Der britische Kapitän Charles Marlow bekommt den Auftrag, Versorgungsgüter in den afrikanischen Dschungel zu liefern und gleichzeitig nach dem sagenumwobenen Gesandten Kurtz zu suchen, der im Urwald verschollen ist und angeblich große Mengen an Elfenbein hortet. Während der beschwerlichen Suche gerät Marlow in einen undurchdringlichen Sumpf aus Aberglauben, Furcht und fremden Riten. Kurtz' Name kommt dabei immer häufiger ins Spiel. Als Marlow die Station des mittlerweile wahnsinnigen Kurtz entdeckt, beginnt der Alptraum für ihn erst richtig.
Der Regie-Perfektionist Nicolas Roeg ("Hexen hexen") liefert für das amerikanische Fernsehen eine behutsame Inszenierung nach der autobiographischen Erzählung von Joseph Conrad, die schon für Francis Coppolas Klassiker "Apocalypse Now" als Vorlage diente. Die Hauptrollen in dem manchmal etwas langatmig geratenen Dschungelabenteuer spielen der Brite Tim Roth ("Reservoir Dogs", "Pulp Fiction") und John Malkovich ("In the Line of Fire"), der gewohnt souverän den manischen Kurtz verkörpert. Eine brillant fotografierter Film für Literaturfreunde.
"Ich liebe den Geruch von Napalm am Morgen" - Mit "Apocalypse Now" ist jetzt passenderweise ein Antikriegsepos zum besten Film der letzten 25 Jahre gewählt worden. Neben Robert Duvalls berühmtem Ausspruch ist in Francis Ford Coppolas Meisterwerk auch einen betrunkener Martin Sheen beim Zertrümmern einer Zimmereinrichtung zu bewundern.
Auf die Plätze kamen Robert de Niros oscarprämierte Boxer-Biografie "Wie ein wilder Stier" und Ingmar Bergmans Vermächtnis, die beklemmende Familientragödie "Fanny und Alexander". Anstelle von "Star Wars" hält "Blade Runner" (Platz 7) die Fahne des Science Fiction hoch - weil George Lucas' erster Film der Sternensaga mit 1977 ein Jahr zu früh gedreht wurde. Doppelheld Harrison Ford wird's gelassen sehen.
Gewählt haben 50 englische Filmkritiker, Journalisten und Fachautoren. Ihr Favorit "Apocalypse Now" ist eine teilweise höchst experimentelle Verfilmung von Joseph Conrads Roman "Heart of Darkness" aus dem Jahr 1902. Aus der Filmfassung von 1979 mussten wegen der Kritik an der US-Außenpolitik seinerzeit viele Szenen herausgeschnitten werden. Diese Aufnahmen konnten Kinofans erst 22 Jahre später in "Apocalypse Now Redux" (2001) sehen: Captain Willards Bootsreise in den Dschungel tritt in der neuen Fassung wesentlich in den Vordergrund, wie auch in Conrads Roman die Reise eines französischen Handlungsreisenden den Kongo hinauf im Mittelpunkt steht.
Das Projekt verschlang damals unerhörte 40 Mio. Dollar: Die Schwierigkeiten bei der Produktion sind legendär: So fegte beispielsweise ein Tornado sämtliche Kulissen hinweg und Robert Duvall (als durchgeknallter Hardliner Kilgore) erlitt einen Herzinfarkt.
Die Top Ten der besten Filme der letzten 25 Jahre:
Seine Gauner und Ganoven wirken kaum einschüchternd, eher verklemmt und latent sadistisch, mit schlechten Manieren und leicht psychopathischen Zügen....
Vom Schauspielstil her eher europäisch introvertiert und psychologisch differenziert seine Rollen auslotend, ist John Malkovich seit 1999...
Film der Woche: Der Kult geht weiter, die Alien-Jäger blitzdingsen wieder! Will Smith reist in die Sixties, um den jungen Agent Kay (Josh Brolin) zu retten.
Preview der Woche: Schöne Komödie mit "Hannah Montana" Miley Cyrus, die sich in ihren besten Freund verliebt.