Sandra Nettelbecks englischsprachiges Debüt ist ein schonungslos offenes Drama über Depression. http://images.kino.de/flbilder/max09/mbiz09/mbiz08/z0908502/b150x150.jpg Helen

Filmdetails

Helen

Sandra Nettelbecks englischsprachiges Debüt ist ein schonungslos offenes Drama über Depression.


Helen
Start: 26.11.2009

Drama

Deutschland/USA 2009
Laufzeit: 119 Min.
FSK: ab 12 Jahre

Ashley Judd
Goran Visnjic
Lauren Lee Smith

Regie: Sandra Nettelbeck
Verleih: Warner

So werten die bisherigen Besucher:

Gesamt
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Action
Humor
Romantik
Spannung
Anspruch
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Besucher-
ansturm

Temperatur

lau

Inhalt

Als Musikprofessorin ist sie erfolgreich, als Familienmensch aber nur vermeintlich glücklich: Helen (Ashley Judd) kann sich nicht beklagen, weder über ihre Ehe mit David (Goran Visnjic), noch über ihr inniges Verhältnis zur jungen Tochter. Doch die von Studenten und Kollegen Geschätzte gerät in eine schwere Depression. Weil sie ihre psychischen Probleme selbst vor dem Ehemann geheim hält, steht sie mit der Belastung allein da. Nur eine Studentin kann helfen.

Das englischsprachige Debüt von Sandra Nettelbeck (ihr "Bella Martha" kam unlängst zu Remake-Ehren in Hollywood) konzentriert sich in seiner Liebesgeschichte auf eine depressive Frau und kann dabei auf die versierte Charakterdarstellerin Ashley Judd ("Doppelmord") bauen.


Kritik

Helen

Was richtet eine Depression an? Sandra Nettelbeck gibt in ihrem englischsprachigen Debüt eine schonungslos offene Antwort.

So viel Publikumswirksamkeit wie nötig, so viel ehrliche Einsicht in die psychische Hölle wie möglich. So könnte Nettelbecks Motto für ihr - entgegen früherer Werke wie dem heiteren Erfolg "Bella Martha" - forderndes Drama über ein tragisches Thema lauten. "Helen" war für sie zugleich eine Herzensangelegenheit: Eine Freundin hatte sich einst nach langem Kampf gegen ihre Depression das Leben genommen. Ihr ist der Film gewidmet. In Ashley Judd, die aus ähnlichen Gründen selbst kürzlich in Behandlung war, wurde die perfekte Besetzung gefunden. Jede Nuance der Qual wird in ihrem Gesicht lesbar, ihre Verzweiflung genauso erfahrbar wie ihre verstörende Art, die eigene Familie zurückzustoßen.

Nettelbeck gelingt es, einen klinischen Fall aufzuzeigen und dennoch ganz intim und aufrichtig zu inszenieren, sich ganz ohne Hollywood-Gloss auf - der gedrückten Stimmung angepasstes - dunkles Interieurs zu verlassen, in ruhigen, unspektakulären Bildern dem widersprüchlichen Charakter viel Entfaltungsraum zu geben und sich stilistisch weit zurückzunehmen. Sie leistet Aufklärungsarbeit, frei von jedem Selbsthilfetonfall: Judd ist als erfolgreiche Musikprofessorin Helen ins Leben integriert. Es fehlt augenscheinlich an nichts, Familie, Freunde, Wohlstand. Als sie der jungen Cellistin Mathilda (verstörend: Lauren Lee Smith) begegnet, fällt sie in ein schwarzes Loch, aus dem sie nicht mehr herausfindet. Zunächst bleibt ihre Verzweiflung unerkannt; niemand fängt sie auf, während bei ihr immer extremere Symptome auftreten.

Feinfühlig folgt ihr Nettelbeck in die innere Isolation, liefert einen Katalog fehlerhaften Verhaltens ab, das eine Depression erst richtig gefährlich macht: Goran Visnjic als ihr Mann begreift zu spät und kann zudem damit nicht umgehen. Helen durchläuft die Stationen Klinik, wirkungslose Medikamente, Zwangseinweisung, Rechtsstreit und Selbstmordversuch. Das Konzept des Für-seine-Frau-Kämpfens läuft ins Leere, die Familie bricht auseinander - nicht nur hier räumt die differenzierte Studie mit einigen Klischees auf. Sie verzichtet auf Schuldzuweisungen oder darauf, die Krankheit zu erklären, die alles zerstört, einschließlich der Liebe zu Mann und Tochter. Allein die psychisch kranke Mathilda versteht, was Helen durchmacht, und wird zur mysteriösen Vertrauten. Doch für manche gibt es aus der Hölle nur einen Ausweg.

tk.

Helen

Darsteller:  Ashley Judd   als Helen
  Goran Visnjic   als David
  Lauren Lee Smith   als Mathilda
  Alexia Fast   als Julie
  Alberta Watson   als Dr. Sherman
  David Hewlett   als Frank
  Leah Cairns   als Susanna
  David Nykl   als John
  Chelah Horsdal   als Kara
  Malcolm Stewart   als Dr. Lambert
 
Regie:  Sandra Nettelbeck  
Drehbuch:  Sandra Nettelbeck  
Produzent:  Judy Tossell  
  Christine Haebler  
Koproduzent:  Christine Haebler  
Ausf. Produzent:  Chris Curling  
  Jens Meurer  
  Robert Little  
  Doug Mankoff  
  Kirk Shaw  
  Larry Sugar  
  Simon Fawcett  
  Andrew Spaulding  
Kamera:  Michael Bertl  
Schnitt:  Christian Lonk  
Produktionsdesign:  Linda Del Rosario  
Kostüme:  Bettina Helmi  
Ton:  Steven Weakes  
  Brent Morrison  
  Graham Crowell  
Casting:  Pam Dixon  
  Corinne Clark  
  Jennifer Page  

Star

Ashley Judd

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Star

Goran Visnjic

* 09.09.1972

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