Al Pacino
Robert De Niro
Val Kilmer
Regie: Michael Mann
Verleih: Warner
McCauley führt mit seiner Gang spektakuläre Überfälle im Großraum Los Angeles durch. Obwohl stets minutiös durchgeplant, geht ein neuer Coup schief, als ein neues Gangmitglied die Nerven verliert und drei tote Wachleute hinterläßt. Ein Fall für Supercop Hanna, der fasziniert den Spuren McCauleys folgt. Trotz Überwachung gelingt dem ein weiterer spektakulärer Coup.

In der Hitze der Gewalt verschmelzen die Unterschiede zwischen Cop und Gangster, Jäger und Gejagtem, Gut und Böse - glaubt man dem gewagten, visionären Unterfangen, auf das sich Michael Mann ("Der letzte Mohikaner") mit seiner knapp dreistündigen Crime-Saga aus dem Herzen der Großstadthölle Los Angeles eingelassen hat, in dem er die beiden Schauspielikonen Robert De Niro und Al Pacino erstmals gegeneinander antreten läßt. Dementsprechend hat der Regisseur seine wehmütige, stilistisch bestechende Charakterstudie des Verbrechens mit kühlem Kopf ganz bewußt als postmodernen Zusammenstoß der Titanen inszeniert, der Genrekonventionen trotzt, wo er nur kann. Würdig ist der Aufwand, mit dem "Heat" mit eigenwilliger Wildheit, abgeklärter Eleganz und Dante Spinottis süchtig machenden Bildern in ungewöhnlichen Schnittfolgen auf die Leinwand gehämmert wurde. Über 85 Drehplätze in Los Angeles erstreckt sich dieser angeblich 60 Mio. Dollar teure Bravourakt, der mit Val Kilmer, Tom Sizemore, Wes Studi, Jon Voight, Amy Brenneman und Ashley Judd bis in die kleinste Rolle perfekt besetzt wurde. Pacino und De Niro sind der Über-Polizist und der Über-Verbrecher, obsessive Perfektionisten, deren Betätigung ihr Leben bedeutet. Obwohl auf entgegengesetzten Seiten des Gesetzes agierend, fühlen sie sich ihrem Alter ego näher als den eigenen Leuten. Einen entscheidenden Unterschied gibt es: Cop Hanna (Pacino) würde sich sofort für seinen Job entscheiden, wenn er zwischen Familie und Beruf wählen müßte. Seine dritte Ehe steht ohnehin kurz vor der Scheidung. Gangster McCauley (De Niro) hingegen wünscht sich nichts mehr als Harmonie. Einer Glucke gleich hält er seine Leute beisammen und tritt schon mal als Schlichter auf, wenn sein heißblütiger Paradeschüler (Val Kilmer) Zuhause über die Stränge schlägt. Als sich der Einzelgänger in eine Grafikerin verliebt, will er nach einem letzten großen Coup aufhören. Das Duell zwischen Cop und Gangster nimmt ungeahnte Wendungen. Denn Michael Mann füllt das an sich simple Korsett mit einer Unzahl von Nebenhandlungen auf, die unmittelbaren Einfluß auf die Entscheidungen der beiden Hauptfiguren und damit den Verlauf von "Heat" nehmen. Hannas suizidgefährdete Tochter, ein gewaltgeiler Psychopath, der einen der perfekt geplanten Raubzüge McCauleys in ein chaotisches Blutbad verwandelt, und ein Auftraggeber, der McCauley ausspielen will, sind essentielle Figuren in dieser ungemein reichen Ballade vom Leben und Sterben in L.A., deren komplexer Aufbau viel Zeit in Anspruch nimmt. Wenn sich die angestaute Energie schließlich entlädt, ist das Ergebnis spektakulär und unvergeßlich: Am atemberaubendsten ist ein fehlgeschlagener Banküberfall, dessen blutige Kugelhagel-Ernte sich einem existentialistischen O.K. Corrall gleich minutenlang durch die Straßen von Los Angeles zieht; Michael Manns ultramoderne Antwort auf die Schlachtengemälde von "Braveheart". Übertroffen wird diese gigantische Szene nur von den beiden Sequenzen, in denen De Niro und Pacino gemeinsam vor der Kamera agieren. Die erste, in der sich die Gegenspieler die Zeit nehmen, sich in einem Café über ihre Berufe, Frauen und Einsamkeit zu unterhalten, ist ein Klassiker. Später werden sich die beiden auf den Rollfeldern des Flughafens von Los Angeles wieder begegnen, um Michael Manns genialen Diskurs über den Respekt zweier Männer zueinander zu Ende zu bringen. Das Duell der Akteure entscheidet De Niro für sich, der hinter seiner maschinenhaften Maske eine verblüffende Verletzlichkeit offenlegt, die dem harten und sehr starken Film Seele gibt. ts.
