Originaltitel: Glitter
USA 2001
Mariah Carey
Max Beesley
Da Brat
Regie: Vondie Curtis-Hall
Verleih: Columbia Tristar
Billie, von der Mutter verlassen und im Waisenhaus aufgewachsen, kommt von ganz unten, will aber als Sängerin nach oben. DJ Dice erfüllt ihr diesen Traum und verliebt sich in sie, ertränkt aber den Frust über die eigene gescheiterte Karriere im Alkohol. So weitet sich die Kluft, bis eine eingeforderte alte Rechnung für eine tragische Wende sorgt.

Nachdem Konkurrenzdiva Whitney Houston bereits im Kino Duftnoten setzen konnte, will Mariah Carey auch hier Hierarchien zurechtrücken. Nach ihrem Gastauftritt in "Der Junggeselle" steht sie nun im Mittelpunkt, arbeitet sich von der namenlosen Backgroundstimme zum populären Superstar hoch. Careys Prominenz und der jüngst von der Boulevardpresse ausgeschlachtete Klatsch um ihre Person sind wohl die primären Gründe, die ihre Fans auf diesen recht konventionellen "Heartbreaker" aus der "Ein neuer Stern am Himmel"-Konfliktschublade neugierig machen könnten.
Musikstars, die sich im Kino beweisen wollen, haben im US-Film eine lange Tradition, die bis zu Doris Day, Bing Crosby und Jeanette MacDonald zurückgeht und das Spektrum von Mario Lanza bis hin zu Apollonia Kotero oder k.d. Lang abdeckt. Als kommerziell erfolgreichste Sängerin der Neunziger ist Mariah Careys Grenzüberschreitung ins andere Medium somit ein natürlicher und im Rahmen der Handlung von "Glitter - Glanz eines Stars" kein übertrieben riskanter Schritt. Denn wie schon in "Tina: What's Love got to do with it" erzählt auch dieses Drehbuch Kate Laniers vom kometenhaften Aufstieg eines Nobodys, wenn auch die Konsequenzen des Ruhms hier mehr das Umfeld als die Heldin selbst zu tragen hat. Die Konfliktsammlung Laniers beginnt mit einer verarmten Mutter und der Kindheit Billies (Mariah Carey) im Waisenhaus, setzt sich fort mit einem zwielichtigen Manager, der dubiose Rechte an ihr beansprucht, führt weiter zu einem Frauenhelden, DJ und Musiker (Max Beesley), der Billie als Rohdiamant entdeckt, sie der Musikbranche wertvoll macht und sie schließlich als Lover, der mit ihrem Ruhm nicht zurechtkommt, verliert. Krisennebenschauplätze sind darüber hinaus Billies Dilemma, trotz Aufstieg die Bodenhaftung, den Kontakt zu alten Freunden nicht aufzugeben, weiters die ungeliebten Marketingstrategien der Plattenfirmen, die Musik über Sex verkaufen wollen, und die Avancen eines attraktiven Sängers, der mit Billie nicht nur Musik machen will.
Im wesentlichen sind das Eckpunkte des in Hollywood erprobten "Ein neuer Stern am Himmel"-Szenarios, mit dem Regisseur Vondie Curtis Hall nach seinem Debüt "Gridlock'd" nun einen konventionelleren und kommerzielleren Weg eingeschlagen hat. Mit Tempoveränderungen, dem Einfrieren und langsamen Auflösen von Bildern, sowie einigen Discoszenen peppt Hall seinen Film visuell auf, in dem sich Carey solide aus der Affäre zieht, solange keine großen Emotionen von ihr verlangt werden. Musikalisch wirkt Carey, deren aktuelles Album den Soundtrack zum Film liefert, vergleichsweise unterfordert, weil "Glitter" wie schon ihre letzten Alben den Stimmumfang und das virtuose Oktavensurfing der frühen Carey nicht angemessen nutzt. kob.
| Darsteller: | Mariah Carey | ||
|---|---|---|---|
| Max Beesley | als Julian Dice | ||
| Da Brat | als Louise | ||
| Tia Texada | als Roxanne | ||
| Valarie Pettiford | als Lillian Frank | ||
| Ann Magnuson | als Kelly | ||
| Terrence Howard | als Timothy Walker | ||
| Dorian Harewood | als Guy Richardson | ||
| Grant Nickalls | als Jack Bridges | ||
| Eric Benét | als Rafael | ||
| Padma Lakshmi | als Sylk | ||
| Isabel Gomes | als Billie (jung) | ||
| Regie: | Vondie Curtis-Hall | ||
| Drehbuch: | Kate Lanier | ||
| Produzent: | Laurence Mark | ||
| Koproduzent: | E. Bennett Walsh | ||
| Kamera: | Geoffrey Simpson | ||
| Schnitt: | Jeff Freeman | ||
| Musik: | Terence Blanchard | ||
| Produktionsdesign: | Dan Bishop | ||
| Peter Grundy | |||
| Kostüme: | Joseph G. Aulisi | ||
| Ton: | Tom Hidderley | ||
Die männliche Domäne, der "Sexshop", existiert als solche schon lange nicht mehr. Frauen erobern die dunklen Ecken und bringen Licht ins Liebesleben, denn auch sie schätzen das orgiastische Vergnügen.
Halle Berry ("Gothika") ist eine tolle Frau: Sie sieht gut aus, glänzt in ihren zahlreichen Rollen und sie kauft gerne Utensilien für's Liebesspiel in Hollywoods Sexläden ein.
Der bloße Gedanke regt die Männer im Sunshine-State an, sie begehren das hübsche Girl. Halle begehrt jedoch seit der Trennung von Ehemann Eric Benét ("Glitter - Glanz eines Stars") nur noch zwei Dinge: Sich selbst und die eigene Libido.
Denn die Oscargewinnerin will ihre verruchten Fantasien jetzt ausleben und sexuell mehr (Selbst-)Experimente wagen.
So lobpreist das Bond-Girl den häufigen Besuch im Sexshop: "Macht regelmäßige Besuche im Pleasure Chest", rät sie Hollywoods Singlefrauen, "und liebt euren Körper". Das "Pleasure Chest", zu deutsch Lustkommode, gehört zu Halle Berrys liebsten Spielwarengeschäften mit der besonderen Auswahl.
Wenn Catwoman an einsamen Abenden Lust bekommt, schaut sie einfach mal kurz im "Chest" vorbei und kauft sich was Nettes. Zuhause angekommen wird die Neuerwerbung gleich am eigenen Leib ausprobiert.
Dass Halle Berry übrigens Provision auf verkaufte Sex-Toys im von ihr angepriesenen "Pleasure Chest" erhält, ist wohl nur ein bösartiges Gerücht.
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