Clint Eastwood
Ahney Her
Bee Vang
Regie: Clint Eastwood
Verleih: Warner
Der Vietnam-Veteran Walt Kowalski (Clint Eastwood) ist ein alter Knochen, der strikt an seinen Vorurteilen festhält. Als in seine durch und durch amerikanische Nachbarschaft koreanische Einwanderer ziehen, bestätigen diese zunächst seine Befürchtungen, zumal die Bandenkriminalität stetig zunimmt. Doch als deren Kinder bedroht werden, schreitet der Witwer entschlossen ein. Das macht ihn nicht nur zum Lokalhelden, es ruft auch Feinde auf den Plan.
Gerade erst ist das Oscar-Drama "Der fremde Sohn" im Kino, schon packt Clint Eastwood das nächste fesselnde Stück Kino-Konflikt aus. Trotz seiner 78 Jahre dreht die Leinwandlegende nicht nur regelmäßig, sondern steht in dieser berührenden Anti-Rassimus-Parabel auch wieder selbst vor der Kamera.
Das nächste "Million Dollar Baby": Im Comeback als Schauspieler und Regisseur zeigt Clint Eastwood die Vorurteile, aber auch die Läuterung eines Einzelgängers.
Der Lack ist längst nicht ab von Hollywoods Erfolgsregisseur und Oscar-Preisträger, der vier Jahre nach "Million Dollar Baby" wieder eine Charakterrolle nach Maß gefunden hat. Einen verwitterten Granitfelsen namens Walt Kowalski, der standfest die Werte verteidigt, die in seinem von asiatischen Migranten dominierten Viertel scheinbar verloren gegangen sind.
Der Veteran aus dem Koreakrieg verachtet seine neuen Nachbarn vom Volk der Hmong. Sie sind ihm so fremd wie mittlerweile auch die eigenen Kinder, die keinen Zugang zu dem launischen Eigenbrötler finden und ihm tatsächlich das Seniorenheim als vorgezogenes Paradies schmackhaft machen wollen.
Als letzter Grenzposten vor der Wildnis - so empfindet sich der vereinsamte Witwer, der nie Frieden mit seinen Kriegserinnerungen geschlossen hat und sein gepflegtes Territorium mit dem geladenen Gewehr und einem grimmigen Gesicht verteidigt. Walt wird unfreiwillig in die Geschehnisse in seiner Umgebung hineingezogen, als er eine gefährliche Gang vertreibt, die den Nachbarjungen Thao und seine Familie terrorisiert.
Durch sein beherztes Eingreifen wird der mürrische Einzelgänger für die Einwanderer zum Helden, der dem Jungen von nebenan in der Folgezeit nicht nur eine Lektion in Autorität und Lebensführung erteilt, sondern selbst auch seine Lektion in Sachen Toleranz lernt.
Was in anderen Händen missionarisch werden könnte, wird unter Eastwoods Regie ein dramatisches Stück über die Annäherung von Generationen und Kulturen. Ohne überflüssige Mätzchen inszeniert, wirbt Eastwoods neuer Film glaubwürdig für Verständnis und Menschlichkeit.
| Darsteller: | Clint Eastwood | als Walt Kowalski | |
|---|---|---|---|
| Ahney Her | als Sue Lor | ||
| Bee Vang | als Thao Lor | ||
| Christopher Carley | als Pater Janovich | ||
| Brian Haley | als Mitch Kowalski | ||
| Geraldine Hughes | als Karen Kowalski | ||
| Dreama Walker | als Ashley Kowalski | ||
| Brian Howe | als Steve Kowalski | ||
| John Carroll Lynch | als Barbier Martin | ||
| William Hill | als Tim Kennedy | ||
| Cory Hardrict | als Duke | ||
| Nana Gbewonyo | als Monk | ||
| Regie: | Clint Eastwood | ||
| Drehbuch: | Nick Schenk | ||
| Produzent: | Robert Lorenz | ||
| Clint Eastwood | |||
| Bill Gerber | |||
| Jenette Kahn | |||
| Adam Richman | |||
| Ausf. Produzent: | Tim Moore | ||
| Bruce Berman | |||
| Kamera: | Tom Stern | ||
| Schnitt: | Joel Cox | ||
| Gary Roach | |||
| Produktionsdesign: | James J. Murakami | ||
| Kostüme: | Deborah Hopper | ||
| Casting: | Ellen Chenoweth | ||
Die Geschichte, die sich Clint Eastwoods langjähriger Kollege ausgedacht hat, scheint dem Star sehr zu gefallen.
Eigentlich wollte Clint Eastwood nicht mehr schauspielern - nun hat er seine Meinung geändert (Foto: Kinowelt)
Eigentlich sollte "Gran Torino" Clint Eastwoods letzter Leinwandauftritt sein. Doch nun sieht es so aus, als ob sich der Star erneut vor die Kamera stellt: Das Drehbuch zum Drama "Trouble With the Curve" von seinem langjährigen Produzenten und Kollegen Robert Lorenz scheint es Eastwood so angetan zu haben, dass er die Hauptrolle übernehmen möchte.
Die Geschichte handelt von einen alternden Baseball-Scout, der langsam erblindet und eine letzte große Scout-Reise mit seiner Tochter nach Atlanta unternimmt - eine weitere maßgeschneiderte Rolle für Clint Eastwood. Dies wäre dann auch seit langem ein Clint Eastwood-Film, bei dem "Dirty Harry" nicht selbst Regie führt. Das überlässt der Meister vertrauensvoll Regie-Debütant Lorenz, der schon viele Jahre für Eastwood als Produzent gearbeitet hat und unter anderem "Blood Work", "Hereafter - Das Leben danach", "Flags of Our Fathers" oder den kommenden "J. Edgar" produzierte.
Hinzu kommt, dass Clint Eastwood auch gerade Platz im Terminkalender hatte: Seine Neuverfilmung von "A Star Is Born" liegt derzeit auf Eis, da sich Hauptdarstellerin Beyoncé wegen Schwangerschaft abgemeldet hat. Die Umstände könnten also nicht besser sein und nun darf sich die Kinowelt auf einen weiteren - nun aber sicher wirklich letzten - wunderschönen Film mit dem "Million Dollar"-Mann freuen.
Hölzern, sympathisch, aber nicht frei von Zynismus - so der Charakter der meisten der von Clint Eastwood in seinen Filmen verkörperten...
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