Bürokratie-Tragikomödie um zwei Junkies, die den Entzug wollen - erfrischend anders aufgetischt. http://images.kino.de/flbilder/max98/em98/em14/e9814010/b150x150.jpg Gridlock'd - Voll drauf

Filmdetails

Gridlock'd - Voll drauf

Bürokratie-Tragikomödie um zwei Junkies, die den Entzug wollen - erfrischend anders aufgetischt.


Gridlock'd - Voll drauf
Start: 07.08.1997

Originaltitel: Gridlock'd

Komödie / Action

USA 1996
Laufzeit: 91 Min.
FSK: ab 16 Jahre

Tim Roth
Tupac Amaru Shakur
Thandie Newton

Regie: Vondie Curtis-Hall
Verleih: UIP

So werten die bisherigen Besucher:

Gesamt
(0 Bewertungen)

Action
Humor
Romantik
Spannung
Anspruch
Besucheransturm: lau
Besucher-
ansturm

Temperatur

lau

Inhalt

"Gib' Drogen keine Chance" - das nehmen sich zwei Trip Hopper zu Herzen. Doch leichter gesagt als getan. Spoon (Tupac Shakur) und sein Buddy Stretch (Tarantino-Liebling Tim Roth) duellieren sich mit dickköpfigen Bürokraten ("Sie sind hier falsch"), die ihnen den Weg in ein Drogenentzugsprogramm mit absurden Hindernissen verbauen.


Kritik

Gridlock'd - Voll drauf

Daß Sundance-Publikumsliebling "Völlig zu" die erste Regiearbeit des Schauspielers Vondie Curtis Hall (u. a. "Passion Fish", "Romeo & Julia") ist, sieht man dieser gelungenen Tragikomödie nicht an. Ebenso wie Halls packende Inszenierung überzeugen die Leistungen der Hauptdarsteller Tim Roth und Tupac Shakur - in seiner leider letzten Filmrolle, nachdem der verstorbene Rapstar bereits vor drei Jahren in "Poetic Justice" bewiesen hatte, was für ein Riesentalent in ihm steckte.

Wäre man in Sundance dieses Jahr nicht so bemüht gewesen, dem Vorwurf der Kommerzialisierung entgegenzuwirken, indem man Filme im Verleih von Majors bei der Preisverteilung offenbar hintenanstellte, hätte der Polygram-Titel "Gridlock'd" vielleicht seinen höchst verdienten Preis bekommen. Der positiven Publikumsreaktion in Park City hätte dies entsprochen. Das Erstlingswerk des Schauspielers Vondie Curtis Hall (u. a. "Operation Broken Arrow", "Stirb langsam 2", "Cotton Club"), eine Komödie in "Pulp Fiction"-Farben mit aktualisierten "Asphalt Cowboy"- und "Hexenkessel"-Anklängen, verbindet gekonnt Realismus, Verwechslungskomödie, kafkaeske Satire und Film-Märchen (Happy End inklusive) zu einer teils extrem witzigen, teils extrem aufrüttelnden, immer extrem unterhaltenden Geschichte. Tim Roth und Rapper Tupac Shakur - eine große post mortem Schauspielerentdeckung! - sind ideal besetzt als zwei Junkies, deren Beschluß, ihrer Drogensucht ein Ende zu setzen, fast an der Bürokratie einer menschenfeindlichen US-Großsstadt scheitert. Hall schrieb das Drehbuch nach Erfahrungen, die er selbst als Abhängiger in Detroit machte. Die Authentizität des Anliegens wird sowohl in der Sorgfalt der Umsetzung als auch der Wirkung des Erzählten deutlich. Den fast satirisch wirkenden Absurditäten, die Stretch (Roth) und Spoon (Shakur) bei ihrem Versuch erleben, in ein Drogenentwöhnungsprogramm aufgenommen zu werden (jeder frustrierte Behördengänger, das heißt, fast jeder Mensch auf der Welt, kennt den Jargon: "Füllt dieses Formular aus!", "Nehmt eine Nummer!", "Kommt morgen wieder!", "Hier seid ihr falsch!", "Wir haben schon geschlossen!" u.s.w.) stellt Hall dramaturgisch gekonnt die Verfolgung durch fies-dumme Gangster und apathisch-blöde Cops zur Seite. Die machen aus dem zum Teil hinreißend komisch, zum Teil herzerreißend tragisch verlaufenden Spießrutenlauf quer durch die Stadt ("Falling Down" läßt grüßen) ein gleichermaßen gefährliches wie unterhaltsames Unterfagen. Stretch und Spoon geben dabei eine Art Beckettsches "Lethal Weapon"-Team ab, sozusagen Martin Riggs und Roger Murtaugh auf Crack, das zweitbeste weiß-schwarze Filmduo nach Mel Gibson und Danny Glover. Das ebenfalls hervorragend funktionierende Paar Roth und Shakur liefert viele Gründe, "Völlig zu" sehr zu mögen, der als einer der ersten "schwarzen" US-Produktionen das Zeug hat, auch in Deutschland bleibenderen Eindruck zu hinterlassen. dd.

Gridlock'd - Voll drauf

Darsteller:  Tim Roth   als Stretch
  Tupac Amaru Shakur   als Spoon
  Thandie Newton   als Cookie
  Charles Fleischer   als Mr. Woodson
  Howard Hesseman   als Blind Man
  James Pickens Jr.   als Supervisor
  John Sayles   als Cop 1
  Eric A. Payne   als Cop 2
  Tom Towles  
  Tom Wright  
 
Regie:  Vondie Curtis-Hall  
Drehbuch:  Vondie Curtis-Hall  
Produzent:  Damian Jones  
  Paul Webster  
  Erica Huggins  
Koproduzent:  Michael Bennett  
  Steven Siebert  
Ausf. Produzent:  Ted Field  
  Russell Simmons  
  Scott Kroopf  
Kamera:  Bill Pope  
Schnitt:  Christopher Koefoed  
Musik:  Stewart Copeland  
Produktionsdesign:  Dan Bishop  

Star

Tim Roth

Seine Gauner und Ganoven wirken kaum einschüchternd, eher verklemmt und latent sadistisch, mit schlechten Manieren und leicht psychopathischen Zügen....

Star

Thandie Newton

Die Trance-Frau. In ihren Augen ist immer Nacht. Die zarte dunkelhäutige Schönheit mit Ahnungen von Abgründen und Trauer im feinziselierten...

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