Teils surreal anmutendes, lyrisches Melodram von Giuseppe Piccioni über einen Bestsellerautor, der an existentieller Einsamkeit leidet und sich in eine verschlossene Schwimmlehrerin verliebt. http://images.kino.de/flbilder/max11/auto11/auto29/11290114/b150x150.jpg Giulia geht abends nie aus

Filmdetails

Giulia geht abends nie aus

Teils surreal anmutendes, lyrisches Melodram von Giuseppe Piccioni über einen Bestsellerautor, der an existentieller Einsamkeit leidet und sich in eine verschlossene Schwimmlehrerin verliebt.


Giulia geht abends nie aus
Start: 01.09.2011

Originaltitel: Giulia non esce la sera

Drama

Italien 2009
Laufzeit: 108 Min.
FSK: o.A. (ohne Altersbeschränkung)

Valerio Mastandrea
Valeria Golino
Sonia Bergamasco

Regie: Giuseppe Piccioni
Verleih: Cine Global

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Inhalt

Der Erfolg flog Bestsellerautor Guido stets zu, selbst für einen hochrangigen Literaturpreis ist er nun nominiert, obwohl er um sein Untalent weiß und die Meriten für unangemessen hält. So schlafwandelt er richtungslos durch sein Leben auf der Suche nach Inspiration, fantasiert an romantischen Geschichten herum, gelangweilt vom Luxus mit entfremdeter Frau und frühpubertärer Tochter. Da gibt ihm die Begegnung mit der verschlossenen, traurigen Schwimmlehrerin Giulia neuen Antrieb, auch wenn die verletzliche Schöne ein dunkles Geheimnis mit sich trägt.


Kritik

Giulia geht abends nie aus

Melancholische Romanze in Moll von Giuseppe Piccioni ("Licht meiner Augen"), in der sich ein Autor in der Midlife-Crisis in eine geheimnisvolle Schwimmlehrerin verliebt.

Heiterer Überschwang all'italiana? Solchen landesspezifischen Stereotypen setzt Giuseppe Piccioni seit "Licht meiner Augen" einen dunkleren Ton entgegen und hat es so zum Meister lyrischer Geschichten von wundersamer Traumgleichheit gebracht. Wieder erkundet er Schwebezustände des Verliebt- und Verlorenseins, erforscht melancholische Seelen, die sich in dieser zartbitteren Romanze begegnen.

Realität und Fantasie ergänzen sich im zwanglosen, eleganten Wechsel, wenn sich Bestsellerautor Guido (Valerio Mastandrea aus "Nicht dran denken" als amorpher Charakter) von seinen romantischen Romanfiguren im Stile von "Die Regenschirme von Cherbourg" verfolgt sieht. Erfolg ist eine Illusion analysiert er und schlafwandelt darum richtungslos durch sein Leben - an seiner Frau, dem neuen Haus oder dem Literaturpreis, für den er soeben nominiert wurde, hat er das Interesse verloren. Was nach Luxusproblemen klingt, ist tatsächlich existenzielle Einsamkeit, die mit der langsamen Annäherung an die Schwimmlehrerin seiner pummeligen Tochter aufweicht. In der zarten Zusammenkunft zwischen ihm und Giulia (Valeria Golino) schimmert eine Amour Fou durch, denn die attraktive Nixe starrt traurig ins Leere und schleppt ein dunkles Geheimnis wie ein Betonsockel mit sich herum.

Schwimmen lernen, der Schwerkraft entkommen - das müssen die beiden Hauptfiguren im wörtlichen wie übertragenen Sinne in dem milde surrealen, mitunter schelmischen Romantik-Melo, dessen leiser Humor der tragischen Wendung trotzt. Der unkomplizierte Film über komplizierte Lebensumstände kann sich auch auf Subplots verlassen, etwa die tragikomische Trennung der frühpubertären Tochter von ihrem schrägen Freund, einem profunden Kafka-Connaisseur - ein Spiegel der Beziehungslage der Eltern. Ganz zu schweigen vom bewegenden Spiel Golinos, die distanziert wie verletzlich ein anrührendes Schicksal verkörpert. Das unsentimentale Arthaus-Gefühlskino verbindet sachte Komik mit sanfter Dramatik, und wahrt sich ganz fabelhaft ein Rest Mysterium.

tk.

Giulia geht abends nie aus

Darsteller:  Valerio Mastandrea   als Guido Montani
  Valeria Golino   als Giulia
  Sonia Bergamasco   als Benedetta Montani
  Domiziana Cardinali   als Costanza Montani
  Jacopo Domenicucci   als Filippo
  Jacopo Maria Bicocchi   als Enrico Giussi
  Sara Tosti   als Sofia
  Chiara Nicola   als Viola
  Fabio Camilli   als Eugenio
  Sasa Vulicevic   als Pater Rosario
  Paolo Sassanelli   als Bruno
  Lidia Vitale   als Agentin
  Antonia Liskova   als Eva
  Piera Degli Esposti   als Attilia
 
Regie:  Giuseppe Piccioni  
Drehbuch:  Giuseppe Piccioni  
  Federica Pontremoli  
Produzent:  Lionello Cerri  
Kamera:  Luca Bigazzi  
Schnitt:  Esmeralda Calabria  
Musik:  Francesco Bianconi  
Produktionsdesign:  Giada Calabria  
Kostüme:  Maria Rita Barbera  
Ton:  Luca Anzellotti  
Casting:  Fabiola Banzi  

Star

Valeria Golino

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