Originaltitel: Au Petit Marguery
Frankreich 1995
Stéphane Audran
Michel Aumont
Alain Beigel
Regie: Laurent Bénégui
Verleih: Time
Im Pariser Feinschmeckerlokal "Au Petit Marguerey" kocht Wirt und Meisterkoch Hippolyte zum letzten Mal. Der Grund: Hippolyte hat Geruchs-, sowie Geschmacksinn verloren und bereitet sich auf einen längeren Krankenhausaufenthalt vor. 15 Gäste haben sich versammelt um das letzte Mal die große Kochkunst des Meisters zu genießen und vor allem um in den Erinnerungen vergangener Tage zu schwelgen.

Herzstück dieser kammerspielartig inszenierten Tragikomödie ist ein großes Abschiedsfestessen, das der Titelheld in seinem traditionsreichen Pariser Bistro "Au Petit Marguery" feiert. Der langjährige Küchenchef muß aus gesundheitlichen Gründen das Lokal schließen und versammelt deshalb ein letztes Mal seine besten Freunde um sich. Der Regie-Neuling Laurent Benegui verfilmte diesen autobiographisch inspirierten Stoff nach seinem eigenen Roman.
Die Adaption des Stoffes in eine kinogerechte Geschichte erwies sich dabei als schwierige Aufgabe, denn Beneguis Prosawerk spielt sich auschließlich in den Räumen des Lokals ab. Doch der junge Franzose beweist bei der Umsetzung Talent. Seine virtuose Inszenierung läßt niemals klaustrophobische Enge aufkommen, und durch die geschickt eingesetzte mobile Kamera bleiben Handlung und Personen im wahrsten Sinn des Wortes in Bewegung. Hippolyte, die zentrale Figur der handlungsarmen, stark dialoglastigen Geschichte ist seit über 30 Jahren ein leidenschaftlicher Koch und wäre dies sicherlich auch bis zum Lebensende geblieben. Doch da sein Geruchs- und Geschmackssinn nun einem Krebsgeschwür zum Opfer gefallen ist, muß er den Beruf aufgeben. Die nostalgische Atmosphäre des letzten Luxus-Schmauses, den er und seine Frau Joséphine (Chabrol-Darstellerin Stéphane Audran in einer beeindruckenden Variation ihrer "Babette"-Figur aus Gabriel Axels thematisch verwandter Tanja-Blixen-Verfilmung) im "Au petit marguery" (so der Originaltitel) organisieren, verleitet Freunde und Verwandten des Paares zu wehmütigen Rückblicken und läßt eine Reihe von bisher verdeckten Konflikten zu Tage treten. Doch auch wenn die Emotionen gelegentlich hochkochen, am Ende siegt die französische Nonchalance. Und dort liegt auch der Schwachpunkt von Beneguis Drehbuch. Trotz des manchmal durchaus spritzigen Humors und der bissigen Seitenhiebe auf die französische Mittelklasse bewegen sich die Dialoge allzu oft an der Oberfläche und wirken manchmal gar wie aus einer Seifenoper entsprungen. Ein ungetrübtes Vergnügen bietet hingegen das Spiel der Darsteller, wobei besonders das wunderbare Film-Liebespaar Audran und Aumont zu überzeugen weiß. Dieser Umstand, gepaart mit der wunderbar fotografierten, appetitanregenden Menüfolge könnte für cinephile Freunde des jungen französischen Kinos durchaus Gründe sein, sich "Hippolytes Fest" in einem Gilde-Kino anzusehen. geh.
| Darsteller: | Stéphane Audran | ||
|---|---|---|---|
| Michel Aumont | |||
| Alain Beigel | |||
| Marie Bunel | |||
| Thomas Chabrol | |||
| Vincent Colombe | |||
| Laurence Côte | |||
| Antoine Cousin | |||
| Marie-Laure Dougnac | |||
| Mimi Felixine | |||
| Alain Fromager | |||
| Jacques Gamblin | |||
| Claire Keim | |||
| Gérald Laroche | |||
| Agnes Obadia | |||
| Olivier Py | |||
| Jocelyn Quivrin | |||
| Pierre-Loup Rajot | |||
| Charles Schneider | |||
| Salah Teskouk | |||
| Myriam Roussel | |||
| Féodor Atkine | |||
| Regie: | Laurent Bénégui | ||
| Drehbuch: | Laurent Bénégui | ||
| Michel Field | |||
| Olivier Daniel | |||
| Produzent: | Charles Gassot | ||
| Ausf. Produzent: | Jacques Hinstin | ||
| Buchvorlage: | Laurent Bénégui | ||
| Kamera: | Luc Pagès | ||
| Schnitt: | Jean-Luc Gaget | ||
| Musik: | Angelique Nachon | ||
| Jean-Claude Nachon | |||
Die Augen fast immer nach innen gerichtet und gesenkt, strahlt Stéphane Audran mit ihrer kühlen Eleganz und diskreten Beherrschung eine...
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