| Darsteller: | Al Pacino | ||
|---|---|---|---|
| Robert De Niro | |||
| Val Kilmer | |||
| Jon Voight | |||
| Tom Sizemore | |||
| Diane Venora | |||
| Amy Brenneman | |||
| Ashley Judd | |||
| Mykelti Williamson | |||
| Wes Studi | |||
| Ted Levine | |||
| Dennis Haysbert | |||
| William Fichtner | |||
| Natalie Portman | |||
| Tom Noonan | |||
| Kevin Gage | |||
| Hank Azaria | |||
| Susan Traylor | |||
| Kim Staunton | |||
| Bud Cort | |||
| Regie: | Michael Mann | ||
| Drehbuch: | Michael Mann | ||
| Produzent: | Michael Mann | ||
| Art Linson | |||
| Ausf. Produzent: | Arnon Milchan | ||
| Pieter Jan Brugge | |||
| Kamera: | Dante Spinotti | ||
| Schnitt: | Dov Hoenig | ||
| Pasquale Buba | |||
| William C. Goldenberg | |||
| Tom Rolf | |||
| Musik: | Elliot Goldenthal | ||
Besser geht's nicht!
In "Righteous Kill" machten sie kurzen Prozess mit den Killern, demnächst in "Sinatra" mit den weiblichen Fans: Al Pacino und Robert De Niro. (Foto: Kinowelt)
Was sich da demnächst in Hollywood am Set tummeln wird, ist eine Traumkombination: Für einen Film über den größten Entertainer aller Zeiten, Frank Sinatra, stehen die Ausnahmeschauspieler Al Pacino und Robert De Niro gemeinsam vor der Kamera - dahinter wird im Regiestuhl kein Geringerer als Martin Scorsese sitzen.
Der Altmeister hatte schon vor mehreren Monaten den Plan zu einem Kinofilm über "Ol' Blue Eyes" bekannt gegeben. Nun hat er bereits das Drehbuch fertig und feste Pläne für die Besetzung: "Frank Sinatra auf der Leinwand wieder zum Leben zu erwecken ist kein Kinderspiel", sagt Martin Scorsese. "Meine Wahl fällt auf Al Pacino. Robert De Niro hätte ich gerne als Dean Martin!"
Da werden sich die beiden wohl nicht lange bitten lassen. Robert De Niro verbindet mit Martin Scorsese schließlich eine lange gemeinsame Geschichte, immerhin machte er ihn mit "Taxi Driver" quasi über Nacht zum Star. Al Pacino und Robert De Niro spielten schon im epochalen "Heat" zusammen, zuletzt noch einmal in "Righteous Kill" - und sind damit ein echtes Traumduo.
Ähnlich war es damals mit Frank Sinatra und Dean Martin. Der dritte im Bunde war Sammy Davis jr., zusammen bildeten sie den harten Kern des sogenannten "Rat Pack". Gemeinsame Auftritte, vor allem aber Eskapaden mit Alkohol und Frauen waren das Markenzeichen.
Ein heißes Thema werden die undurchsichtigen Beziehungen, die Frank Sinatra zur Mafia unterhalten haben soll. Diese Kapitel hätte Franks Tochter Nancy Sinatra gerne aus dem Kinofilm ausgespart gesehen, doch "Good Fellas"-Macher Scorsese findet natürlich genau diesen Aspekt spannend. Nancy Sinatra hatte sich außerdem George Clooney als Hauptdarsteller gewünscht, auch hier stieß sie bei Martin Scorsese auf taube Ohren.
Wie es um den Rest der Besetzung steht, ist auch unklar. Eigentlich war mal Scorseses aktueller Lieblingsschauspieler Leonardo DiCaprio als Frank Sinatra geplant, Mark Ruffalo sollte Dean Martin spielen. Adam Sandler war als Joey Bishop geplant, Clive Owen als Peter Lawford, die damals das Rat Pack komplettierten. Scarlett Johansson sollte Marilyn Monroe verkörpern. Welche dieser hochkarätigen Besetzungspläne sich tatsächlich umsetzen lassen, werden die nächsten Wochen zeigen.
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