Schräge Komödie um einen leidenschaftlichen Eisenbahner, der Rationalisierungspläne durch Sabotage verhindern will. http://images.kino.de/flbilder/max00/bf00/bf36/b0036103/b150x150.jpg Heinrich der Säger

Filmdetails

Heinrich der Säger

Schräge Komödie um einen leidenschaftlichen Eisenbahner, der Rationalisierungspläne durch Sabotage verhindern will.


Heinrich der Säger
Start: 16.08.2001

Komödie

Deutschland 2001
Laufzeit: 101 Min.
FSK: ab 12 Jahre

Rolf Becker
Meret Becker
Alexander Beyer

Regie: Klaus Gietinger
Verleih: Arsenal

So werten die bisherigen Besucher:

Gesamt
(0 Bewertungen)

Action
Humor
Romantik
Spannung
Anspruch
Besucheransturm: lau
Besucher-
ansturm

Temperatur

lau

Inhalt

Irgendwo in der deutschen Provinz trauert ein Ort, als der Zug der Kommerzbahn ein letztes Mal seinen Kurs abfährt. Nur Eisenbahner Grantke kapituliert nicht und betreibt gezielte Sabotage, um die Stilllegungen rückgängig zu machen. Schließlich findet er in Tochter und deren Verehrer Verbündete, aber in der Polizei auch hartnäckige, doch eher hilflose Verfolger.


Kritik

Heinrich der Säger

Mit offensichtlicher Lust an der Übertreibung als "Das ultimative Railroadmovie mit fantastischen Bildern, Action, Thrill, Romantik und schrägem Humor" von der PR angekündigt, entpuppt sich das Kinocomeback des Allgäuer Regieschlitzohrs Klaus Gietinger als liebenswert altmodisch und fast solidarisch mit seinen Inhalten. Wie der Provinzbahnhof und die regionale Strecke, der hier die Stilllegung drohen, wirkt "Heinrich der Säger" ein wenig verstaubt und von der Zeit überholt, auch wenn er sich als Widerhaken im Trendgeschmack ein alternativ denkendes, kleineres Arthouse-Publikum erschließen könnte.

Die deutsche Provinzwirklichkeit, die Gietinger 1986 eine Bundesfilmpreis-Nominierung für "Daheim sterben die Leut'" einbrachte, bildet auch 15 Jahre später das Milieu, in dem Beamtendummheit und Privatwirtschaftswillkür mit individualistischer Rebellion kollidieren. Der kritische Ton ist dabei mild satirisch und tritt hinter den Überzeichnungen des Plots und den schrulligen Ticks der Figuren zurück, die den Film humoristisch tragen sollen. Manches davon, weil nicht optimal eingesetzt, verpufft in seiner Wirkung. Ob nun Meret Becker mit Gretelzöpfen, Holzschuhen und Gans im Schlepptau einen Stereotyp karikiert, sich strenggläubig wie Jeanne D'Arc im Auftrag Gottes geiselt oder Karina Krawczyk als Polizistin mit ständig wechselnden, deplazierten Outfits sich als Moderevolutionärin präsentiert. Der Plot verbindet eine Liebesgeschichte zwischen Beckers Provinzheiliger und einem Briefträger mit den Sabotageaktionen ihres Eigenbrötlervaters (Rolf Becker), der die Einsparungspläne der Eisenbahngesellschaft torpedieren will. Mit radelnden Polizeieinheiten, sprechenden Gräbern und demonstrativ im Bildvordergrund platzierten Papp-Kakteen, die am Ende Sardinien zu Südamerika machen sollen, bemüht sich der Film um surreale und absurde Züge, weicht aber auch Plattheiten nicht aus, wenn beispielsweise Krawczyk und Rolf Becker im Bett um die Wette stöhnen. Wirklich komisch sind, verglichen damit, kleine Details, wenn etwa das mit ihren sündigen Gedanken kämpfende Gänse-Girl Becker vom Verehrer Gänseblümchen und Kondom geschenkt bekommt. Insgesamt bleibt das Ergebnis vor allem in der zweiten Hälfte hinter den Ambitionen zurück, spricht deutlich ein älteres Publikum an und zeigt, dass der Individualist Gietinger zwar privat mit der Zeit geht (er hat eine eigene, charmante Homepage), im Kino aber in der Vergangenheit lebt. kob.

Heinrich der Säger

Darsteller:  Rolf Becker   als Kurt Grantke
  Meret Becker   als Teresa Grantke
  Alexander Beyer   als Heiko
  Karina Krawczyk   als Braun
  Heinz-Werner Kraehkamp   als Kommissar Stahl
  Wolfgang Winkler   als Block
  Eckart von der Trenck   als Fred
  Holger Fuchs   als Gregor
  Uwe Steimle   als Pastor
  Heribert Weber   als Dr. Maegerle
 
Regie:  Klaus Gietinger  
Drehbuch:  Klaus Gietinger  
Produzent:  Dr. Ralf Schneider  
Koproduzent:  Ralf Kukula  
  Thomas Claus  
Kamera:  Hans Hager  
Schnitt:  Katrin Suhren  
Produktionsdesign:  Fritz Günthner  
Kostüme:  Ute Noack  
Ton:  Florian Niederleithinger  

Star

Rolf Becker

* 31.03.1935

Star

Meret Becker

Die Kindfrau des deutschen Films der 90er-Jahre, überrascht Meret Becker als kantige Lolita weniger mit verführerischer zielsicherer Strategie...

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