Familiendrama von Angela Pope über eine Mutter im Entscheidungskonflikt zwischen Sohn und eigenem Liebesglück. http://images.kino.de/flbilder/max02/mbiz02/mbiz37/z0237026/b150x150.jpg Hollow Reed - Lautlose Schreie

Filmdetails

Hollow Reed - Lautlose Schreie

Familiendrama von Angela Pope über eine Mutter im Entscheidungskonflikt zwischen Sohn und eigenem Liebesglück.


Hollow Reed - Lautlose Schreie
Start: 21.11.1996

Originaltitel: Hollow Reed

Thriller / Drama

Großbritannien/Spanien/Deutschland 1995
Laufzeit: 106 Min.
FSK: ab 12 Jahre

Martin Donovan
Joely Richardson
Ian Hart

Regie: Angela Pope
Verleih: Senator

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Inhalt

Der nun in einer Beziehung mit einem Mann lebende Martyn kämpft um das Sorgerecht für seinen Sohn Oliver, der vom Freund seiner Ex-Frau körperlich und seelisch mißhandelt wird. Die neuverliebte Mutter verdrängt zunächst die offensichtlichen Fakten und taumelt schließlich in einen Entscheidungskonflikt zwischen dem eigenen Glück und dem ihres Kindes.


Kritik

Hollow Reed - Lautlose Schreie

"Captives", der 1994 entstandene Kinoerstling von Angela Pope, beschreibt im Titel den psychologischen Kern des zweiten Films der erfahrenen britischen TV-Dokumentaristin. Gefangene ihrer Erfahrungen, Ängste und Sehnsüchte sind die zentralen Charaktere von "Hollow Reed", der Geschichte eines vom Freund der Mutter mißhandelten Scheidungskindes. Ein handwerklich kompetent inszeniertes Familiendrama, dessen Marktchancen vor allem von seinem Thema Grenzen gesetzt werden.

Nach Antonia Bird ("Der Priester") und Beeban Kidron ("Antonia & Jane") komplettiert Angela Pope das Trio angesehener BBC-Veteraninnen, die mit Macht ins Kino drängen. Dabei hat sie sich wie ihre mittlerweile Hollywood-geprüften Kolleginnen eines menschlich diffizilen Themas angenommen, das sie mit bemerkenswerter Objektivität beleuchtet. Keine eindimensional Schuldigen gibt es auf dem Weg des neunjährigen Oliver (Sam Bould) aus seinem Martyrium körperlicher und seelischer Mißhandlungen, die er in Abwesenheit seiner Mutter Hannah (bravourös: Joely Richardson) ertragen muß. Ohnmächtig im Umgang mit Kindern, greift Hannahs Partner Frank (Jason Flemyng) zur unnötigen Disziplinierung des ruhigen Jungen auf die Prügelpädagogik zurück, der er selbst als Kind ausgesetzt war. Verängstigt sucht Oliver bei seinem Vater (gewohnt schlafmützig: Martin Donovan) Schutz, der mit einem Mann (Ian Hart) zusammenlebt und um das Sorgerecht für den Jungen zu kämpfen beginnt, als er den tragischen Grund für dessen Verletzungen und Verschlossenheit erkennt. Pope geht es sichtbar nicht darum, den schlagenden Mann als Monster zu denunzieren. Vielmehr zeigt sie ihn als durch seine Kindheit vorbelasteten Neurotiker, der zwanghaft in sein destruktives Verhalten zurückfällt. Ähnlich differenziert herausgearbeitet ist auch Richardsons Mutterfigur, die im Dilemma zwischen den eigenen Bedürfnissen und denen ihres Kindes zunächst eine schwerwiegende, aber doch verständliche Fehlentscheidung trifft. Dieser ehrliche, um Ausgewogenheit bemühte Umgang mit den Charakteren und dem leidvollen Thema gehört zu den auffälligsten Vorzügen dieses gut fotografierten Films, der manchmal die erzählerische Behäbigkeit eines Fernsehspiels nicht ablegen kann, aber in entscheidenden Momenten, wenn etwa die geschundene Seele des Jungen für ein einziges Mal schwerelos den Boden verläßt, seine Kinoambitionen unterstreicht. kob.

Hollow Reed - Lautlose Schreie

Darsteller:  Martin Donovan   als Martyn
  Joely Richardson   als Hannah
  Ian Hart   als Tom
  Jason Flemyng   als Frank
  Sam Bould   als Oliver
  Edward Hardwicke  
  Douglas Hodge  
  Annette Badland  
 
Regie:  Angela Pope  
Drehbuch:  Paula Milne  
Produzent:  Elizabeth Karlsen  
Ausf. Produzent:  Nik Powell  
  Stephen Woolley  
Kamera:  Remi Adefarasin  
Schnitt:  Sue Wyatt  
Musik:  Anne Dudley  

Star

Joely Richardson

* 09.01.1965

Star

Ian Hart

Er spielt vorzugsweise den Briten oder Iren in der Krise, in Aufbruchstimmung oder als engagierten Sozialromantiker. Der wandlungsfähige Ian Hart wurde...

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