Ashley Judd
Goran Visnjic
Lauren Lee Smith
Regie: Sandra Nettelbeck
Verleih: Warner
Als Musikprofessorin ist sie erfolgreich, als Familienmensch aber nur vermeintlich glücklich: Helen (Ashley Judd) kann sich nicht beklagen, weder über ihre Ehe mit David (Goran Visnjic), noch über ihr inniges Verhältnis zur jungen Tochter. Doch die von Studenten und Kollegen Geschätzte gerät in eine schwere Depression. Weil sie ihre psychischen Probleme selbst vor dem Ehemann geheim hält, steht sie mit der Belastung allein da. Nur eine Studentin kann helfen.
Das englischsprachige Debüt von Sandra Nettelbeck (ihr "Bella Martha" kam unlängst zu Remake-Ehren in Hollywood) konzentriert sich in seiner Liebesgeschichte auf eine depressive Frau und kann dabei auf die versierte Charakterdarstellerin Ashley Judd ("Doppelmord") bauen.

Was richtet eine Depression an? Sandra Nettelbeck gibt in ihrem englischsprachigen Debüt eine schonungslos offene Antwort.
So viel Publikumswirksamkeit wie nötig, so viel ehrliche Einsicht in die psychische Hölle wie möglich. So könnte Nettelbecks Motto für ihr - entgegen früherer Werke wie dem heiteren Erfolg "Bella Martha" - forderndes Drama über ein tragisches Thema lauten. "Helen" war für sie zugleich eine Herzensangelegenheit: Eine Freundin hatte sich einst nach langem Kampf gegen ihre Depression das Leben genommen. Ihr ist der Film gewidmet. In Ashley Judd, die aus ähnlichen Gründen selbst kürzlich in Behandlung war, wurde die perfekte Besetzung gefunden. Jede Nuance der Qual wird in ihrem Gesicht lesbar, ihre Verzweiflung genauso erfahrbar wie ihre verstörende Art, die eigene Familie zurückzustoßen.
Nettelbeck gelingt es, einen klinischen Fall aufzuzeigen und dennoch ganz intim und aufrichtig zu inszenieren, sich ganz ohne Hollywood-Gloss auf - der gedrückten Stimmung angepasstes - dunkles Interieurs zu verlassen, in ruhigen, unspektakulären Bildern dem widersprüchlichen Charakter viel Entfaltungsraum zu geben und sich stilistisch weit zurückzunehmen. Sie leistet Aufklärungsarbeit, frei von jedem Selbsthilfetonfall: Judd ist als erfolgreiche Musikprofessorin Helen ins Leben integriert. Es fehlt augenscheinlich an nichts, Familie, Freunde, Wohlstand. Als sie der jungen Cellistin Mathilda (verstörend: Lauren Lee Smith) begegnet, fällt sie in ein schwarzes Loch, aus dem sie nicht mehr herausfindet. Zunächst bleibt ihre Verzweiflung unerkannt; niemand fängt sie auf, während bei ihr immer extremere Symptome auftreten.
Feinfühlig folgt ihr Nettelbeck in die innere Isolation, liefert einen Katalog fehlerhaften Verhaltens ab, das eine Depression erst richtig gefährlich macht: Goran Visnjic als ihr Mann begreift zu spät und kann zudem damit nicht umgehen. Helen durchläuft die Stationen Klinik, wirkungslose Medikamente, Zwangseinweisung, Rechtsstreit und Selbstmordversuch. Das Konzept des Für-seine-Frau-Kämpfens läuft ins Leere, die Familie bricht auseinander - nicht nur hier räumt die differenzierte Studie mit einigen Klischees auf. Sie verzichtet auf Schuldzuweisungen oder darauf, die Krankheit zu erklären, die alles zerstört, einschließlich der Liebe zu Mann und Tochter. Allein die psychisch kranke Mathilda versteht, was Helen durchmacht, und wird zur mysteriösen Vertrauten. Doch für manche gibt es aus der Hölle nur einen Ausweg.
tk.
| Darsteller: | Ashley Judd | als Helen | |
|---|---|---|---|
| Goran Visnjic | als David | ||
| Lauren Lee Smith | als Mathilda | ||
| Alexia Fast | als Julie | ||
| Alberta Watson | als Dr. Sherman | ||
| David Hewlett | als Frank | ||
| Leah Cairns | als Susanna | ||
| David Nykl | als John | ||
| Chelah Horsdal | als Kara | ||
| Malcolm Stewart | als Dr. Lambert | ||
| Regie: | Sandra Nettelbeck | ||
| Drehbuch: | Sandra Nettelbeck | ||
| Produzent: | Judy Tossell | ||
| Christine Haebler | |||
| Koproduzent: | Christine Haebler | ||
| Ausf. Produzent: | Chris Curling | ||
| Jens Meurer | |||
| Robert Little | |||
| Doug Mankoff | |||
| Kirk Shaw | |||
| Larry Sugar | |||
| Simon Fawcett | |||
| Andrew Spaulding | |||
| Kamera: | Michael Bertl | ||
| Schnitt: | Christian Lonk | ||
| Produktionsdesign: | Linda Del Rosario | ||
| Kostüme: | Bettina Helmi | ||
| Ton: | Steven Weakes | ||
| Brent Morrison | |||
| Graham Crowell | |||
| Casting: | Pam Dixon | ||
| Corinne Clark | |||
| Jennifer Page | |||
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