Ergreifendes Familiendrama um einen Mann, der wegen eines Gehirntumors nur noch wenige Monate zu leben hat. http://images.kino.de/flbilder/max11/auto11/auto41/11410154/b150x150.jpg Halt auf freier Strecke

Filmdetails

Halt auf freier Strecke

Ergreifendes Familiendrama um einen Mann, der wegen eines Gehirntumors nur noch wenige Monate zu leben hat.


Halt auf freier Strecke
Start: 17.11.2011

Drama

Deutschland 2011
Laufzeit: 110 Min.
FSK: ab 6 Jahre

Milan Peschel
Steffi Kühnert
Talisa Lilli Lemke

Regie: Andreas Dresen
Verleih: Pandora

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(4 Sterne bei 1 Bewertung)

Action
Humor
Romantik
Spannung
Anspruch
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heiß

Inhalt

Der 40-jährige Frank hat einen Gehirntumor und nur noch wenige Monate zu leben, wie man ihm im Krankenhaus lapidar mitteilt. Er will die Zeit, die ihm bleibt, bei Frau und Kindern zu Hause verbringen, im erst kürzlich gebauten Häuschen am Stadtrand - eine emotionale Herausforderung für die ganze Familie. Seine Frau Simone kommt bei der Pflege an die Grenzen ihrer Kraft. Der achtjährige Sohn kümmert sich liebevoll um den Papa, der langsam die Beherrschung über seine körperliche Funktionen und auch das Gedächtnis verliert. Die pubertierende Tochter flüchtet sich in den Sport.


Kritik

Halt auf freier Strecke

Ergreifendes Familiendrama um einen Mann, der wegen eines Gehirntumors nur noch wenige Monate zu leben hat.

Andreas Dresen erzählt echte Geschichten, Geschichten aus dem Leben. Und er scheut auch nicht vor Tabu-Themen zurück wie "Wolke 9" über die körperliche Liebe zwischen alten Menschen, der 2008 im Certain Regard lief, wie auch sein neuer Film, dem man einen Platz im Wettbewerb gegönnt hätte. Diesmal packt er ein Sujet an, um das die meisten Regisseure einen Riesenbogen machen, das langsame Sterben, das quälende Hintreiben auf den Tod. Und zwar in der akribischen Beobachtung eines Mannes mit Diagnose Gehirntumor. Mitten in der Lebensfahrt kommt es zum abrupten "Halt auf freier Strecke". Im erst kürzlich gebauten Häuschen am Stadtrand verbringt der erst 40Jährige im Kreise seiner Familie die Zeit, die bleibt. Aber dennoch: jeder stirbt für sich allein. Seine Frau (Steffi Kühnert) geht an die Grenzen ihrer Kraft, der achtjährige Sohn kümmert sich liebevoll um den Papa, die pubertierende Tochter macht auf cool. Dresen lotet die ganze Gefühlspalette aus, von der Wut auf das ungerechte Schicksal, die Angst vor dem Unausweichlichen, die Trauer um nicht verwirklichte Sehnsüchte bis hin zur Akzeptanz des baldigen Hinscheidens. Die Szenen sind wie bei Mike Leigh improvisiert und gehen unter die Haut, Tränen kullerten auch ohne Leinwand-Pathos bei hartgesottenen Kritikern. Milan Peschel gibt dem Menschen im Angesicht des Todes ein Gesicht, ein Geschundener, der langsam die Kontrolle über den Körper verliert, dessen Geist ihm den Dienst verweigert (als Hilfsmittel kleben die Familienmitglieder Zettel an Schränke und Schubladen und manchmal auch Zettel mit ihrem Namen auf die Stirn). Trotz aller verzweifelten Momente lässt Dresen seinem Protagonisten die Würde, man bemitleidet ihn nicht, sondern leidet mit ihm auf der Via Dolorosa. Immer wieder sorgt der Regisseur für Brüche, wenn das Elend zu stark wird, erlaubt er dem Zuschauer einen Moment des Durchatmens, um ihn gleich darauf wieder in die erbarmungslose Realität hinein zu katapultieren. Manchmal spielt er mit Fantasie-Elementen, so nimmt der Tumor menschliche Gestalt an (wie in Bertrand Bliers "Le Bruit des Glacons"), im Radio laufen Bulletins über den Zustand des Todgeweihten. Fast erschreckend wie der Arzt dem Patienten die Diagnose mitteilt, ein authentischer Arzt aus dem Krankenhaus, der wöchentlich zwei - bis dreimal das "Todesurteil" verkündet. Da ist kein Platz für beruhigende Worte und wenn mitten im Gespräch das Telefon klingelt und der Doktor sich einem anderen Thema zuwendet, gehört das auch zum echten Klinikalltag. Mit außergewöhnlich emotionaler Intensität stört Andreas Dresen unsere Verdrängungsmechanismen, konfrontiert uns mit der Endlichkeit unseres Seins. Er führt dahin, wo es weh tut. mk.

Halt auf freier Strecke

Darsteller:  Milan Peschel   als Frank Lange
  Steffi Kühnert   als Simone Lange
  Talisa Lilli Lemke   als Lilli
  Mika Seidel   als Mika
  Ursula Werner   als Simones Mutter
  Marie Rosa Tietjen   als Simones Schwester
  Otto Mellies   als Franks Vater
  Christine Schorn   als Franks Mutter
  Bernhard Schütz   als Stafan, Kollege von Frank
  Thorsten Merten   als Franks Tumor
  Inka Friedrich   als Ina
 
Regie:  Andreas Dresen  
Drehbuch:  Andreas Dresen  
  Cooky Ziesche  
Produzent:  Peter Rommel  
Kamera:  Michael Hammon  
Schnitt:  Jörg Hauschild  
Kostüme:  Sabine Greunig  
Ton:  Peter Schmidt  

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Milan Peschel

Milan Peschel wurde dem Kinopublikum 2005 in Robert Thalheims Tragikomödie "Netto" bekannt. Seitdem ist der Berliner Theaterschauspieler...

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