Will Smith
Charlize Theron
Jason Bateman
Regie: Peter Berg
Verleih: Sony Pictures
Hancock (Will Smith) ist ein waschechter Superheld, auf den Los Angeles allerdings verzichten könnte. Mit seinen unglaublichen Taten rettet er zwar unzählige Leben, hinterlässt aber eine unwahrscheinliche Spur der Verwüstung. Derart missverstanden vegetiert er als verbitterter Alkoholiker auf der Straße - bis er PR-Agent Ray (Jason Bateman) rettet. Der revanchiert sich mit einer Imagekampagne - ohne zu ahnen, dass seine Frau (Charlize Theron) Hancock nur zu gut kennt.
Last Action Hero: Publikumsmagnet Will Smith ("I Am Legend") sorgt wie immer für erstklassige Unterhaltung, wenn er diesmal die ausgeprägten Fähigkeiten Peter Bergs ("Operation: Kingdom") für einen prächtigen Actionkomödienknüller über einen wahrhaft "Unglaublichen" nutzt.
Kein Held, wie er im Buche steht: Wer die selige Parkbank-Ruhe des verkaterten Hancock stört, wird handfest angepackt. Nach Jahren des Chaos entschuldigt sich der Ungeschickte für seine Fehlgriffe und gelobt Besserung - doch das ist nicht so einfach!
In der Galerie der angesagtesten Superhelden kann Will Smith längst einen Stammplatz einfordern - so überirdisch ist seine Starpower, so verblüffend und verlässlich sein Publikumsmagnetismus. Was die Frohnatur auch anfasst, wird zum Hit, seit "Independence Day" vor zwölf Jahren mit geradezu übernatürlicher Konstanz. Nun kann der Weltstar auch noch fliegen, ist kugelsicher und unkaputtbar. Seinen Superkräften sind keine Grenzen gesetzt - weshalb er permanent heilloses Chaos in den Straßen von Los Angeles stiftet.
Kein Weltenretter, sondern ein überforderter Outsider: Vor der Verantwortung, die seine Fähigkeiten ihm abverlangen, hat er kapituliert. Seine Einsätze hinterlassen eine unwahrscheinliche Spur der Zerstörung, was Peter Berg, der sich mit dem Terror-Thriller "Operation: Kingdom" als Actionkapazität etablierte, mit 150 Millionen Dollar in der Kriegskasse als lupenreinen Verwüstungsrausch inszeniert.
Als einziger seiner Art gammelt Hancock verkannt auf der Straße herum, schläft auf Parkbänken, pöbelt Passanten an, trinkt billigen Fusel. Selbst beim Freiflug à la Superman ölt er sich noch mit einem tiefen Schluck Schnaps die Kehle. Und kickt ein dreistes Gör, das ihn "Jackass" schimpft, ungerührt ein paar Kilometer hoch in die Stratosphäre, um ihr Temperament etwas abzukühlen - nein, politisch korrekt ist der Humor nicht ausgefallen. Was den ganz großen Spaß natürlich noch um ein paar Takte verschärft. Denn brave Helden gab's in letzter Zeit mehr als genug.
Erfrischend frech ist das, auch im Medienzeitalter, wo die Beweislast auf YouTube schwer wiegt. Davon können einige ein Lied singen. Etwa Walter, der gestrandete Grauwal, den Hancock mit einem beherzten Wurf ins Meer zurück befördern wollte. Statt dessen krachte er nach einigen Hundert Metern auf eine Segelyacht - was für ihn (und die Bootsbesatzung) nicht gut endete. Das hat Greenpeace Hancock nie verziehen. Und noch weniger die Bevölkerung von Los Angeles.
Dieses Dilemma ändert sich erst, als er zufällig PR-Profi Ray (Jason Bateman) das Leben rettet. Der revanchiert sich mit einer ausgefeilten Imagekampagne, die den verkaterten Wüstling zum strahlenden Helden umpolen soll. Mit Rays Hilfe arbeitet Hancock hart daran, ein Vorzeige-Held zu werden, und trifft dabei auch Rays hübsche Gattin Mary (Oscarpreisträgerin Charlize Theron), die ein Faible für Loser hat. Beide verbindet übrigens mehr, als sie ihrem Mann verrät ...
Last Action Hero Will Smith hält alle Karten in der Hand, um seinen Royal Flush hinzulegen: Eine smarte Effektschlacht, hinter deren lockeren komödiantischen Einlagen sich einiges mehr verbirgt und bei der die namhafte Besetzung zu erstaunlichem Format aufläuft. Einfach fantastisch!
| Darsteller: | Will Smith | als Hancock | |
|---|---|---|---|
| Charlize Theron | als Mary Embrey | ||
| Jason Bateman | als Ray Embrey | ||
| Eddie Marsan | als Red | ||
| Regie: | Peter Berg | ||
| Produzent: | Akiva Goldsman | ||
| Michael Mann | |||
| Will Smith | |||
| James Lassiter | |||
| Ausf. Produzent: | Jonathan Mostow | ||
| Richard Saperstein | |||
| Kamera: | Tobias Schliessler | ||
| Schnitt: | Paul Rubell | ||
| Colby Parker Jr. | |||
| Musik: | John Powell | ||
| Produktionsdesign: | Neil Spisak | ||
| Kostüme: | Louise Mingenbach | ||
| Casting: | Denise Chamian | ||
| Francine Maisler | |||
Rapper Jay-Z soll Will Smith bei "Annie" musikalisch unterstützen.
Ganz der Papa: Willow Smith möchte nun auch in Hollywood Fuß fassen (Foto: Kurt Krieger)
Was Papa kann, können wir schon lange - denken sich die Kids von Will Smith und wollen ebenfalls nach Hollywood. Letztes Jahr brachte "Hancock"-Star Smith seinen Sohn Jaden in "Karate Kid" unter. Nun muss ein Projekt für Tochter Willow her - und das bastelt Will Smith kurzerhand selbst: Er plant ein Remake des Musicals "Annie" mit der zehnjährigen Willow in der Hauptrolle. Das Ganze soll in Zusammenarbeit mit Rapper Jay-Z geschehen, der einst den "Annie"-Hit "It's a Hard Knock Live" neu interpretierte.
Es heißt, Jay-Z werde sich um den Sound kümmern. Ob er möglicherweise auch einen Auftritt im Film bekommt und wie der Stoff überhaupt umgesetzt werden soll, ist noch nicht bekannt. Das Musical "Annie", basierend auf einem Comic-Strip, feierte 1977 in London Premiere und wurde ein Riesenhit. Das Stück gewann mehrere Tonys und riss die Leute mit seiner einfachen Geschichte und ein paar fetzigen Ohrwürmern, wie besagtem "It's a Hard Knock Life", von den Sitzen.
Die Geschichte handelt von dem kleinen Waisenmädchen Annie, das verzweifelt auf die Rückkehr seiner Eltern hofft. Eines Tages kommt ein Millionär zu Besuch. Er wünscht sich, dass ein Waisenkind die Weihnachtsfeiertage bei ihm zu Hause verbringt, damit sein Ansehen in der Öffentlichkeit steigt. Annie wird ausgewählt - und erweicht am Ende das Herz des reichen Mannes, der sie schließlich adoptiert.
Der Stoff wurde schon mehrmals fürs Kino umgesetzt, unter anderem mit 1999 von Rob Marshall.
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