Komödie über einen übergewichtigen Wachmann, der sich in seinem Supermarkt in eine Putzfrau verliebt. http://images.kino.de/flbilder/max09/auto09/auto33/09330280/b150x150.jpg Gigante

Filmdetails

Gigante

Komödie über einen übergewichtigen Wachmann, der sich in seinem Supermarkt in eine Putzfrau verliebt.


Gigante
Start: 01.10.2009

Drama

Uruguay/Deutschland/Argentinien 2009
Laufzeit: 88 Min.
FSK: ab 6 Jahre

Horacio Camandule
Leonor Svarcas
Fernando Alonso

Regie: Adrián Biniez
Verleih: Neue Visionen

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Gesamt
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Action
Humor
Romantik
Spannung
Anspruch
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Besucher-
ansturm

Temperatur

lau

Inhalt

Der übergewichtige Jara arbeitet als Wachmann in einem Supermarkt. Er ist sich seines Körperumfangs mehr als bewusst und schämt sich dafür. Auf dem Bildschirm der Sicherheitskameras entdeckt er eine Putzfrau, in die er sich verliebt und die er aus der Ferne anhimmelt. Mit großer Mühe entwickelt er Routinen und Rituale, um die Angebetete sehen und vielleicht irgendwann auch einmal kennenlernen zu können.


Kritik

Gigante

Der argentinische Spielfilmdebütant Adrián Biniez gehörte mit seiner minimalistisch erzählten, lakonischen Liebesgeschichte zu den großen Gewinnern der Berlinale 2009.

Das einzige Große an "Gigante", dem Erstling von Adrián Biniez, ist der Supermarkt, in dem der Film (auch) spielt, wurde auf der Berlinale gewitzelt. Aber bekanntlich lacht der, der zuletzt lacht, am besten, denn der aus Argentinien stammende Musiker und Regisseur, dessen mit deutschen Geldern mitfinanziertes Werk in Uruguay entstand, wurde sowohl mit einem Silbernen Bären (Großer Preis der Jury), dem Alfred-Bauer-Preis als auch als bestes Kinodebüt ausgezeichnet. Im Zentrum der Handlung steht der Gigant Jara (Horacio Camandule), der als Wachmann seinen Lebensunterhalt verdient. Ein rundes Gesicht mit Schnurrbart thront auf dem mächtigen Leib, den ein Motörhead-T-Shirt umspannt. Außerdem scheint er irgendwie etwas entrückt, was sich dadurch erklären lässt, dass er in Julia (Leonor Svarcas) verliebt ist. Bis über beide Ohren. Die Dame ist Putzfrau des Einkaufszentrums, wo er nachts arbeitet, entdeckt hat er sie auf einem der zahlreichen Überwachungsmonitore.

Eine Liebesgeschichte um ein seltsames Paar? Ja, auch. Wenn sich Jara denn nur trauen würde, seine Julia anzusprechen. Aber das tut er nicht. Lieber stellt er ihr heimlich in den öden Vorstadtstraßen Montevideos nach. Er verfolgt sie an den Strand, ins Internet-Café, zu einem Date in eine Kneipe und (natürlich) ins Kino - wo er Julia im falschen Saal vermutet, denn die Herzdame guckt nicht "Amor", sondern den Horrorfilm "Mutant". Ein geradezu prototypischer Held des (zeitgenössischen) lateinamerikanischen Kinos ist dieser Sicherheitsmann, bedächtig, wortkarg, in sich gekehrt. Ein langweiliges Leben führt er, in der Freizeit döst er regelmäßig vor dem Fernseher ein und in die Disco geht er nur, um dort als Türsteher ein paar Pesos dazuzuverdienen. Ruhig wie der Mann gibt sich der ganze Film. Still hält Arauco Hernández Holz seine Kamera, wenn er die Protagonisten einfängt. Ein schneller Schwenk scheint schon fast zu viel Bewegung, um die Ganze Lakonie der Handlung einzufangen.

Genau aus diesem Minimalismus bezieht die Arbeit ihre Stärke. Die kleinen, fein beobachteten Momente machen ihren Reiz aus. Die knappen Dialoge in der Kantine, das kurzes Knacken wenn Horacio seinem Kollegen den verspannten Nacken einrenkt oder dessen hämische Freude, nachdem er seinen Neffen beim PlayStation-Spielen geschlagen hat, der Toilettenpapierberg, auf den eine der Putzfrauen unerwartet stößt. Alltagsgeschichten, die schließlich darauf hinauslaufen, dass Jara für Julia sogar mal seine Bärenkräfte einsetzt. Als diese ihren Job verliert, ist er für sie da. Nur mit den Worten will es immer noch nicht klappen. Da ist es ganz gut, dass die junge Frau nun ihrerseits, ihren Verehrer auf einem Monitor entdeckt. Da zuckt man als Zuschauer regelrecht zusammen. Fühlt sich selbst als ertappter Voyeur. Schuldgefühle wallen in einem auf. Das schaffen nur gute Filme. geh.

Gigante

Darsteller:  Horacio Camandule   als Jara
  Leonor Svarcas   als Julia
  Fernando Alonso   als Julio
  Diego Artucio   als Omar
  Ariel Caldarelli   als Jaras Chef
  Fabiana Charlo   als Mariela
  Andrés Gallo   als Fidel
  Federico Garcia   als Matías
  Néstor Guzzini   als Tomás
  Esteban Lago   als Gustavo
  Ernesto Liotti   als Danilo
  Carlos Lissardy   als Kennedy
  Nacho Mendy   als Miguel
  Augusto Peloso   als Rojas
 
Regie:  Adrián Biniez  
Drehbuch:  Adrián Biniez  
Produzent:  Fernando Epstein  
Koproduzent:  Christoph Friedel  
  Hernán Musaluppi  
  Natacha Cervi  
  Frans van Gestel  
Ausf. Produzent:  Agustina Chiarino  
  Fernando Epstein  
Kamera:  Arauco Hernández Holz  
Kostüme:  Emilia Carlevaro  
Ton:  Federico Billordo  
  Daniel Yafalian  

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