Komödie http://images.kino.de/flbilder/max02/mbiz02/mbiz13/z0213004/b150x150.jpg Hollywood Ending

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Hollywood Ending


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Kritik

Hollywood Ending

Seit über 35 Jahren ein Garant für intelligente urbane Tragikkomödie mit unerreichtem Wortwitz, bringt Woody Allen mit seinem in Cannes als idealen Eröffnungsfilm für das "Vanity Fair" des Weltkinos gelaufenen subversiven Streich eines seiner geliebten Paradoxe zu Stande: einen Film mit Biss gegen die Filmindustrie zu inszenieren, aber den Zuschauer mit einer cleveren Farce zu begeistern, die nicht formelhaft abläuft, sondern glänzend unterhält und das Allen-Niveau nicht unterschreitet ("Im Bann des Jade Skorpion" und "Schmalspurganoven"), sondern überbietet.

Nur Allen konnte auf die Idee verfallen, einen Film zu drehen, in dem der vom Meister selbst gespielte Regisseur Val Waxman, der für einen Mainstream-Produzenten (Treat Williams gekonnt verdutzt betriebsblind) einen 60-Millionen-Dollar-Krimi als Remake eines B-Movies der 50er Jahre dreht, blind ist. Genauer gesagt: an psychosomatisch bedingter temporärer Blindheit leidet. Aber der Mann mit der Tendenz zum Chaos kriegt das Ding in den Kasten und wird unerwartet belohnt.

Es ist schein beinahe unheimlich, dass Allen immer noch Dialoge einfallen, die die Komödien der letzten Zeit in den Schatten stellen und die nicht aus seinem Fundus stammen sondern neu sind. Ein Satz wie "Das Herz ins unvorhersehbar. Anders als Leber und Nieren." bündelt Komik, Gefühl, Philosophie, Medizin und Essen in der gekonnten Koppelung des Trivialen mit dem Transzendenten. In Pointiertheit, Schlagfertigkeit, Bissigkeit und Treffsicherheit des Dialogfeuerwerks ist "Hollywood Ending" etwa "American Sweethearts" (gescheiterter Versuch einer Hollywood-Satire) haushoch überlegen. Selbst Allen als manisch neurotischer Regisseur treibt seine Hypochondrie ("alle Symptome aber keine Krankheit") in die Überzeichnung, dass bis zu den giftigen Ausfällen gegen seine Ex-Frau (Tea Leoni als Sharon Stone für Arme) das Debunking seiner Person wahnwitzig wirkt: In der Restaurant-Szene ist er mit Stimm- und Themenwechsel im selben Satz ein wahrer Jekyll & Hyde der vollendeten Selbstzerstörung.

Das glückliche Finale mit dem bereits sprichwörtlichen "The French Exist", ds man als Reverenz an die europäische Aufnahmebereitschaft für Allens Werk lesen, das aber ebenso gut ironisch gemeint sein kann (wer weiß das bei Allen schon?), ist gelungener Abschluss eines Films, der das Film-im-Film-Thema mit seinen Spitzen (Lifetime-Achivement- Award für Haley Joel Osment, die Dreharbeiten ohne Sinn in den Kulissen von "Im Bann des Jade Skorpion", Regisseur Mark Rydell und George Hamilton als gelaterte Hollywood-Agenten und Executive Produzenten mit Lifting-Aussicht) locker unterläuft und mit seinen auf die Blindheit bezogenen visuellen und verbalen Gags ("Jedes Paar sollte mal eine Zeit blind sein") unterfüttert. Für Allens Fans ein weiteres Mosaik im Gesamtwerk, sollte die Originalität des Stoffes die Komödie kommerziell ergiebiger als die letzten Arbeiten Allens ausfallen lassen. ger.

Hollywood Ending

Darsteller:  Woody Allen   als Val Waxman
  Téa Leoni   als Ellie Waxman
  George Hamilton   als Ed
  Debra Messing   als Lori
  Mark Rydell   als Al Hack
  Tiffani Thiessen   als Sharon Bates
  Treat Williams   als Hal
  Lu Yu   als Kameramann
  Barney Cheng   als Übersetzer
  Isaac Mizrahi   als Elio Sebastian
  Marian Seldes   als Alexandra
  Jodie Markell   als Andrea Ford
  Peter Gerety   als Psychiater
  Greg Mottola   als Regieassistent
  Mark Webber   als Tony Waxman
  Fred Melamed   als Pappas
  Erica Leerhsen   als Schauspielerin
  Aaron Stanford   als Schauspieler
  Kenneth Edelson   als Augenarzt
  Jeff Mazzola   als Requisiteur
  Joseph Rigano   als Filmvorführer
  Neal Huff  
  Stephanie Roth Haberle  
  Peter van Wagner  
  Bob Dorian  
  Gregg Edelman  
  Douglas McGrath  
  Howard Erskine  
  Ramsey Faragallah  
  Mary Schmidtberger  
 
Regie:  Woody Allen  
Drehbuch:  Woody Allen  
Produzent:  Letty Aronson  
Koproduzent:  Helen Robin  
Ausf. Produzent:  Stephen Tenenbaum  
Kamera:  Wedigo von Schultzendorff  
Schnitt:  Alisa Lepselter  
Produktionsdesign:  Santo Loquasto  
  Tom Warren  
Kostüme:  Melissa Toth  
Ton:  Gary Alper  

Hollywoods verzogene Gören

Tea Leoni will ihre Kinder nicht in L.A. großziehen.

In New York ist alles schöner: Téa Leoni

In New York ist alles schöner: Téa Leoni

Woody Allen hat mit seinem "Hollywood Ending" in Cannes Furore gemacht - und dabei mächtig Seitenhiebe gegen seine amerikanische Heimat verteilt (kino.de: "Cannes 2002: Auf der Suche nach dem Film der Filme").

Téa Leoni, Gattin von "Akte X"-Star David Duchovny und Nebendarstellerin in Woodys Film, schlägt jetzt in die selbe Kerbe:

"David und ich überlegen, ob wir nach New York ziehen. Wir wollen nicht, dass unsere Kinder in L.A. aufwachsen. Es wäre uns lieber, wenn sie unter normalen Kindern leben würden, und nicht inmitten lauter reicher Hollywood-Kids."

Das ist gut nachvollziehbar, denn New York ist ja schließlich das Mekka der Normalos. Spinner und Verrückte - doch nicht im Big Apple!

Vielleicht hat Téa ihre Liebe zu New York aber auch einfach beim Dreh zu ihrem neuen Film "People I Know" entdeckt. Al Pacino spielt einen abgetakelten Publizisten, der in einen Strudel mysteriöser Ereignisse um Politiker und Promis hineingezogen wird.

Ein bisschen Komödie, ein bisschen Drama und ein bisschen Romantik - Kim Basinger ist auch mit von der Partie.

Pacinos Büro lag übrigens ursprünglich im WTC - das in einer Traumsequenz per Special Effects horizontal in der Luft schweben sollte. Doch nach dem 11.9. wanderte diese Szene zusammen mit einigen anderen in den digitalen Papierkorb - später gab es dann Nachdrehs in der ehrwürdigen City Hall.

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Woody Allen

Der kleine Mann mit der großen Hornbrille und dem noch größeren Witz, dessen Dauerthemen Sex, Tod und der Sinn des Lebens in präzise pointierten...

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Téa Leoni

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