Mark Duplass
Joshua Leonard
Alycia Delmore
Regie: Lynn Shelton
Verleih: Fugu
Ben führt ein glückliches Spießerleben mit seiner Frau. Das wird durch das nächtliche Auftauchen seines ehemaligen Uni-Kumpels Andrew empfindlich gestört. Denn der coole Bohemien überredet Ben, mit zu einer Party in eine Künstlerkommune zu kommen. Bald völlig zugedröhnt, brüsten sich die beiden damit, den Mut und die Coolness zu haben, einen Pornofilm mit sich in den Hauptrollen zu drehen. Am nächsten Tag traut sich keiner der zwei Männer, einen Rückzieher zu machen, und sie gehen mit Kamera ins Hotel.

Den Spezialpreis der Jury in Sundance heimste Lynn Sheltons Buddy-Komödie ein, in der zwei Freunde sich an Offenheit übertreffen und einen Porno mit sich in den Hauptrollen drehen wollen.
So zuletzt u.a. "Superbad" und vor allem "Trauzeuge gesucht!" die Homophobie der Männer als zweideutigen Resonanzboden für ihren Humor nutzten, geht auch Independent-Filmerin Lynn Shelton vor. Nur dass sie dafür nicht Mainstream-Methoden, sondern die Mittel des Mumblecore anwendet. Dieser Dogma-artige Ansatz verleiht mit Handkamera und Alltagsnähe ein möglichst authentisches Bild der Mittelschicht und gibt der Geschichte von zwei Heterosexuellen, die im wahren Wortsinn die Schnapsidee umsetzen wollen, in einem Kunstporno zu kopulieren, eine besondere Würze. Schließlich geht es um nichts Geringeres, als die maximale maskuline Angst.
Eine marginale Exposition schildert die Existenz von Ben (Mark Duplass) - Haus, glückliche Ehe mit Anna (Alycia Delmore), Kinderwunsch - so natürlich-spießig, wie es die Realsatire verlangt. Als eines nachts Uni-Kumpel Andrew (Joshua Leonard) nach einer Weltreise vor der Tür steht, will das gastfreundliche Paar locker bleiben und nimmt ihn auf. Das enervierende Kumpelgetue zwischen dem netten bürgerlichen Steuerzahler und dem ungebundenen Bohemien sprengt schnell die Grenzen von Bens Ehekäfig. Er versucht angestrengt, mit dem pseudo-hippen Freund mit zu halten. Als sie zugedröhnt auf einer (noch viel pseudo-hipperen) Künstlerparty vom Humpfest hören, einem Amateur-Porno-Festival, fällt ihnen nichts Besseres ein, als sich beim Sex miteinander filmen zu wollen. Das ist schließlich die ultimative subversive Kunst! Anderntags ist es eine Frage der Ehre, nicht vom Plan abzuweichen, auch wenn das die Beziehung zu Anna gewaltig belastet.
Shelton seziert in "Humpday" spöttisch und mit viel Situationskomik die falsch verstandene Männlichkeit. Wie die Angst, nicht offen genug zu sein, zwei im Kern verklemmte Typen in phänomenale Fallstricke verheddert, dient ihr als Dekonstruktion des Machismo, ohne die Protagonisten vorzuführen. Dafür ist die Fabel von Posen unter Kumpels zu smart, bietet analytische Diskussionen und verzichtet auf pubertären Bad-Taste-Humor und nackte Tatsachen. Lediglich mental lassen die beiden Buddys die Hosen herunter, was ihnen beim Pillow Talk eine gehörige Selbsterkenntnis und dem Zuschauer ein kurzweiliges Arthouse-Vergnügen ermöglicht. tk.
| Darsteller: | Mark Duplass | als Ben | |
|---|---|---|---|
| Joshua Leonard | als Andrew | ||
| Alycia Delmore | als Anna | ||
| Lynn Shelton | als Monica | ||
| Trina Willard | als Lily | ||
| Stellan Matheisen | als Junge auf dem Fahrrad | ||
| Steven Schardt | als missgelaunter Fahrer | ||
| Regie: | Lynn Shelton | ||
| Drehbuch: | Lynn Shelton | ||
| Produzent: | Lynn Shelton | ||
| Koproduzent: | Jennifer Maas | ||
| Steven Schardt | |||
| Ausf. Produzent: | Dave Nakayama | ||
| Kamera: | Benjamin Kasulke | ||
| Schnitt: | Nat Sanders | ||
| Musik: | Vinny Smith | ||
| Produktionsdesign: | Jasminka Vukcevic | ||
| Ton: | Vinny Smith | ||
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