Independent-Buddy-Komödie, in der zwei Freunde sich an Offenheit übertreffen und einen Porno mit sich in den Hauptrollen drehen wollen. http://images.kino.de/flbilder/max10/auto10/auto30/10300132/b150x150.jpg Humpday

Filmdetails

Humpday

Independent-Buddy-Komödie, in der zwei Freunde sich an Offenheit übertreffen und einen Porno mit sich in den Hauptrollen drehen wollen.


Humpday
Start: 09.09.2010

Komödie

USA 2009
Laufzeit: 94 Min.
FSK: ab 16 Jahre

Mark Duplass
Joshua Leonard
Alycia Delmore

Regie: Lynn Shelton
Verleih: Fugu

So werten die bisherigen Besucher:

Gesamt
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Action
Humor
Romantik
Spannung
Anspruch
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Besucher-
ansturm

Temperatur

lau

Inhalt

Ben führt ein glückliches Spießerleben mit seiner Frau. Das wird durch das nächtliche Auftauchen seines ehemaligen Uni-Kumpels Andrew empfindlich gestört. Denn der coole Bohemien überredet Ben, mit zu einer Party in eine Künstlerkommune zu kommen. Bald völlig zugedröhnt, brüsten sich die beiden damit, den Mut und die Coolness zu haben, einen Pornofilm mit sich in den Hauptrollen zu drehen. Am nächsten Tag traut sich keiner der zwei Männer, einen Rückzieher zu machen, und sie gehen mit Kamera ins Hotel.


Kritik

Humpday

Den Spezialpreis der Jury in Sundance heimste Lynn Sheltons Buddy-Komödie ein, in der zwei Freunde sich an Offenheit übertreffen und einen Porno mit sich in den Hauptrollen drehen wollen.

So zuletzt u.a. "Superbad" und vor allem "Trauzeuge gesucht!" die Homophobie der Männer als zweideutigen Resonanzboden für ihren Humor nutzten, geht auch Independent-Filmerin Lynn Shelton vor. Nur dass sie dafür nicht Mainstream-Methoden, sondern die Mittel des Mumblecore anwendet. Dieser Dogma-artige Ansatz verleiht mit Handkamera und Alltagsnähe ein möglichst authentisches Bild der Mittelschicht und gibt der Geschichte von zwei Heterosexuellen, die im wahren Wortsinn die Schnapsidee umsetzen wollen, in einem Kunstporno zu kopulieren, eine besondere Würze. Schließlich geht es um nichts Geringeres, als die maximale maskuline Angst.

Eine marginale Exposition schildert die Existenz von Ben (Mark Duplass) - Haus, glückliche Ehe mit Anna (Alycia Delmore), Kinderwunsch - so natürlich-spießig, wie es die Realsatire verlangt. Als eines nachts Uni-Kumpel Andrew (Joshua Leonard) nach einer Weltreise vor der Tür steht, will das gastfreundliche Paar locker bleiben und nimmt ihn auf. Das enervierende Kumpelgetue zwischen dem netten bürgerlichen Steuerzahler und dem ungebundenen Bohemien sprengt schnell die Grenzen von Bens Ehekäfig. Er versucht angestrengt, mit dem pseudo-hippen Freund mit zu halten. Als sie zugedröhnt auf einer (noch viel pseudo-hipperen) Künstlerparty vom Humpfest hören, einem Amateur-Porno-Festival, fällt ihnen nichts Besseres ein, als sich beim Sex miteinander filmen zu wollen. Das ist schließlich die ultimative subversive Kunst! Anderntags ist es eine Frage der Ehre, nicht vom Plan abzuweichen, auch wenn das die Beziehung zu Anna gewaltig belastet.

Shelton seziert in "Humpday" spöttisch und mit viel Situationskomik die falsch verstandene Männlichkeit. Wie die Angst, nicht offen genug zu sein, zwei im Kern verklemmte Typen in phänomenale Fallstricke verheddert, dient ihr als Dekonstruktion des Machismo, ohne die Protagonisten vorzuführen. Dafür ist die Fabel von Posen unter Kumpels zu smart, bietet analytische Diskussionen und verzichtet auf pubertären Bad-Taste-Humor und nackte Tatsachen. Lediglich mental lassen die beiden Buddys die Hosen herunter, was ihnen beim Pillow Talk eine gehörige Selbsterkenntnis und dem Zuschauer ein kurzweiliges Arthouse-Vergnügen ermöglicht. tk.

Humpday

Darsteller:  Mark Duplass   als Ben
  Joshua Leonard   als Andrew
  Alycia Delmore   als Anna
  Lynn Shelton   als Monica
  Trina Willard   als Lily
  Stellan Matheisen   als Junge auf dem Fahrrad
  Steven Schardt   als missgelaunter Fahrer
 
Regie:  Lynn Shelton  
Drehbuch:  Lynn Shelton  
Produzent:  Lynn Shelton  
Koproduzent:  Jennifer Maas  
  Steven Schardt  
Ausf. Produzent:  Dave Nakayama  
Kamera:  Benjamin Kasulke  
Schnitt:  Nat Sanders  
Musik:  Vinny Smith  
Produktionsdesign:  Jasminka Vukcevic  
Ton:  Vinny Smith  

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