Preisgekrönte Liebesgeschichte vor dem Hintergrund des absurden Alltags in den von terrorisierender Willkür geprägten Straßen Jerusalems. http://images.kino.de/flbilder/max03/mbiz03/mbiz11/z0311512/b150x150.jpg Göttliche Intervention - Eine Chronik von Liebe und Schmerz

Filmdetails

Göttliche Intervention - Eine Chronik von Liebe und Schmerz

Preisgekrönte Liebesgeschichte vor dem Hintergrund des absurden Alltags in den von terrorisierender Willkür geprägten Straßen Jerusalems.


Göttliche Intervention - Eine Chronik von Liebe und Schmerz
Start: 03.04.2003

Originaltitel: Yadon ilaheyya

Drama

Frankreich/Palästina/Deutschland/Marokko 2002
Laufzeit: 92 Min.
FSK: Ungeprüft

Elia Suleiman
Manal Khader
Nayef Fahoum Daher

Regie: Elia Suleiman
Verleih: Alamode

So werten die bisherigen Besucher:

Gesamt
(0 Bewertungen)

Action
Humor
Romantik
Spannung
Anspruch
Besucheransturm: lau
Besucher-
ansturm

Temperatur

lau

Inhalt

E.S. (Regisseur Elia Suleiman), Palästinenser aus Jerusalem, trifft sich mit seiner Freundin aus Ramallah auf dem Parkplatz des Checkpoints Al-Ram, wo beide Händchen halten, während vor ihren Augen israelische Soldaten die anwesenden Araber mit einem Wust von Schikanen und boshafter Inkompetenz überziehen. Unterdessen spielen sich in der Umgebung zum Teil kuriose Szenen ab, als u.a. der Weihnachtsmann von Palästinenserkindern gejagt wird und eine arabische Ninja einem israelischen Rollkommando einen unvergesslichen Tag bereitet.

Als wäre Jacques Tati unter die Palästinenser gegangen, zelebriert der aus Nazareth stammende Elia Suleiman episodisch, detailverliebt und staubtrocken die omnipräsenten Absurditäten des nahöstlichen Alltags.


Kritik

Göttliche Intervention - Eine Chronik von Liebe und Schmerz

Unter den Filmen, die sich in Cannes mit dem Israel-Palästina-Konflikt befassten ("Kedma", "Rana's Wedding"), fiel Elia Suleimans mit dem Spezialpreis der Jury und dem Preis des Internationalen Filmkritikerverbandes FIPRESCI ausgezeichnete Chronik der laufenden Ereignisse durch einen surrealen und zum Ende hin bitterer werdenden verschlüsselten Kommentar auf, der, sollte man ihn filmisch charakterisieren, die Eleganz der Komödien Jacques Tatis mit den verschmitzten Vignetten des Georgiers Otar Iosseliani ("Die Günstlinge des Mondes", "Lundi Matin") verbindet und in stummer Verzweiflung auf das Geschehen in den besetzten Territorien blickt.

Suleiman spielt in seinem zweiten Spielfilm den Palästinenser E.S. aus Jerusalem, der sich auf dem Parkplatz des Checkpoints Al-Ram mit der geliebten Palästinenserin aus Ramallah trifft und schweigend Händchen hält, während die israelischen Soldaten vor ihren Augen ein Schauspiel boshafter Inkompetenz und terrorisierender Willkür bieten. Um das Paar herum arrangiert Suleiman ein Rondo mehr oder weniger exzentrischer Szenen aus dem absurden Alltag in Jerusalem, wo der Weihnachtsmann gejagt wird, man auf nie kommende Busse wartet, leere Flaschen auf dem Dach als Wurfgeschosse gegen die Polizei benutzt werden und ein ausgebesserter Fahrbahnrand immer von Neuem demoliert wird.

