Corba | ||
| Ton: | Radim Hladík | ||
In "Ich habe den englischen König bedient" erregt Julia Jentsch Aufsehen, weil sie die Sudetendeutsche Lisa als glühende Anhängerin Hitlers spielt. In einer Szene jubelt sie bei dem Gedanken, das Nazi-Oberhaupt werde bald die tschechische Hauptstadt Prag einnehmen und alle Deutschen aus ihrem Elend befreien.
Julia Jentsch spielt die Sudetendeutsche Lisa, die in Hitler ihren Heilsbringer sieht (Foto: Farbfilm (Barnsteiner))
» Dieser Film war Ihre erste ausländische Produktion. Konnten Sie bereits vorher tschechisch sprechen?
JULIA JENTSCH: Nein, das habe ich mir erst für "Ich habe den englischen König bedient" erarbeitet. Eine Dolmetscherin hat mit vorher eine CD mit den Texten besprochen, die ich zwei bis drei Wochen vor dem Dreh bekam, und dann habe ich mit ihr geübt.
Es war natürlich am Anfang nicht so einfach mit diesen ganz speziellen Lauten, aber ich empfand es als eine spannende Herausforderung. Es war schön, dass ich das ausprobieren konnte. Dennoch habe ich mich immer wieder bei allen rückversichert, ob ich mir das zutrauen kann.
» Hatten Sie zuvor schon von dem Regisseur Jiri Menzel gehört?
Ich kannte ihn, aber nur durch den Film "Liebe nach Fahrplan", für den er damals den Oscar gewonnen hat. Und weil ein Bekannter von mir großer Jirí Menzel-Fan ist. Als ich ihm von dem Drehbuch erzählt habe, fand ich das unglaublich absurd. Doch er hat sofort gesagt "Ich komme mit zum Drehort, ich muss diesen Mann kennen lernen!"
Der Kellner Jan versucht ihr Herz zu erobern, doch weil er Tscheche ist, will sie zunächst nichts von ihm wissen (Foto: Farbfilm (Barnsteiner))
» Nehmen Sie Ihre Freunde öfter zu Dreharbeiten mit?
Eigentlich nie, nein. Ich habe das nur in diesem speziellen Fall gemacht. Ich meine, wenn man weiß, dass einer alle Filme gesehen hat und dauernd guckt, habe ich natürlich ja gesagt. Sonst habe ich noch nie jemanden mitgenommen.
» Erst waren Sie eine Widerstandskämpferin, jetzt eine Nazi-Frau. Wie haben Sie diesen Spagat hinbekommen?
Ja, was für eine Entwicklung. Dennoch ist ein Spagat ja genau das, was einen Schauspieler interessiert. Eine Nazi-Anhängerin zu spielen, ist etwas, worauf ich nicht unbedingt Lust hatte und was mich per se reizen würde. Bei Lisa war jedoch der ausschlaggebende Punkt ihr Charakter. Sie war anders als alles, was ich vorher gespielt habe. Lisa hat dieses ganz spezielle Verhalten, dass sie in ein Cafe kommt und laut ihren Freund begrüßt. Es ist ihr egal, dass alle gucken. Diese Art hat mich an ihr interessiert. Dass sie eine Hitler-Anhängerin ist, muss man als Teil von ihr hinnehmen.
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