TV-Krimi nach dem gleichnamigen Roman von Håkan Nesser. http://images.kino.de/flbilder/max10/auto10/auto20/10200965/b150x150.jpg Hakan Nesser's Inspektor Barbarotti: Mensch ohne Hund

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Hakan Nesser's Inspektor Barbarotti: Mensch ohne Hund

TV-Krimi nach dem gleichnamigen Roman von Håkan Nesser.


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Kritik

Hakan Nesser's Inspektor Barbarotti: Mensch ohne Hund

Håkan Nesser, dessen Van-Veeteren-Romane bereits für die ARD verfilmt wurden, mag nicht so bekannt sein wie sein schwedischer Landsmann Mankell, hat aber mit Inspektor Barbarotti eine reizvolle Hauptfigur erschaffen.

Es liegt in der Natur des Genres, dass in Krimis viel geredet wird. So wortlastig wie dieser Auftakt zur neuen Schweden-Krimireihe nach Håkan Nessers "Barbarotti"-Romanen aber geht es in Fernsehfilmen selten zu: Wenn der Inspektor nicht gerade Vernehmungen durchführt, Kollegin Eva (Nina Kronjäger) über die jüngsten Entwicklungen informiert oder die 18jährige Tochter (Henriette Confurius) beim Liebeskummer tröstet, sucht er den Dialog mit Gott. Das allerdings ist das originellste Merkmal dieser Figur: Seit seiner Scheidung treibt Barbarotti ein Spiel mit dem Herrn. Immer wieder fordert er ihn auf, die Gegebenheiten zu Gunsten des Ermittlers zu beeinflussen, jedes Mal verbunden mit einer gewissen Punktzahl. Abgerechnet wird zum Schluss: Sollte Gott am Ende mehr Plus- als Minuspunkte haben, wird Barbarotti seine Existenz anerkennen. Und der Einsatz lohnt sich durchaus: Die hübsche alleinerziehende Strandschönheit (Suzan Anbeh) ist dem Inspektor ebenso sechs Punkte wert wie die zufällige Begegnung auf einer Hochzeit, die seinen Ermittlungen eine völlig neue Wendung gibt.

Für die Entwicklung des Falls hat sich Nesser, dessen Roman von Serkal Kus adaptiert wurde, ein besonders perfides Spiel mit den Erwartungen einfallen lassen. Während sich in Krimis zwei Ereignisse, die auf den ersten Blick nichts miteinander zu tun haben, in der Regel als verschiedene Seiten der selben Medaille entpuppen, ist es hier gerade umgekehrt: Als nach der Geburtstagsfeier eines patriarchalischen Familienoberhaupts (Vadim Glowna) erst Sohn Walter und dann Enkel Henrik verschwinden, geht die Polizei naturgemäß davon aus, dass beide Vorfälle zusammengehören. Tatsächlich finden sich später in der Tiefkühltruhe einer offenkundig geistesgestörten Frau zwei zerstückelte Männerleichen. Die eine ist Walter; aber die andere ist nicht Henrik.

Jörg Grünler verzichtet bei seiner Umsetzung auf praktisch jede Form von Dynamik. Gelegentliche Spaziergänge sind das größte Ausmaß an Bewegung. Auch bei den wenigen Außenaufnahmen dominiert ein ruhiger Blick auf die Szenerie. Diese Art der Inszenierung hat den Vorteil, dass die Schauspieler viel zu tun haben und entsprechend zur Geltung kommen. Vadim Glowna zum Beispiel genügen wenige Momente, um anzudeuten, welcher Despot der Familienvater ist. Sylvester Groths Zwiegesprächen zu lauschen, ist ohnehin ein Vergnügen. Trotzdem könnte der Krimi die Erwartungen enttäuschen, zumal man gerade durch das Übermaß an Informationen zwischenzeitlich den Überblick verlieren kann. tpg.

Hakan Nesser's Inspektor Barbarotti: Mensch ohne Hund

Darsteller:  Sylvester Groth   als Inspektor Gunnar Barbarotti
  Nina Kronjäger   als Eva Backman
  Vadim Glowna   als Karl-Erik Hermansson
  Marie Anne Fliegel   als Rosemarie Hermansson
  Suzan Anbeh   als Marianne Grimberg
  Henriette Confurius   als Sara Barbarotti
  Filip Peeters   als Jacob Willnius
  Johanna Christine Gehlen   als Kristina Willnius
  Steffen Münster   als Leif Grundt
  Judith Engel   als Ebba Grundt
  Theo Trebs   als Kristoffer Grundt
  Martin Glade   als Olle Rimborg
  Claudia Geisler   als Jane Almgren
  Christian Blümel   als Jens Lindewall
  Dagmar Sachse   als Maggie
  Nina Hoger   als Linda Eriksson
 
Regie:  Jörg Grünler  
Drehbuch:  Serkal Kus  
Produzent:  Katharina M. Trebitsch  
Buchvorlage:  Håkan Nesser  
Kamera:  Markus Selikovsky  
Schnitt:  Regina Bärtschi  
Musik:  Boris Bergmann  
  Can "Khan" Oral  
Produktionsdesign:  Thorwald Kiefel-Kuhls  
Kostüme:  Maria Dimler  
Maske:  Jasmin Soufi  
Ton:  Maarten van de Voort  
Casting:  Mai Seck  

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