Keanu Reeves
Diane Lane
John Hawkes
Regie: Brian Robbins
Verleih: Paramount
Connor O'Neil (Keanu Reeves) muss als überschuldeter Sportticket-Hehler den Job eines Baseball-Trainers für Kinder übernehmen. Das Team ist mehr als lausig, beeindruckt den unwilligen Coach aber durch eine nicht totzukriegende Stehauf-Männchen-Mentalität.
Brian Robbins' Mix aus "Die Bären sind los" und "Gegen jede Regel" gibt Reeves erneut Gelegenheit, in einer Rolle als im freien Fall befindlicher Charakter auf der Suche nach seelischer Erlösung zu glänzen.

Seelisch angeknackste Figuren mit Bedarf an spiritueller Erneuerung sind in der Nachernte von "Matrix" Keanu Reeves' bevorzugter Rollentypus. In "Helden aus der zweiten Reihe" mimte er einen motivationslosen Footballspieler und in "Sweet November" ließ er sich als materialistischer Yuppie von Freigeist Charlize Theron heilen. In dem Baseballdrama "Hardball" spielt er jetzt einen Tickethehler ohne Rückgrat, mit Wettschulden, der seine Erlösung vom Spielteufel durch das Trainieren eines Baseballteams schwarzer Ghettokinder findet.
Regisseur Brian Robbins ("Varsity Blues"), dessen Baseball-Romanze "Summer Catch" mit Freddie Prinze Jr. derzeit ebenfalls in den US-Kinos läuft, adaptiert in dieser stromlinienförmigen Mixtur aus "Die Bären sind los" und "Gegen jede Regel" Daniel Coyles Autobiographie "Hardball : A Season In The Projects". Der Autor verarbeitet darin seine Erfahrungen als Trainer eines Little-League-Baseballteams in dem berüchtigten Chicagoer Cabrini-Green-Wohnprojekt. Im Film wird Coyle zu Conor O'Neill, der mit einer gehörigen Abreibung in einer Sportbar in den Film eingeführt wird. Conor schuldet mehreren Buchmachern hohe Beträge, und als ihm sein Freund Jimmy (Mike McGlone) statt eines Darlehens einen Job als Coach aufdrängt, nimmt er widerwillig an. Das Team der Kekambas ist ein Haufen kleiner Strolche zwischen neun und zwölf Jahren, die im härtesten Ghetto der Stadt zu Hause ist. Die Szenen innerhalb dieser Wohnkomplexe sind realistisch deprimierend und wirken aus der Perspektive der Kinder betrachtet doppelt höllisch. Als Conor einen seiner Schützlinge fragt, was man in dieser Gegend mache, um Spaß zu haben, erhält er als Antwort: Mit dir Baseball spielen. Anfänglich sieht Conor seinen Job nur als Mittel zum Zweck der Schuldentilgung, doch allmählich erkennt er darin eine wirkliche Aufgabe. Als ihm bewusst wird, dass sich seine Jungs nicht von ihrer harten Umwelt unterkriegen lassen, beschließt er, die eigenen Prioritäten in seinem verkorksten Leben einer Prüfung zu unterziehen.
Der vorhersehbare Gewinn des Meisterschaftsspiels dient als kathartisches Happy End, nicht ohne dass zuvor einer der jungen Spieler einer herzzerreißenden Tragödie zum Opfer fallen muss. Bei der jungen Besetzung finden sich einige außergewöhnliche Talente, darunter Michael Perkins als abgebrühter Kofi, DeWayne Warren als sein niedlich großmäuliger kleiner Bruder Jarius und Julian Griffith als asthmakranker Jefferson. An ihrer Seite agiert Keanu Reeves gewohnt akzeptabel, wenn er auch ab und zu seine typischen Dude-Manierismen durchscheinen lässt. Die notorisch unterschätzte Diane Lane ("Der Sturm") als Lehrerin der Jungen fungiert als romantischer Gegenpol, ohne dabei übermäßig gefordert zu werden. Beim Soundtrack kommen erwartungsgemäß Hiphop-Rhythmen zum Einsatz - nicht das einzige Klischee in diesem Film, der sich immer ein bisschen zu sehr bemüht, seinem Publikum zu gefallen, und folglich kaum unter die Oberfläche seiner Bilder taucht. Dass das gezielt auf ein Familienpublikum zugeschnittene Erlösungsdrama dennoch über eine charmant rührende Qualität verfügt, macht manche Plattheit spielend wieder wett. ara.
| Darsteller: | Keanu Reeves | als Conor O'Neill | |
|---|---|---|---|
| Diane Lane | als Elizabeth Wilkes | ||
| John Hawkes | als Ticky Tobin | ||
| D.B. Sweeney | als Matt Hyland | ||
| Mike McGlone | als Jimmy Fleming | ||
| Sterling Elijah Brim | als Sterling | ||
| A. Delon Ellis jr. | als Miles Pennfield II | ||
| Julian Griffith | als Jefferson Albert Tibbs | ||
| Bryan Hearne | als Andre Ray Peetes | ||
| Michael B. Jordan | als Jamal | ||
| Kristopher Lofton | als Carence | ||
| Michael Perkins | als Kofi Evans | ||
| Brian M. Reed | als Ray-Ray | ||
| Alexander Telles | als Alex | ||
| DeWayne Warren | als G-Baby | ||
| Graham Beckel | als Duffy | ||
| Mark Margolis | als Fink | ||
| Regie: | Brian Robbins | ||
| Drehbuch: | John Gatins | ||
| Produzent: | Tina Nides | ||
| Michael Tollin | |||
| Brian Robbins | |||
| Ausf. Produzent: | Kevin McCormick | ||
| Herbert W. Gains | |||
| Erwin Stoff | |||
| Buchvorlage: | Daniel Coyle | ||
| Kamera: | Tom Richmond | ||
| Schnitt: | Ned Bastille | ||
| Musik: | Mark Isham | ||
| Produktionsdesign: | Jaymes Hinkle | ||
| Kostüme: | Francine Jamison-Tanchuck | ||
| Ton: | David Obermeyer | ||
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