Originaltitel: Help, I'm a Fish!
Deutschland/Dänemark/Irland 2000
Regie: Stefan Fjeldmark, ...
Verleih: Studiocanal
Die kleine Stella trinkt beim gemeinsamen Angelausflug mit Bruder Fly und Computernerd-Cousin Chuck aus Versehen den "Verfischungstrank" des skurrilen Professor Mac Grill und wird in einen Seestern verwandelt. Fly und Chuck müssen sich auch in Fische verwandeln, um sie zu retten. Doch ihnen bleibt nicht viel Zeit: Das Gegenmittel ist in 48 Stunden wirkungslos.

Das Selbstbewusstsein, den internationalen Markt zu erobern, spürt man in jeder einzelnen Sequenz von Eberhard Junkersdorfs dritter großer Trickfilmproduktion nach "Die furchtlosen Vier" und "Tobias Totz und sein Löwe". Um "Hilfe! Ich bin ein Fisch", den bislang teuersten europäischen Zeichentrickfilm, auf die Beine zu stellen, arbeitete Junkersdorfs Firma Munich Animation Hand in Hand mit den Kopenhagener A-Film/Egmont Imagination und den Dubliner Terra Glyph Studios zusammen. In Dänemark, wo das muntere Tiefseeabenteuer für Kinder bereits letztes Jahr gestartet wurde, konnte es insgesamt vier Wochen die Spitze der Charts verteidigen. Nun setzt "Hilfe! Ich bin ein Fisch" auch hierzulande zum Siegeszug an.
Koregisseur und Drehbuchautor Stefan Fjeldmark gehen seit Kindertagen eine Menge Fragen im Kopf umher: Gibt es so etwas wie eine Zivilisation unter den Meeresbewohnern? Wie wäre es, wenn man selbst einmal für kurze Zeit ein Fisch wäre und sich mit anderen Fischen unterhalten könnte? Für den unternehmungslustigen Teenager Fly, seiner kleinen, noch ziemlich verspielten Schwester Stella sowie Cousin Chuck, einem introvertiertem Computerfreak, jedenfalls wird all das Wirklichkeit, als Stella unabsichtlich durch den mysteriösen "Verfischungstrank" des noch skurrileren Professor Mac Grill in einen Seestern verwandelt wird und die beiden Jungs selbst Fische werden müssen, um sie zu retten. Doch ihnen bleibt nicht viel Zeit. Das Gegenmittel ist in 48 Stunden wirkungslos. Zu allem Überfluss fällt dem ungeschickten Chuck eine ganze Flasche dieses Elixiers ins Wasser. Geradewegs in die Flossen von Lotsenfisch Joe, der nach der Einnahme des Zaubertranks "vermenschlicht" wird. Doch es sind keineswegs die positiven menschlichen Eigenschaften, die ihn von nun an beherrschen, sondern Größenwahn, gar unstillbare Machtgier. Mit einem Hai an seiner Seite und einem zackig gedrillten Krabbenheer gründet Joe im Wrack eines Luxusliners eine Unterwasserdiktatur mit sich selbst als gottgleichem Herrscher an der Spitze. Fly und Chuck haben es also mit einem mächtigen Gegner zu tun.
Im Gegensatz zu der von seiner dreidimensionalen Wirkung geradezu verblüffenden Walfischepisode in Disneys Leistungsschau "Fantasia 2000" muss das europäische Pendant von seiner ästhetischen Qualität her abfallen, doch dieser Trickfilm ist nicht konzipiert worden, um Schönheitspreise zu gewinnen, sondern sein Publikum zu amüsieren. Seinen Schwerpunkt legt "Hilfe! Ich bin ein Fisch" deshalb eindeutig auf Familienunterhaltung. Bewusst hat die Story deshalb auch für nahezu jede Altersgruppe, die für den Film in Frage kommt, eine Identifikationsfigur parat. Zu bemängeln ist allenfalls die Kürze von 80 Minuten, verbunden mit einem allzu schwindelerregenden Erzähltempo. So ziehen manche Einfälle wie ein Wirbelwind an einem vorbei, auf die man gerne einen etwas längeren Blick geworfen hätte, wie das an eine Szene von Fellini's "Stadt der Frauen" erinnernde Aquarium des Professors beispielsweise. Auf die kommerziellen Aussichten dieses liebevoll gestalteten Filmes werden diese Kritikpunkte allerdings keinen Einfluss haben. flx.