Die Freiflüge der Fantasie werden in anderen Sequenzen offen politisch, wenn ein Luftballon mit Arafats lächelndem Gesicht über der Stadt schwebt und auf der Omar-Moschee (das Heiligtum aller muslimischen Heiligtümer) landet oder eine Ninja-Palästinenserin ein israelisches Waffenkommando demontiert (mit guten Spezialeffekten). Sehr clever zeigt Suleiman die komplizierten Widersprüche auf, ist bei aller Parteilichkeit unterhaltsam und sensibel mit der offenen oder versteckten (der unter Hochdruck stehende Kochtopf im Schlussbild) Symbolik. Wird die "Chronik von Liebe und Schmerz", der dringend ein Verleih zu wünschen ist, mit Suleimans Chuzpe beworben, könnte sie sich zu einem Dauerbrenner in Programmkinos entwickeln. Ger.

Göttliche Intervention - Eine Chronik von Liebe und Schmerz

Darsteller:  Elia Suleiman   als E.S.
  Manal Khader   als die Frau
  Nayef Fahoum Daher   als der Vater
  George Ibrahim   als der Weihnachtsmann
  George Khleifi   als der Nachbar
  Avi Kleinberger   als der Trainer / Steuerbeamter
  Nazira Suleiman   als die Mutter
  Menashe Noy   als der Soldat
 
Regie:  Elia Suleiman  
Drehbuch:  Elia Suleiman  
Produzent:  Humbert Balsan  
Koproduzent:  Elia Suleiman  
Kamera:  Marc-André Batigne  
Schnitt:  Véronique Lange  
Produktionsdesign:  Miguel Markin  
  Denis Renault  
Ton:  Eric Tisserand  
  Williams Schmit de Pirey  

Goldene Palme für Polanski

"Der Pianist" erweist sich in Cannes als Favoritenschreck. Die Preisträger im einzelnen.

[IMG#114852_1.jpg#Adrien Brody als Wladyslaw Szpilman - "Der Pianist"

#LEFT]Roman Polanskis "Der Pianist": Das ist die packende Geschichte eines jüdischen Klavierspielers, der nur durch die Gnade eines deutschen Offiziers den Holocaust im Warschauer Ghetto überlebt. Der Lohn für den mutigen Film: Die Goldene Palme.

Den Großen Preis der Jury erhielt der Kritikerliebling "The Man Without a Past" von Aki Kaurismäki. Die Hauptdarstellerin Kati Outinen wurde mit dem Schauspielerinnenpreis ausgezeichnet.

Im Rennen um die Silberne Palme für den besten Hauptdarsteller ließ der Belgier Olivier Gourmet aus "Le fils" von den Brüdern Dardenne überraschend den hoch favorisierten Jack Nicholson hinter sich.

Den Regiepreis teilten sich der Koreaner Im Kwon-taek ("Chihwaseon") und der Amerikaner Paul Thomas Anderson ("Punch Drunk Love").

Mit einem Jurypreis wurde Elia Suleimans politisch brisante Satire "Intervention divine" prämiert, während Paul Laverty für Ken Loachs "Sweet Sixteen" für das beste Drehbuch ausgezeichnet wurde.

Einen einmaligen Sonderpreis konnte sich Michael Moore für seine gefeierte Doku "Bowling for Columbine" sichern.

Der Vorsitzende der Jury David Lynch betonte die hohe Qualität des Wettbewerbs und war von der Arbeit innerhalb der Jury sehr angetan: Die Entscheidungen seien in höchstmöglicher Harmonie gefallen.



Mehr auf kino.de: "Cannes 2002: Auf der Suche nach dem Film der Filme" - ein ausführliches Round-up folgt demnächst.

Top-Filme der Woche

  • Men in Black 3

    Film der Woche: Der Kult geht weiter, die Alien-Jäger blitzdingsen wieder! Will Smith reist in die Sixties, um den jungen Agent Kay (Josh Brolin) zu retten.

  • LOL

    Preview der Woche: Schöne Komödie mit "Hannah Montana" Miley Cyrus, die sich in ihren besten Freund verliebt.

 

treffpunkt kino kompakt

In der aktuellen Ausgabe: Die große Preview zu "Ice Age - Voll verschoben" und der erste Trailer zu "Skyfall"!

Zum Magazin

Das multimediale Kinomagazin jede Woche kostenlos per Mail - jetzt registrieren!

GO

Ähnliche Filme auf DVD & Blu-ray

 

Service

kino.de mobil

kino.de mobil

Das aktuelle Programm Ihres Lieblingskinos haben Sie überall dabei - kostenlos auf Ihrem Handy.