Provokant-verstörendes Milieu-Porträt vom Leben am Gesellschaftsrand. http://images.kino.de/flbilder/max09/mbiz09/mbiz49/z0949512/b150x150.jpg Gummo

Filmdetails

Gummo

Provokant-verstörendes Milieu-Porträt vom Leben am Gesellschaftsrand.


So werten die bisherigen Besucher:

Gesamt
(0 Bewertungen)

Action
Humor
Romantik
Spannung
Anspruch
Besucheransturm: lau
Besucher-
ansturm

Temperatur

lau

Inhalt

20 Jahre nachdem ein Tornado die Kleinstadt Xenia verwüstete, zeigt sich das Maß der Zerstörung auch auf anderen Ebenen. Verwahrlost, entwurzelt und destruktiv sind die Kinder - alkoholisiert, aggressiv und im Moral-freien Raum vegetierend die Erwachsenen. Das Leben bietet keine Perspektive, ist aber gegenüber dem Tod noch die bessere Option.


Kritik

Ist "Gummo" ein prätentiöser Befreiungsschrei eines zornigen Pseudokünstlers, der sich nach seinem Drehbuch zum Skandalfilm "Kids" ungebremst mit cineastischem Spielzeug austoben durfte? Oder eine verstörende Dokumentation vom haltlosen, stumpfsinnigen Leben am extremen Zivilisationsrand? Das Regiedebüt Harmony Korines unterstüzt beide Thesen, aber die gesellschaftskritisch-provokante Ebene wiegt schwerer und bleibt auch ohne sichtbares Ordnungsprinzip in Erinnerung.

Gummo Marx verließ seine berühmten Brüder vor deren Weltruhm und blieb ein Vergessener. Eine mögliche Brücke zu Korines Milieu-Polaroids von Xenia - einem vor Jahren von Tornados verwüsteten Kaff, das Gastfreundschaft (griech. xenia) ebenso wenig kennt wie Harmonie. Dummheit, Aggression, Orientierungslosigkeit, Entwurzelung und moralisches Vakuum dominieren die Szenerie. Mädchen erzählen von Vätern, die sie mit vier Jahren mißbrauchten; Großhirn-geschädigte Glatzen führen ritualisierten Schlagabtausch vor; ein Junge mit Bugs-Bunny-Schmuck uriniert von Highwaybrücken auf Autos, und zwei junge Burschen töten streunende Katzen (symbolischer Spiegel), die dann im Kochtopf eines China-Restaurants enden. "Gummo" kann eine beachtliche Kollektion von Außenseitern, Randexistenzen und Exoten aufweisen, aber seine größte Stärke ist, daß diese Figuren aus dem Kosmos von Tod Brownings "Freaks", den frühen Filmen Werner Herzogs und David Lynchs Fantasien authentisch wirken. Obwohl die Exzentrizität der Charaktere in ihrer Massierung überzogen wirkt, ist der fast allen gemeinsame aggressive Zug glaubwürdig. Die geballte Sammlung dieser "Individualisten" stellt Autor-Regisseur Korine in bruchstückhaften Momentaufnahmen vor. Einen verbindenden Plot gibt es nicht, wohl aber mit dem 14jährigen Solomon (sein Gesicht vergißt niemand: Jacob Reynolds), seinem Freund Tummler (Nick Sutton) und der kessen Dot ("Kids"-Entdeckung Chloe Sevigny) wiederkehrende Figuren, die den Minimalanspruch des Zuschauers an Struktur befriedigen. Womit sich "Gummo" solidarisiert, zeigen die Gastrolle von Linda Manz (die Entdeckung von Terrence Malicks "In der Glut des Südens", vor allem aber der Star von Dennis Hoppers seelenverwandter Milieustudie "Out of the Blue") und die Mitwirkung Jean-Yves Escoffiers (das Kamera-Auge von Leos Carax' leidenschaftlichem "Die Liebenden von Pont-Neuf"), der hier konventionelle wie experimentelle Bilder liefert. "Gummo" ist eine wütende, deprimierende, fast dokumentarisch wirkende Kriegserklärung an das Bild, das Hollywood in der Regel vom Leben und den Menschen offeriert. Eine Provokation, die Zuschauer nicht nur auf dem Filmfest München in verschiedene Lager spalten wird. kob.

Gummo

Darsteller:  Jacob Reynolds   als Solomon
  Nick Sutton   als Tummler
  Jacob Sewell   als Bunny Boy
  Darby Dougherty   als Darby
  Chloë Sevigny   als Dot
  Carisa Bara   als Helen
  Linda Manz   als Solomons Mutter
  Max Perlich   als Cole
 
Regie:  Harmony Korine  
Drehbuch:  Harmony Korine  
Produzent:  Cary Woods  
Koproduzent:  Robin O'Hara  
  Scott Macaulay  
Kamera:  Jean-Yves Escoffier  
Schnitt:  Christopher Tellefsen  
Produktionsdesign:  David Doernberg  
Kostüme:  Chloë Sevigny  

Star

Chloë Sevigny

Zwei Küsse umrahmen ihre Filmkarriere: In "Kids" der lange intensive Zungenkuss mit einem Girlie-Killer und in "The Brown Bunny" der...

Top-Filme der Woche

  • Men in Black 3

    Film der Woche: Der Kult geht weiter, die Alien-Jäger blitzdingsen wieder! Will Smith reist in die Sixties, um den jungen Agent Kay (Josh Brolin) zu retten.

  • LOL

    Preview der Woche: Schöne Komödie mit "Hannah Montana" Miley Cyrus, die sich in ihren besten Freund verliebt.

 

treffpunkt kino kompakt

In der aktuellen Ausgabe: Die große Preview zu "Ice Age - Voll verschoben" und der erste Trailer zu "Skyfall"!

Zum Magazin

Das multimediale Kinomagazin jede Woche kostenlos per Mail - jetzt registrieren!

GO

Ähnliche Filme auf DVD & Blu-ray

 

Service

kino.de mobil

kino.de mobil

Das aktuelle Programm Ihres Lieblingskinos haben Sie überall dabei - kostenlos auf Ihrem Handy.