Michel Piccoli
Jerzy Stuhr
Renato Scarpa
Regie: Nanni Moretti
Verleih: Prokino (Fox)
Die Wahl eines neuen Papstes steht an. Von der Sixtinischen Kapelle steigt weißer Rauch auf. Man hat sich entschieden. Doch der designierte neue Papst hadert mit seiner schweren Aufgabe, hat Angst. Statt sich dem Volk auf dem Petersplatz zu zeigen, streift er durch die Straßen. Er spricht mit einem Therapeuten. Er will nicht Papst werden und dankt nach Tagen ab, Tagen, in denen der Vatikan mit Strategiedebatten und Presse zu kämpfen hat.

Der frisch gewählte Papst hat plötzlich Angst vor der Verantwortung, will das Amt nicht mehr und stürzt den Vatikan in eine tiefe Krise.
Wenn weißer Rauch über den Dächern des Vatikans aufsteigt, ist das Zeichen für einen neuen Stellvertreter Gottes, auf dem Balkon verkündet dann der Kardinalssekretär "Habemus Papam". So sollte es auch nach dem Tod Johannes Pauls II sein. In der Sixtinischen Kapelle beten die Kardinäle inbrünstig zu Gott, der Kelche möge an ihnen vorüber gehen und gucken sich gegenseitig auf die Wahlzettel wie schummelnde Schüler. Die Entscheidung fällt für den Franzosen Melville, der die Wahl annimmt. Kurz vor der Bekanntgabe des Ergebnisses - die ungeduldig wartenden Gläubigen auf dem Petersplatz geraten schon in Verzückung - hallt ein Schrei durch die heiligen Hallen. Der Alte kriegt Angst vor der großen Aufgabe und möchte Bedenkzeit. Eine peinliche Situation, die eskaliert als der zukünftige Papst sich den Ratschlägen des schnell heran geschafften Edel-Psychiaters verweigert und heimlich ausbüchst. Während die Würdenträger ahnungslos bleiben und nur wenige vom Chaos wissen, schnuppert der Pontifex in spe ins richtige Leben und findet es dort viel unterhaltsamer, als brav den Segen "urbi et orbi" zu erteilen.
Nanni Moretti, der in "Der Italiener" mit Berlusconi abrechnete, hat diesmal Kreide geschluckt, fasst die katholische Kirche mit Samthandschuhen an und kümmert sich nicht um brandaktuelle Diskussionen. Die Kurie muss sich nicht grämen. Im Mittelpunkt steht die Figur des Melville, dargestellt von einem wunderlich-sympathischen Michel Piccoli, der das Menschsein und die Menschlichkeit sowie die öffentlichen Verkehrsmittel und seine Sehnsucht nach dem Theater in kleinen Schritten neu entdeckt. Dem Renner aus Italien, wo die harmlose Satire inzwischen über fünf Mio. Euro einspielte, mangelt es nicht an Witz. So muss der Psychiater den verwirrten Mann im Beisein aller Kardinäle nach der Kindheit befragen oder das designierte Kirchenoberhaupt eine wildfremde junge Frau um das Handy bitten, lässt es sich ein Papst-Dummy in den Gemächern gut gehen und wedelt ab und an mit der Gardine, um öffentlich Anwesenheit zu demonstrieren, lassen die Kardinäle unter der Leitung des Psychiaters beim Volleyball jegliche Contenance fahren. Und das ist die Crux: Nanni Moretti mimt überambitioniert den Seelenklempner und versucht, sich in den Vordergrund zu stellen, was ziemlich schief geht. Gegen die souveräne Präsenz von Piccoli kann er trotz aller Anstrengungen nichts ausrichten. Und das ist gut so. mk.
| Darsteller: | Michel Piccoli | als Papst, ehem. Kardinal Melville | |
|---|---|---|---|
| Jerzy Stuhr | als Pressesprecher | ||
| Renato Scarpa | als Kardinal Gregori | ||
| Franco Graziosi | als Kardinal Bollati | ||
| Camillo Milli | als Kardinal Pescardona | ||
| Ulrich von Dobschütz | als Kardinal Brummer | ||
| Gianluca Gobbi | als Schweizer Gardist | ||
| Nanni Moretti | als Psychologe Brezzi | ||
| Margherita Buy | als Psychologin | ||
| Camilla Ridolfi | als Kind | ||
| Leonardo della Bianca | als Kind | ||
| Dario Cantarelli | als Schauspieler | ||
| Manuela Mandracchia | als Schauspielerin | ||
| Rossana Mortara | als Schauspielerin | ||
| Teco Celio | als Schauspieler | ||
| Roberto De Francesco | als Schauspieler | ||
| Chiara Causa | als Schauspielerin | ||
| Mario Santella | als Zeremonienmeister | ||
| Toni Laudadio | als Chef der Gendarmerie | ||
| Enrico Iannello | als Journalist | ||
| Cecilia Dazzi | als Mutter | ||
| Lucia Mascino | als Verkäuferin | ||
| Maurizio Mannoni | als Fernsehjournalist | ||
| Massimo Verdastro | als Vatikanist | ||
| Giovanni Ludeno | als Portier im Hotel | ||
| Giulia Giordano | als Frau in der Bar | ||
| Francesco Brandi | als Barmann | ||
| Leonardo Maddalena | als Junge im Bus | ||
| Salvatore Miscio | als Priester | ||
| Salvatore Dell'Aquila | als Arzt | ||
| Peter Boom | als Kardinal | ||
| Erik Merino | als Kardinal | ||
| Kevin Murray | als Kardinal | ||
| Harold Bradley | als Kardinal | ||
| Jelle Bruinsma | als Kardinal | ||
| Alfredo Cairo | als Kardinal | ||
| Mauro Casanica | als Kardinal | ||
| Don Somasiry Jayamanne | als Kardinal | ||
| Regie: | Nanni Moretti | ||
| Drehbuch: | Nanni Moretti | ||
| Francesco Piccolo | |||
| Federica Pontremoli | |||
| Produzent: | Nanni Moretti | ||
| Domenico Procacci | |||
| Koproduzent: | Jean Labadie | ||
| Kamera: | Alessandro Pesci | ||
| Schnitt: | Esmeralda Calabria | ||
| Musik: | Franco Piersanti | ||
| Produktionsdesign: | Paola Bizzarri | ||
| Kostüme: | Lina Nerli Taviani | ||
| Ton: | Alessandro Zanon | ||
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