Schongslose und bewegende filmische Aufarbeitung des Hungertodes von Bobby Sands. http://images.kino.de/flbilder/max09/auto09/auto29/09290287/b150x150.jpg Hunger

Filmdetails

Hunger

Schongslose und bewegende filmische Aufarbeitung des Hungertodes von Bobby Sands.


Hunger
Start: 13.08.2009

Drama

Großbritannien 2008
Laufzeit: 96 Min.
FSK: ab 16 Jahre

Michael Fassbender
Liam Cunningham
Stuart Graham

Regie: Steve McQueen
Verleih: Ascot Elite (Fugu)

So werten die bisherigen Besucher:

Gesamt
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Action
Humor
Romantik
Spannung
Anspruch
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Besucher-
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Temperatur

lau

Inhalt

In den frühen 80er Jahren beginnt im berüchtigten nordirischen Gefängnis Maze eine Gruppe von aus verschiedenen Gründen inhaftierten IRA-Mitgliedern damit, die Forderung nach einem Status als politische Gefangene mit einer Reihe publikumswirksamer Widerstandsaktionen zu unterstreichen. Als verschiedene andere Verfahren nicht zu den gewünschten Verhandlungen sondern nur zu schlimmeren Repressalien führen, tritt eine Gruppe um den charismatischen Anführer Bobby Sands in den Hungerstreik. Mit tragischen Folgen.


Kritik

Hunger

Der Hunger rechtfertigt die Mittel im packenden Regiedebüt und Gewissensdrama des Namensvetters von Steve McQueen.

Als beeindruckende Geschichtslektion mit aktuellen Anspielungen auf den Krieg gegen den Terror führt das Regiedebüt des in Cannes mit der Caméra d'Or als Bester Erstlingsfilm ausgezeichneten Steve McQueen ins Jahr 1981 in den sechswöchigen Hunger- und Waschstreik der irischen Aktivisten im Maze Prison in Nordirland. McQueen widmet sein Werk, das wie eine forensische Studie funktioniert, dem Aktivisten Bobby Sands, überragend verkörpert von Michael Fassbender (Francois Ozons "Angel"). Sands war eine Schlüsselfigur der IRA, überzeugt von der Opposition gegen England, dem Glauben an ein vereintes Irland und dem mit Waffen geführten Kampf. Im Gefängnis benutzte er Körper und Leben als letztes Mittel und verlangte, als Kriegsgefangener behandelt zu werden. Das Schicksal von Sands inspirierte schon öfters Theater und Film, u.a. in "Some Mother's Son - Mütter & Söhne".

"Hunger" liefert einen bis zum letzten Kassiber lebendigen und bis zum letzten Exkrement detailgenauen Einblick in den, wegen seiner Form, H-Block genannten Gefangenentrakt des Maze Prison, wo die Inhaftierten sich weigern, Gefängniskleidung zu tragen und zu essen. Nur mit Handtüchern bekleidet und vollbärtige erinnern sie bald an Jesus-artige Knochengrippe. Währendessen schlagen und scheren die Wärter Köpfe. Für sie steht Raymond (Stuart Graham), der jeden Tag unter seinem Auto nach Bomben sucht und dessen blutig vernarbte Fingerknöchel nie heilen.

Zentrale Szene ist ein langes Gespräch zwischen Sands und Pater Dominic Moran (Liam Cunningham), bei dem die Kamera sich nicht bewegt und die einander am Tisch gegenübersitzenden Männer fixiert. Ein Ruhepunkt in der Halbzeit eines Films, der die lebende Hölle schildert, wo die mit Kot beschmierten Wände fast wie abstrakte Gemälde wirken. Da zeigt sich die visuelle Ausbildung des Turner-Preisträgers McQueen. Grandiose Bildkompositionen sind spürbar bei Schneefall, Reinigen des Korridors von Urinbächen und Sands' Agonie. Ein wuchtiger Film voll Power und Poesie, Pflichtprogramm für jedes politisch bewusste Arthouse-Kino. ger.

Hunger

Darsteller:  Michael Fassbender   als Bobby Sands
  Liam Cunningham   als Father Moran
  Stuart Graham   als Ray Lohan
  Laine Megaw   als Ray's Frau
  Brian Milligan   als Davey
  Liam McMahon   als Gerry
  Karen Hassan   als Gerrys Freundin
  Frank McCusker   als Direktor
  Lalor Roddy   als William
  Helen Madden   als Frau Sands
  Des McAleer   als Herr Sands
  Geoff Gatt   als Mann mit Bart
  Rory Mullen   als Priester
 
Regie:  Steve McQueen  
Drehbuch:  Enda Walsh  
  Steve McQueen  
Produzent:  Laura Hastings-Smith  
  Robin Gutch  
Ausf. Produzent:  Jan Younghusband  
  Peter Carlton  
  Linda James  
  Edmund Coulthard  
  Iain Canning  
Kamera:  Sean Bobbitt  
Schnitt:  Joe Walker  
Musik:  David Holmes  
  Leo Abrahams  
Produktionsdesign:  Tom McCullagh  
Kostüme:  Anushia Nieradzik  
Maske:  Jacqueline Fowler  
Casting:  Gary Davy  

Michael Fassbender dreht mit Steve McQueen

Sieht ganz danach aus, als hätte Hollywood ein neues Dreamteam.

Großansicht Michael Fassbender ist auf dem besten Weg, einer der ganz Großen zu werden (Foto: Kurt Krieger)

Michael Fassbender ist auf dem besten Weg, einer der ganz Großen zu werden (Foto: Kurt Krieger)

Drei Jahre liegen zwischen "Hunger" und "Shame", den ersten beiden Filmen, die Michael Fassbender und Regisseur Steve McQueen miteinander gedreht haben. Zu viel vergeudete Zeit, dachten sich die zwei neuen Hollywood-Lieblinge, und machten gleich das nächste Filmprojekt fix. Anfang nächsten Jahres werden sie mit den Dreharbeiten zu "12 Years a Slave" beginnen, der schockierenden Lebensgeschichte von Solomon Northrup.

Northrup, ein New Yorker afro-amerikanischer Abstammung, wurde im Jahr 1841 gekidnappt und als Sklave in die Südstaaten verkauft. Chiwetel Ejiofor spielt die Hauptrolle des verheirateten Geigenspielers, der zwölf Jahre unter unmenschlichen Bedingungen auf Baumwollplantagen arbeiten musste und erst durch ein Gerichtsverfahren wieder in die Freiheit entlassen wurde. Welche Rolle Fassbender übernehmen wird, ist momentan noch ungeklärt. Produziert wird der Film von Brad Pitt und dessen Firma Plan B Entertainment.

Anspruch trifft Aufklärung

Ebenso wie "Hunger" und "Shame" ist "12 Years a Slave" alles andere als leichte Kost. Die Schilderungen in Northrups 1853 veröffentlichter Autobiografie sind drastisch und brutal. Und so engagiert wie Fassbender und McQueen ihre bisherigen Projekte angegangen sind, dürfte auch dieser Film dem Zuschauer ordentlich unter die Haut gehen.

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