Liebevolle und lebensnahe Tragikomödie über das Leben zweier befreundeter Paare in einer Plattenbausiedlung in Frankfurt/Oder. http://images.kino.de/flbilder/max02/mbiz02/mbiz36/z0236509/b150x150.jpg Halbe Treppe

Filmdetails

Halbe Treppe

Liebevolle und lebensnahe Tragikomödie über das Leben zweier befreundeter Paare in einer Plattenbausiedlung in Frankfurt/Oder.


Halbe Treppe
Start: 03.10.2002

Drama / Komödie

Deutschland 2002
Laufzeit: 111 Min.
FSK: ab 12 Jahre

Steffi Kühnert
Gabriela Maria Schmeide
Thorsten Merten

Regie: Andreas Dresen
Verleih: Delphi

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Action
Humor
Romantik
Spannung
Anspruch
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Inhalt

Die Imbissbude "Halbe Treppe" ist für ihren Besitzer, den Mittdreißiger Uwe aus Frankfurt an der Oder (Axel Prahl), längst zur zweiten Heimat geworden: Unter der Plastikplane auf dem Parkplatz vergisst er den trostlosen Alltag mit Ehefrau Ellen (Steffi Kühnert) und den beiden Kindern. Auch Chris (Thorsten Merten) und Katrin (Gabriela Maria Schmeide) haben einander nicht mehr viel zu sagen. Als sich die beiden Ehepaare kennenlernen und einander bei Dia-Abenden näher kommen, setzt ein Partnertauschreigen ein, der alle auf neue Gedanken bringt.

Noch ein glänzend beobachtetes Alltagsportrait vom diesbezüglich hochverdienten Andreas Dresen ("Nachtgestalten", "Die Polizistin"). Ausgezeichnet mit dem Großen Preis der Jury bei der Berlinale 2002.


Kritik

Halbe Treppe

Der Große Preis der Jury der Berlinale 2002 ist die verdiente Bestätigung der Filmarbeit von Andreas Dresen, der die in "Nachtgestalten" (Silberner Bär 1999 für Hauptdarsteller Michael Gwisdek; Deutscher Filmpreis 1999) und "Die Polizistin" (Grimme-Preis 2001) begonnen realistischen, liebe- und humorvollen Blicke auf die bittersüßen Probleme kleiner Leute mit Plattenbau-Gestalten aus Frankfurt/Oder fortsetzt und mit Digitalkamera, kleiner Crew, weitgehend improvisiertem Drehbuch und vier hervorragenden Schauspielern beste Ergebnisse erzielte.

Die titelgebende "Halbe Treppe", Imbissbude unter Plastikzelt auf einem Parkgang, gehört Uwe (Axel Prahl), der über der Arbeit Ehefrau Ellen (Steffi Kühnert), die in einer Parfümerie jobbt, und die Kinder vergisst. Die beiden sind befreundet mit dem kinderlosen und ebenfalls Mittdreißigerehepaar Chris (Thorsten Merten), Radiomoderator im Funkturm, und Katrin ("Polizistin" Gabriela Maria Schmeide), die an der Grenze nach Polen Trucks auf ihre Stellplätze einweist, und die sich im Bett nicht mehr viel zu sagen haben. Man amüsiert sich bei typisch deutschen Dia-Abenden, jagt dem entflohenen Wellensittich nach und hat sich mehr oder weniger in der "Hälfte des Lebens" auf halber Treppe abgeschliffen. Als Chris mit Ellen fremdgeht, hat der Seitensprung ungeahnte Folgen, führt zu Verletzungen, neuen Sichtweisen, Bilanzen und spurtet ohne Happy End zu neuen Anfängen unter anderen Vorzeichen.

Wie in den vorherigen Filmen ist Dresens Milieugenauigkeit stupend, ist sein Blick für die Szenen zweier Ehen zwischen Spülsteinrealismus, Ikea-Möbeln und Eisbeinstücken in der Badewanne prägnant und leider nur zu stimmig. Der Wortwitz kommt aus der guten alten Kaurismäki-Schule für geborene Verlierer und deren Sprachlosigkeit, die Komik mit eingebauter Tragik produziert: echt lebensnah. Dresen folgt den Krisengebeutelten hautnah per Digitalvideo und schafft lauter Wiedererkennungsmöglichkeiten. Ungleichgewichte in der Sympathieverteilung werden durch die Wirklichkeitsnähe aufgehoben, und das Inflagranti-Erwischen ist selten so kurios gefilmt worden. Der Preis für das vitale Stück deutschen Kinos, ehrlicher als der verstiegen exponierte "Felsen" und nicht so kunstgewerblich wie "Heaven", sollte Dresen über die Arthaus-Programmierung hinaus helfen. Mit der Berliner Folk-Gruppe 17 Hippies (Töne irgendwo zwischen Balkan und Schottland) gibt es zudem einen herrlichen musikalischen Running Gag. ger.

