Michael Gambon
Kristin Scott Thomas
Camilla Rutherford
Regie: Robert Altman
Verleih: UIP
Reicher und verarmter Adel, Menschen mit und ohne Herz versammeln sich 1932 auf einem englischen Landsitz, um das Wochenende gemeinsam zu verbringen. Während sich die Herrschaften ihrer Langeweile hingeben und das Personal ihre Launen pflegt, ereignen sich kleine und große menschliche Desaster.
Auf den Filmfestspielen in Berlin war Robert Altmans Spätwerk eines der heiß umjubelten Highlights. Sein vor visueller Kraft überstrotzendes Opus handelt vordergründig von einem Mord an einem reichen Adeligen, entpuppt sich dann jedoch als ebenso spöttisches wie verspieltes Sittengemälde einer im Untergang befindlichen Epoche.
Es ist angerichtet: Altmeister Robert Altman serviert seinen bösartigen Gesellschaftskrimi à la Agatha Christie mit Spitzenbesetzung.
Ein Landhaus als Brutstätte des Bösen: Da trifft sich der Adel Englands 1932 bei einer Jagdgesellschaft, um die Langeweile zu vertreiben und möglichst maliziös über Nicht-Anwesende zu lästern.
Mit im Schlepptau eine Menge von Bediensteten, die wie ihre Herrschaft eine strenge Hierarchie pflegen. Oben speisen die Geladenen am fein gedeckten Tisch, der sich unter den Delikatessen biegt, unten drängen sich die Domestiken in Küchen, langen Fluren und schmalen Kammern.
Doch dann geschieht ein Mord (oder zwei?) und es geht los mit den Verdächtigungen.
Robert Altmans raffinierter Krimi à la Agatha Christie ist erste Sahne und die Idee, das Opfer mit Whiskey zu vergiften, "very british". Die bissige Satire wird zum Fest gesellschaftlichen Messerwetzens mit Stars wie Kristin Scott Thomas als Gastgeberin, Helen Mirren als Haushälterin und Maggie Smith als Gräfin.
Alle Anwesenden haben Dreck am Stekken, jeder könnte der Täter sein. Vielleicht das Paar, das vor dem Bankrott steht? Der Filmproduzent aus Hollywood? Oder gar der Butler?
Fragen, die Stephen Fry als Inspektor akribisch untersucht, und dabei in einem Sumpf von Lüge und Scheinheiligkeit herumstochert. Exquisite Kino-Kost.
| Darsteller: | Michael Gambon | als Sir William McCordle | |
|---|---|---|---|
| Kristin Scott Thomas | als Lady Sylvia McCordle | ||
| Camilla Rutherford | als Isobel McCordle | ||
| Maggie Smith | als Constance Countess of Trentham | ||
| Charles Dance | als Raymond Lord Stockbridge | ||
| Geraldine Somerville | als Louisa Lady Stockbridge | ||
| Tom Hollander | als Lt. Comm. Anthony Meredith | ||
| Natasha Wightman | als Lady Lavinia Meredith | ||
| James Wilby | als Freddie Nesbitt | ||
| Claudie Blakley | als Mabel Nesbitt | ||
| Laurence Fox | als Lord Rupert Standish | ||
| Trent Ford | als Jeremy Blond | ||
| Jeremy Northam | als Ivor Novello | ||
| Bob Balaban | als Morris Weissman | ||
| Alan Bates | als Jennings | ||
| Helen Mirren | als Mrs. Wilson | ||
| Eileen Atkins | als Mrs. Croft | ||
| Emily Watson | als Elsie | ||
| Richard E. Grant | als George | ||
| Jeremy Swift | als Arthur | ||
| Derek Jacobi | als Probert | ||
| Sophie Thompson | als Dorothy | ||
| Meg Wynn Owen | als Lewis | ||
| Teresa Churcher | als Bertha | ||
| Sarah Flind | als Ellen | ||
| Finty Williams | als Janet | ||
| Emma Buckley | als May | ||
| Kelly Macdonald | als Mary Maceachran | ||
| Ryan Phillippe | als Henry Denton | ||
| Clive Owen | als Robert Parks | ||
| Adrian Scarborough | als Barnes | ||
| Joanna Maude | als Renee | ||
| Frances Low | als Sarah | ||
| John Atterbury | als Merriman | ||
| Stephen Fry | als Inspektor Thompson | ||
| Ron Webster | als Constable Dexter | ||
| Regie: | Robert Altman | ||
| Drehbuch: | Julian Fellowes | ||
| Produzent: | Robert Altman | ||
| Bob Balaban | |||
| David Levy | |||
| Koproduzent: | Jane Frazer | ||
| Joshua Astrachan | |||
| Ausf. Produzent: | Jane Barclay | ||
| Sharon Harel | |||
| Robert Jones | |||
| Hannah Leader | |||
| Kamera: | Andrew Dunn | ||
| Schnitt: | Tim Squyres | ||
| Musik: | Patrick Doyle | ||
| Produktionsdesign: | Stephen Altman | ||
| John Frankish | |||
| Sarah Hauldren | |||
| Kostüme: | Jenny Beavan | ||
| Ton: | Peter Glossop | ||
Wohl kaum eine "Oscar"-Verleihung sorgte bereits im Vorfeld für so viel Wirbel wie die Academy Awards 2004. Schauspieler und Regisseure protestieren einmütig gegen eine Änderung des Reglements.
"Warning: For Consideration of the Academy Only" - dieser schlichte Satz in einer gerippten Internet-Version eines "Oscar"-Kandidaten im letzten Jahr trieb Jack Valenti zur Weißglut. Der Präsident der Motion Picture Association of America (MPAA), der sich insbesondere den Kampf gegen die Filmpiraterie auf die Fahnen geschrieben hat, war außer sich, dass ausgerechnet eine DVD für die Oscar-Juroren illegal als Download ins Netz gestellt wurde.
Deshalb beschloss die MPAA, für die nächste "Oscar"-Verleihung keine DVDs und Videos mehr an die Mitglieder der Academy auszuliefern. Die Juroren sollten einfach wieder ins Kino gehen und dann über die Vergabe der "Oscars" entscheiden.
Diese Entscheidung jedoch treibt nun Schauspieler und Regisseure einmütig auf die Barrikaden. Sean Penn, Holly Hunter, Willem Dafoe, Hilary Swank, Sissy Spacek, Nick Nolte, und Steve Buscemi sind nur einige der Leinwandstars, die sich gegen den DVD-Stop der MPAA aussprachen. Ebenso wie schon zuvor die Regisseure Robert Altman, Martin Scorsese und Francis Ford Coppola
Und dabei geht es den Promis nicht um ihre eigene DVD-Collection. Sie sehen vielmehr die Chancengleichheit im "Oscar"-Rennen in Gefahr. Sie befürchten, dass große Produktionen in Zukunft durch ihren höheren Bekanntheitsgrad deutlich im Vorteil sein könnten. Die Rechnung dabei ist einfach: Wie soll ein Mitglied der Academy für einen Kandidaten in einem kleinen Film stimmen, wenn er ihn im Kino nicht gesehen hat?
Victoria Riskin, Sprecherin der Writers Guild of America, bringt es auf den Punkt: "'Oscar'-Gewinner wie Bill Condon ("Gods and Monsters"), Julian Fellowes ("Gosford Park") und John Irving ("Gottes Werk und Teufels Beitrag") traten doch erst durch die Präsentations-DVDs ins Bewusstsein der Academy. Wenn wir auf diese verzichten, gewinnen in Zukunft nur noch die großen Filme."
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