Originaltitel: Gianni e le donne
Italien 2011
Gianni Di Gregorio
Valeria De Franciscis
Alfonso Santagata
Regie: Gianni Di Gregorio
Verleih: Neue Visionen
Der pensionierte Gianni ist als Hausmann für Frau und Tochter voll ausgelastet. Während Altersgenossen ihre Freizeit mehr oder minder genießen, dient er sich seiner Familie, der süßen Nachbarin und der dreisten Mutter, die sein Geld verschwendet, als serviles Faktotum an. Als ihm sein Macho-Freund Alfonso offenbart, jeder seines Alters habe eine Geliebte, glaubt Gianni, er würde etwas verpassen. Jedoch scheitern seine unterwürfigen Annäherungsversuche an die Damenwelt, die ihn nur als lieben Alten sieht, ein ums andere Mal.

Ein Pensionär erlebt den zweiten Frühling, der jedoch anders ausfällt, als er sich das vorgestellt hat. Vergnügliche Komödie von Gianni Di Gregorio ganz im Stil seines Erfolges "Das Festmahl im August".
War der italienische Überraschungserfolg von 2009 schon biografisch vom Mutter-Sohn-Verhältnis Di Gregorios geprägt, so variiert er dieses Verhältnis in Ton und Thema nur leicht und greift erneut auf den eigenen Erfahrungsschatz zurück. Seine amüsante, leicht dahingeworfene Komödie handelt von Schlaffis, die vom Machismo träumen und von emanzipierten Frauen, die diese Dackel meist im Regen stehen lassen.
Es regiert Dolce Vita, und es findet auf Kosten der abermals Gianni benannten Hauptfigur statt. In der Eröffnung zieht der Zwangspensionierte im Finanzgerangel mit seiner greisen, aber keineswegs senilen Mamma peinlich den Kürzeren. Die betagte Aristokratin verprasst bedenkenlos sein Geld, während für den 60jährigen Hausmann, ihren ergebenen Diener, kaum etwas bleibt. Irgendwie läuft das Leben an Gianni vorbei, und als ihm sein bester Kumpel, Möchtegern-Filou Alfonso, offenbart, alle Männer in ihrem Alter hätten eine Geliebte, hat er dem formvollendeten Ja-Sager, der es allen recht machen will, einen folgenschweren Floh ins Ohr gesetzt.
Di Gregorio registriert mit mildem Spott, wie Altherrenphantasien an der Realität zerschellen, denn sein Alter Ego macht partout keinen Stich bei der Damenwelt. Heiter, herzlich und mit hintergründiger Situationskomik verfolgt er das andauernde Scheitern des sanftmütigen Kerls, in dem Frauen alles sehen, nur keinen Lover. Gianni, der sich allen als serviles Faktotum andient, ein allzu verständnisvoller Gentleman, beobachtet den Exzess der anderen, erlebt wie sich die ambitionslose Jugend im Party-Modus eingerichtet hat. Sie kreist um sich selbst und findet keine geistige Verbindung mehr zu ihm. Daraus entsteht ein kleines Gesellschafts-Mosaik, das vom Generationen-Gap erzählt, das aber genauso beiläufig die Unfähigkeit thematisiert, über seine Sorgen zu reden oder die Wirklichkeit zu akzeptieren. Lieber spielt dieser Gianni alkoholisiert die Schmierenkomödie mit, als auszubrechen - das gelingt ihm nur auf einem unfreiwilligen Drogentrip. tk.
| Darsteller: | Gianni Di Gregorio | als Gianni | |
|---|---|---|---|
| Valeria De Franciscis | als Mutter | ||
| Alfonso Santagata | als Alfonso | ||
| Elisabetta Piccolomini | als Giannis Ehefrau | ||
| Valeria Cavalli | als Valeria | ||
| Aylin Prandi | als Aylin | ||
| Kristina Cepraga | als Cristina | ||
| Michelangelo Ciminale | als Michelangelo | ||
| Teresa Di Gregorio | als Teresa | ||
| Lilia Silvi | als Lilia | ||
| Gabriella Sborgi | als Gabriella | ||
| Laura Squizzato | als Zwilling | ||
| Sylvia Squizzato | als Zwilling | ||
| Regie: | Gianni Di Gregorio | ||
| Drehbuch: | Gianni Di Gregorio | ||
| Valerio Attanasio | |||
| Produzent: | Angelo Barbagallo | ||
| Ausf. Produzent: | Gaetano Daniele | ||
| Kamera: | Gianenrico Bianchi | ||
| Schnitt: | Marco Spoletini | ||
| Musik: | Ratchev e Carratello | ||
| Produktionsdesign: | Susanna Cascella | ||
| Kostüme: | Silvia Polidori | ||
| Ton: | Gianluca Costarnagna | ||
| Casting: | Francesca Borromeo | ||
| Fabiola Banzi | |||
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