Halbe Treppe

Darsteller:  Steffi Kühnert   als Ellen
  Gabriela Maria Schmeide   als Katrin
  Thorsten Merten   als Christian
  Axel Prahl   als Uwe
  Julia Ziesche   als Julia
  Jens Graßmehl   als Jens
  Mascha Rommel   als Mascha
  Gregor Ziesche   als Gregor
  Christine Schorn   als Frau i.d. Parfümerie
  Miro De Vittoris   als Bauunternehmer
  Eberhard Urban   als Eberhard
  Ralf Schönknecht   als Schöni
  Doris Schlingmann   als Doris
  Knut Elstermann   als Knut
  André Schneider   als Nachrichtensprecher
  Janko Brett  
  Torsten Thiem  
  Martina Pach  
  Frank Fuhrmann  
  Joanna Zaremba  
  Jaqueline Röstel  
  Carmen Engler  
  Martin Stoffer  
 
Regie:  Andreas Dresen  
Drehbuch:  Andreas Dresen  
Produzent:  Peter Rommel  
Kamera:  Michael Hammon  
Schnitt:  Jörg Hauschild  
Musik:  17 Hippies  
Produktionsdesign:  Susanne Hopf  
Kostüme:  Sabine Greunig  
Ton:  Peter Schmidt  
Casting:  Janina Bukowski  

Deutscher Filmpreis, die 52te

Auch das Publikum kann Preise vergeben: Die diesjährigen Kandidaten für den Deutschen Filmpreis.

Nominiert als Bester Spielfilm: "Nirgendwo in Afrika"

Nominiert als Bester Spielfilm: "Nirgendwo in Afrika"

Minister Julian Nida-Rümelin, der aus seiner Vorliebe für die deutsche Kinokultur kein Hehl macht, gab am Freitag den 19. April im Berliner Hotel Adlon die Nominierungen bekannt. Durch den Abend führte die Leipziger Darstellerin Manon Straché.

Der kürzlich verstorbene Billy Wilder wurde von Journalist und Schriftsteller Hellmuth Karasek und von Regisseur Volker Schlöndorff mit einem persönlichen Nachruf bedacht.

Ganz heiß - der Publikumspreis: Am 26. April startet das Gewinnspiel um die beiden Auszeichnungen "Deutscher Kinofilm des Jahres" und "Schauspielerin bzw. Schauspieler des Jahres". Einsendeschluss ist der 1. Juni 2002, mitmachen kann man unter www.deutscherfilmpreis.de.

Die Nominierungen

Bester Spielfilm: "Bella Martha", "Halbe Treppe", "Heaven", "Nirgendwo in Afrika", "Das weiße Rauschen" und "Wie Feuer und Flamme".

Bester Dokumentarfilm: "Black Box BRD", "A woman and a half - Hildegard Knef"

Bester Kinder- und Jugendfilm: "Hilfe, ich bin ein Fisch", "Das Sams"

Beste Hauptdarstellerin: Karoline Eichhorn für "Der Felsen", Martina Gedeck für "Bella Martha", Juliane Köhler für "Nirgendwo in Afrika"

Bester Hauptdarsteller: Daniel Brühl für "Nichts bereuen", "Das weiße Rauschen" und "Vaya con dios". Ulrich Noethen für "Das Sams". Antonio Wannek für "Der Felsen" und "Wie Feuer und Flamme".

Beste Nebendarstellerin: Anabelle Lachatte für "Das weiße Rauschen", Eva Mattes für "Das Sams". Marie-Lou Sellem für "Mein Bruder, der Vampir", " Nichts bereuen" und "Hilfe, ich bin ein Junge!".

Bester Nebendarsteller: Martin Feifel für "Was tun, wenn's brennt?", Remo Girone für "Heaven" und Matthias Habich für "Nirgendwo in Afrika"

Beste Regie: Andreas Dresen für "Halbe Treppe", Dominik Graf für "Der Felsen" und Caroline Link für "Nirgendwo in Afrika".

2,815 Millionen Euro stehen gesamt als Prämien für die 16 Preise aus - 10.000 davon gehen sicher an Michael "Bully" Herbig für "Der Schuh des Manitu": Er wird für seinen Erfolg mit einem Sonderpreis der Jury geehrt, dem Filmpreis in Gold.

Die 52. Verleihung des Deutschen Filmpreises findet am 14. Juni 2002 im Berliner Tempodrom am Anhalter Bahnhof statt. Die Zusammenfassung der Gala zur Verleihung des Deutschen Filmpreises wird am 16. Juni 2002 von Sat.1 um 20.15 Uhr ausgestrahlt.

Star

Thorsten Merten

Der gefragte Theatermime Thorsten Merten schaffte 2001 in Andreas Dresens mehrfach ausgezeichneter Tragikomödie "Halbe Treppe" den Sprung...

Top-Filme der Woche

  • Men in Black 3

    Film der Woche: Der Kult geht weiter, die Alien-Jäger blitzdingsen wieder! Will Smith reist in die Sixties, um den jungen Agent Kay (Josh Brolin) zu retten.

  • LOL

    Preview der Woche: Schöne Komödie mit "Hannah Montana" Miley Cyrus, die sich in ihren besten Freund verliebt.

 

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