| Sprecher: | Nis Bank-Mikkelsen | als Joe | |
|---|---|---|---|
| Soeren Saetter-Lassen | als Professor Mac Krell | ||
| Pil Neja | als Stella | ||
| Dick Kaysø | als Hai | ||
| Aaron Paul | als Chuck | ||
| Jeff Pace | als Fliege | ||
| Regie: | Stefan Fjeldmark | ||
| Michael Hegner | |||
| Greg Manwaring | |||
| Drehbuch: | Stefan Fjeldmark | ||
| Karsten Kiilerich | |||
| John Stefan Olsen | |||
| Produzent: | Eberhard Junkersdorf | ||
| Anders Mastrup | |||
| Russell Boland | |||
| Ausf. Produzent: | Christoph Sieciechowicz | ||
| Harro von Have | |||
| Gerry Shirren | |||
| Buchvorlage: | Stefan Fjeldmark | ||
| Karsten Kiilerich | |||
| Schnitt: | Simone Lo Chiatto | ||
| Per Risager | |||
| Musik: | Søren Hyldgaard | ||
| Animation: | Jürgen Richter | ||
| Ton: | Friedrich M. Dosch | ||
| Andreas Kongsgaard Mogensen | |||
| Casting: | Kevin Scott | ||
Auch das Publikum kann Preise vergeben: Die diesjährigen Kandidaten für den Deutschen Filmpreis.
Minister Julian Nida-Rümelin, der aus seiner Vorliebe für die deutsche Kinokultur kein Hehl macht, gab am Freitag den 19. April im Berliner Hotel Adlon die Nominierungen bekannt. Durch den Abend führte die Leipziger Darstellerin Manon Straché.
Der kürzlich verstorbene Billy Wilder wurde von Journalist und Schriftsteller Hellmuth Karasek und von Regisseur Volker Schlöndorff mit einem persönlichen Nachruf bedacht.
Ganz heiß - der Publikumspreis: Am 26. April startet das Gewinnspiel um die beiden Auszeichnungen "Deutscher Kinofilm des Jahres" und "Schauspielerin bzw. Schauspieler des Jahres". Einsendeschluss ist der 1. Juni 2002, mitmachen kann man unter www.deutscherfilmpreis.de.
Die Nominierungen
Bester Spielfilm: "Bella Martha", "Halbe Treppe", "Heaven", "Nirgendwo in Afrika", "Das weiße Rauschen" und "Wie Feuer und Flamme".
Bester Dokumentarfilm: "Black Box BRD", "A woman and a half - Hildegard Knef"
Bester Kinder- und Jugendfilm: "Hilfe, ich bin ein Fisch", "Das Sams"
Beste Hauptdarstellerin: Karoline Eichhorn für "Der Felsen", Martina Gedeck für "Bella Martha", Juliane Köhler für "Nirgendwo in Afrika"
Bester Hauptdarsteller: Daniel Brühl für "Nichts bereuen", "Das weiße Rauschen" und "Vaya con dios". Ulrich Noethen für "Das Sams". Antonio Wannek für "Der Felsen" und "Wie Feuer und Flamme".
Beste Nebendarstellerin: Anabelle Lachatte für "Das weiße Rauschen", Eva Mattes für "Das Sams". Marie-Lou Sellem für "Mein Bruder, der Vampir", " Nichts bereuen" und "Hilfe, ich bin ein Junge!".
Bester Nebendarsteller: Martin Feifel für "Was tun, wenn's brennt?", Remo Girone für "Heaven" und Matthias Habich für "Nirgendwo in Afrika"
Beste Regie: Andreas Dresen für "Halbe Treppe", Dominik Graf für "Der Felsen" und Caroline Link für "Nirgendwo in Afrika".
2,815 Millionen Euro stehen gesamt als Prämien für die 16 Preise aus - 10.000 davon gehen sicher an Michael "Bully" Herbig für "Der Schuh des Manitu": Er wird für seinen Erfolg mit einem Sonderpreis der Jury geehrt, dem Filmpreis in Gold.
Die 52. Verleihung des Deutschen Filmpreises findet am 14. Juni 2002 im Berliner Tempodrom am Anhalter Bahnhof statt. Die Zusammenfassung der Gala zur Verleihung des Deutschen Filmpreises wird am 16. Juni 2002 von Sat.1 um 20.15 Uhr ausgestrahlt.
Film der Woche: Der Kult geht weiter, die Alien-Jäger blitzdingsen wieder! Will Smith reist in die Sixties, um den jungen Agent Kay (Josh Brolin) zu retten.
Preview der Woche: Schöne Komödie mit "Hannah Montana" Miley Cyrus, die sich in ihren besten Freund verliebt.