Kris Kristofferson
Christopher Walken
John Hurt
Regie: Michael Cimino
Verleih: Tobis
Gegen Ende des 19. Jahrhunderts in Montana: Einheimische Viehzüchter, allen voran Revolverheld Nathan Champion, versuchen mit Mord und Totschlag osteuropäische Einwanderer zu vertreiben. Champion gegenüber steht US-Marshall James Averill, der die Rechte der Einwanderer verteidigt. Beide Männer haben es außerdem auf Bordellbesitzerin Ella abgesehen.
Michael Ciminos Mega-Flop aus dem Jahr 1980. Nach seinem Erfolg mit dem Vietnam-Epos "Die durch die Hölle gehen" stürzte sich Cimino mit Größenwahn in dieses Projekt, dessen Budget auf die seinerzeit astronomische Summe von 45 Millionen Dollar kletterte und mit dem er in harten realistischen Bildern den historisch belegten Weidekrieg zwischen Rinderbaronen und Einwanderern im Wilden Westen beschreibt und damit ganz dem Zeitgeist der Reagan-Ära widersprach. Die Reaktionen der Presse in den USA waren vernichtend. 1985 startete das Werk noch einmal in ungekürzter Fassung in den Programmkinos in Europa und entwickelte sich zum Kultfilm.
| Darsteller: | Kris Kristofferson | ||
|---|---|---|---|
| Christopher Walken | |||
| John Hurt | |||
| Sam Waterson | |||
| Brad Dourif | |||
| Isabelle Huppert | |||
| Joseph Cotten | |||
| Jeff Bridges | |||
| Roseanne Vela | |||
| Ronnie Hawkins | |||
| Geoffrey Lewis | |||
| Nicholas Woodeson | |||
| Waldemar Kalinowski | |||
| Mickey Rourke | |||
| Regie: | Michael Cimino | ||
| Drehbuch: | Michael Cimino | ||
| Produzent: | Joanna Carelli | ||
| Kamera: | Vilmos Zsigmond | ||
| Musik: | David Mansfield | ||
Am Anfang war ein Roman, am Ende steht ein Meisterwerk. Dazwischen lag ein kreativer Kampf, mit dem Martin Scorseses Mammutprojekt trotz unzähliger Hindernisse doch noch prachtvoll Gestalt annahm.
"Für junge Leute ist es wichtig zu verstehen, dass Amerika nicht plötzlich aus dem Nichts entstand, mit einem Starbucks-Shop an jeder Ecke." So fasst Regisseur Martin Scorsese die Bedeutung seines größten Projekts zusammen, das 30 Jahre in ihm reifte, bis es endlich verwirklicht werden konnte.
Der Virus, eine Geschichte über das alte New York zu erzählen, das ihn seit seiner Kindheit faszinierte, befiel ihn 1970. Bei Freunden entdeckte Scorsese Herbert Asburys "Gangs of New York". Der 1927 erstmals veröffentlichte Roman lies ihn nicht mehr los - so wie Sergio Leone vor Jahren von Harry Greys "The Hoods" (1952) gepackt wurde, aus dem dann "Es war einmal in Amerika" geboren wurde.
Jay Cocks, ein Freund Scorseses, kannte das Buch, das längst Kultstatus genoss und entwickelte daraus ein Drehbuch, das bereits 1977 in Produktion gehen sollte. Doch obwohl das Megaprojekt in Branchenblättern bereits angekündigt worden war, wurde es immer wieder verschoben, bis der Flop von Michael Ciminos teurem Neo-Western Heaven's Gate es Anfang der Achtziger endgültig zu beerdigen schien.
Mit Risiko nach Rom
Die Wiederauferstehung kam überraschend und über 15 Jahre später. Ende der Neunziger fand Scorsese risikofreudige Geldgeber für das geplante Budget von 85 Millionen Dollar und einen Drehort, an dem das New York von 1863 wieder lebendig werden konnte.
Five Points, der von fünf Straßen begrenzte, von Halsabschneidern beherrschte Einwandererbezirk, wurde von Produktionsdesigner Dante Ferretti in Roms legendärem Studiokomplex Cinecitta wiederaufgebaut.
Aus Asche wird New York
Aus Holz, Beton, Gips und Plastik baute eine Armee von Handwerkern ganze Straßenzüge, ja sogar ein Hafenareal auf. Das Designerteam orientierte sich an Fotografien, vor allem aber an den jüngst in New York ausgegrabenen 850.000 Fundstücken von Five Points, die später mit Ausnahme von 18 Exponaten vom Schutt des 11. September wieder begraben wurden.
Es war ein gewaltiger Kraftakt, den Scorsese und sein Mammut-Team hier in insgesamt 137 Drehtagen leisteten.
Endlich...
Am Ende waren 100 Millionen Dollar und die Nerven mancher Beteiligter aufgebraucht. Anekdoten vom Set gingen um den Globus, vor allem von Daniel Day-Lewis, der sich so intensiv auf seine Rolle als Messerwerfer Bill the Butcher vorbereitet haben soll, das keiner ihm unnötig zu nahe kommen wollte.
Wie schon bei "Zeit der Unschuld", arbeitete Scorsese ein Jahr am Schnitt seines Films. Die Mühe hat sich gelohnt: "Gangs of New York" wurde für 10 Oscars nominiert, darunter auch für den Besten Film, den Besten Hauptdarsteller (Day-Lewis), eben den Besten Schnitt - und natürlich für die Beste Regie.
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